„Ihre Webseite ist ein wichtiges Dokument des Niedergangs der Rasse.“

 

Dieser Satz lässt uns erst einmal schlucken.

 

 

„Ihre Arbeit als Mahner ist heute wichtiger denn je,

da die Rasse statistisch gesehen auf einen Punkt zusteuert, an dem es kein Zurück mehr gibt,

weil die genetische Basis schlichtweg weggestorben ist.“

 

Die traurige Wahrheit ist: Der „Point of no Return“ ist längst überschritten.

Beardies, wie sie einmal waren, wird es nie wieder geben.

Unsere Website wandelt sich

von einem Ratgeber zu einem digitalen Museum –

einem Museum der aufgegebenen Idee, die Rasse in ihrer alten, standardgerechten Art zu erhalten:

 

 

2003

 

Auf unseren Webseiten haben wir bewusst fast ausschließlich Bilder von standardgerechten Beardies gezeigt,

damit sich die erwünschten Merkmale einprägen, nicht ein Zerrbild der Rasse.

 

 

„Ein Erbe auf Papier und Pixeln.

Wenn Menschen keine Bilder von gesunden, funktionalen Beardies mehr sehen,

vergessen sie, wie die Rasse eigentlich sein sollte.“

 

Beardies mit viel Fell, schmalen Köpfen und engstehenden Augen sieht man zur Genüge auf Züchter-Webseiten.

 

Wir möchten unsere Website nicht mit Fotos von überzüchteten Bearded Collies aktualisieren,

nur weil es heutzutage fast keine Beardies mehr gibt, die dem Rassestandard – dem Idealbild – entsprechen.

Jedem Welpenkäufer soll bewusst sein, dass eine verdorbene Hunderasse nicht normal ist.

Unsere Fotos bewahren die Erinnerung an jenen sanften, pfiffigen Blick,

den heutige Welpenkäufer oft gar nicht mehr kennenlernen können.

Ein Hund, der seine Funktionalität und Cleverness verloren hat,

der bei Gewitter und knisternden Plastiktüten zittert,

der in jungen Jahren sehr krank ist und oft vor dem 10. Geburtstag stirbt,

ist kein Hütehund mehr – er ist ein Pflegefall.

… und viele Züchter meinen immer noch, alles sei in bester Ordnung.

 

 

„Ein Hund, der unter seiner fragwürdigen Schönheit erstickt,

 der nicht alt wird und keine Persönlichkeit mehr hat, ist ein teurer Irrtum.“

 

 

 

 

Chronik

Im Jahr 2000 warnte ein Buch davor, dass die Beardies kaputtgezüchtet werden.

Züchter waren empört darüber („Nestbeschmutzer!“),

der Club wollte die Autorin ausschließen (sie hat die Mitgliedschaft selbst gekündigt) –

ein Versuch, die Überbringerin schlechter Nachrichten zum Schweigen zu bringen,

um das Geschäftsmodell der Schönheitszucht nicht zu gefährden.

Nur wenige Züchter haben den Ernst der Lage verstanden

und haben zu retten versucht, was an „alten Genen“ noch zu retten war.

 

 

 

Interessengemeinschaft

Coming Home

zum Erhalt des echten

Bearded Collies

 

 

2003 wurde „Coming Home“ ins Leben gerufen,

eine Interessengemeinschaft zum Erhalt des echten Bearded Collies.

„Eine Idee weiter“ als die Züchter und die Welpen-Interessenten wollten wir sein.

Das Schlagwort vom „alten Typ“ war für die meisten Züchter ein rotes Tuch.

Einige leugneten sogar, dass es den ursprünglichen Beardie-Typ je gegeben hat.

Historische Fotos beweisen: Es gab sie.

 

 

1950er-Jahre*

1970er-Jahre

 

 

moderner, überzüchteter Beardie

 

 

 

Anfragen nach Züchtern mit „ordentlichen“ Beardies erreichten uns.

Auf Nachfrage konnten wir eine Liste mit Züchtern herausgeben, die sich noch ihrer Verantwortung bewusst waren.

Ein paar Modezüchter wollten mit ihren überzüchteten Hunden auf diese Liste,

was wir selbstverständlich abgelehnt haben.

Von anderer Seite drohte man uns mit rechtlichen Schritten, weil man sich benachteiligt fühlte.

Nachvollziehbar, aber sehr schade war, dass verantwortungsvolle Züchter nicht auf die Liste wollten,

weil sie dadurch Nachteile bei Ausstellungen befürchteten: keine guten Beurteilungen keine Welpen.  

Andere trugen die Pokale nach Hause und verwiesen damit auf die „Qualität“ ihrer Hunde.

Mit der Zeit konnten wir sowieso kaum noch Züchter nennen, die jegliches „Modeblut“ in ihren Linien ablehnten.

Also schlossen wir die Züchterliste und richteten eine Webseite mit ausführlichen Erklärungen ein.

Man konnte für nichts mehr garantieren, weder für standardgerechtes, relativ pflegeleichtes Fell

noch für Gesundheit/Robustheit, Wesensfestigkeit (weder ängstlich noch aggressiv) und Intelligenz.

Die Genetik war nur noch in einzelnen Würfen vorhersehbar.

 

 

 

Immer mehr Zuschriften erreichten uns, in denen es um Probleme von überzüchteten Beardies ging.

Züchter warfen uns vor, nur die Beardies vom Idealtyp zu lieben;

aber es waren die anderen, die verdorbenen, denen wir viele Jahre lang Hilfe geleistet haben.

Um all der Fragen Herr zu werden, haben wir unsere Website um allgemeines Beardie-Wissen erweitert

und alles zusammengefasst unter www.beardedcollie.de, nachdem uns diese Domain angeboten worden war –

uns und nicht einem der Modezüchter, denen die Domain viel Geld wert gewesen wäre.

Es ist keine Überraschung, dass die Seiten über Fellpflege lt. Statistik am häufigsten aufgerufen werden …

 

 

 

 

Die Welpenzahlen gingen Jahr für Jahr zurück.

Unschöne Worte machten die Runde:

„zitternder Wollhaufen“, „explodiertes Sofakissen“, „Fellmonster“, „Wischmopp“, auch: „Wo ist vorne?“

Das sinkende Interesse an der Rasse war verständlich,

weil die Hunde immer pflegeintensiver wurden und obendrein kränker, mit einer geringeren Lebenserwartung.

Züchter hatten spekuliert, dass die „schönen“ überzüchteten Hunde Geld in ihre Kasse spülen.

Die „Modezucht“ hat die Nachfrage aber nicht gesteigert,

sondern die Überzüchtung hat die Rasse für Hundefreunde unattraktiv gemacht.

Die Rechnung von verantwortungslosen Züchtern,

„hübsche Sofahunde“ und „Prestigeobjekte“ zu liefern, ging nicht auf.

Die Statistik des Scheiterns ist offensichtlich.

 

 

„Einmal Beardie, immer Beardie? Nein!

Es ist die größte Liebe zur Rasse, überzüchtete Welpen nicht zu kaufen.“

 

 

Kaufverzicht als Tierschutz.

Jeder gekaufte Welpe hat nur Platz gemacht für den nächsten überzüchteten Hund, für neues Leid.

Das ist derselbe Mechanismus wie bei „Wühltischwelpen“, die man aus Mitleid kauft – oder nicht kauft.

Profitiert hat die Konkurrenz der Modezüchter:

Züchter, die sich ihrer Verantwortung bewusst waren bzw. einzelne Würfe hatten, die wir noch empfehlen konnten.

Die Nachfrage nach vernünftig gezüchteten Beardies war da.

 

Uns wäre die Zurückhaltung der Welpenkäufer bei überzüchteten Hunden sehr recht gewesen,

wenn die Züchter dann wenigstens wieder umgeschwenkt hätten auf den standardgerechten „alten Typ“.

Diesen Zeitpunkt haben sie verpasst.

Die genetischen Voraussetzungen fehlen jetzt.

Die niedrigen Welpenzahlen von heute sind letztlich nur das ferne Echo dessen,

was wir schon um das Jahr 2000 befürchtet hatten:

Die Rasse stirbt nicht an mangelndem Interesse, sondern sie ist nicht mehr in der Lage, gesund zu überleben.

 

 

„Ihr Archiv aus erwünschten Merkmalen ist vielleicht bald das Einzige,

was vom wahren Wesen des Bearded Collies übrig bleibt.“

 

 

Es war offensichtlich: Bereits um die Jahrtausendwende kamen die Bearded Collies an den Punkt,

dass Zuschauer am Ausstellungsring fragten: „Das ist aber nicht dieselbe Rasse, oder?“,

wenn man mit einem nicht überzüchteten, standardgerechten (!) Beardie am Ring stand.

Im Ausstellungsring brauchte man mit solch einem „armen Verwandten“ (ohne üppiges Fell) nicht anzutreten:

Keine Chance – die Richter wollten „schönes“ Fell sehen, hatten sie doch selbst nur noch solche Hunde ...

Nur die „Elite“ sorgt für Nachwuchs,

jedenfalls im VDH, der in seiner Vereinszeitschrift selbst schrieb, dass er die Verantwortung für die Zucht trägt.

Der VDH und der Club haben etliche Hinweise auf Missstände erhalten. Eine Antwort bekam niemand.

 

Im Großbritannien versuchte eine kluge Züchterin um die Jahrtausendwende einen Neustart

mit Einkreuzung von Arbeitsbeardies in ihre sorgfältig aufgebaute alte Linie.

Mit Showbeardies hätte sie die Vitalität, Nervenstärke, Intelligenz und das harsche Haar nicht erhalten können.

Allerdings duldete sie das Merle-Gen, das selbst bei sorgfältigen Verpaarungen nicht harmlos ist.

Ein paar dieser Hunde schafften den Sprung nach Mitteleuropa und haben hier für Nachwuchs gesorgt.

Schließlich musste die Züchterin aus Gesundheitsgründen aufgeben und sich von ihren geliebten Hunden trennen.

Ihr Schicksal ist eines der traurigsten und zugleich wichtigsten Kapitel der modernen Beardie-Geschichte.

Es zeigt den verzweifelten Versuch einer Kennerin, die Rasse vor ihrer eigenen „Schönheit“ zu retten.

 

deutscher Nachwuchs von einem Rüden aus der alten britischen Linie, geboren 2014

 

Züchter erzählten uns von Bearded Collies, die kaum noch eine Runde durch den Ausstellungsring schafften.

Berichtet wurde auch, dass Hunde bei Gewitter gar nicht erst aus dem Auto ausgeladen wurden,

denn ein zitterndes Nervenbündel hätte im Showring keinen guten Eindruck gemacht.

Eine andere Geschichte war ein zusammengebrochener Pflegetisch bei einer Ausstellung,

den ein Beardie psychisch nicht verkraftet hatte.

 

Bereits im Jahr 2009 fand man verantwortungsbewusste Züchter nicht „um die Ecke“,

musste man oft sehr weit fahren, um das genetisch Beste zu bekommen, was es noch gab.

Mehr denn je ist der Genpool der Beardies inzwischen biologisch am Ende.

Die Rasse hat keine ausreichende genetische Basis mehr, um aus sich selbst heraus zu gesunden.

In den Ahnentafeln trifft man immer wieder auf dieselben „Show-Giganten“.

Es ist bekannt, dass Engzucht massive Gesundheits- und Verhaltensprobleme verursacht.

Zuchtpartner können so verwandt sein wie Halbgeschwister, also mit einem gemeinsamen Elternteil:

Inzuchtkoeffizient 12,5 und höher.

Zum Vergleich: Cousin x Cousine (gemeinsame Großeltern) = IK 6,25. Auch das ist schon kritisch.

Die Zucht steckt in einer genetischen Sackgasse.

 

 

 

 

 

Diese Beardies wurden 1992, 1997, 2004 und 2009 nach sorgfältiger Züchterwahl gekauft. Im selben Haushalt wurden sie 15, 14, 13, 12 Jahre alt.

Eine persönliche Historie, ein statistisches Indiz in vier Hundeleben …

 

 

„Das ist die schmerzhafte Realität:

Wenn selbst ein Hund mit 50 % alten Genen und sorgfältiger Auswahl

kaum mehr über die 12-Jahre-Marke kommt, zeigt das,

wie tief die biologische Substanz erschüttert ist.

Früher waren 14, 15 oder gar 16 Jahre bei einem Bearded Collie keine Seltenheit.

Dass heute der 10. Geburtstag in Deutschland zum kritischen Alter geworden ist,

ist ein statistisches Desaster für eine mittelgroße Rasse.

Veterinäre nennen das Inzucht-Burnout.

Auch in Amerika kann man von einem hohen Alter nur noch träumen.“

 

 

Nun wird der Beardie vermutlich nur noch auf vereinzelten Farmen in Wales und Schottland überleben,

auf Arbeitstauglichkeit gezüchtet, nicht auf fragwürdige „Schönheit“.

Leider verkörpern auch sie nicht unbedingt mehr das, was man „erste Sahne“ nennen würde:

Manchmal stimmt der Körperbau nicht,

manchmal sehen sie aus wie Border-Collie-Mischlinge und haben den unerwünscht scharfen Hüteblick.

In Neuseeland soll es noch ein paar „purebred“ Beardies im Arbeitseinsatz geben,

meist kommen an Schafen aber Hunde mit Einkreuzungen zum Einsatz.

Dort bezeichnet man Farmbeardies und Showlinien als „verschiedene Welten“:

 

 

Link

 

Vielleicht verstehen die Züchter jetzt …

 

 

 

Das verlorene Erbe

Wunderbare Beardies haben uns viele Jahre lang begleitet.

In den letzten Jahrzehnten gab es allerdings auch zahlreiche „Sorgenkinder“,

die zwar auch auf ihre Art wunderbar waren, die aber immer wieder gezeigt haben, wie sehr die Rasse leidet.

Für den echten, standardgerechten Beardie gibt es keinen Ersatz.

 

Heutige Beardie-Züchter haben oft noch nie einen standardgerechten Beardie (vom „alten Typ“) gesehen.

Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen.

Wenige Züchter haben verzweifelt versucht, „gute alte Gene“ zu bewahren.

Die Rassebegründerin Mrs. Willison warnte bereits 1971 in ihrem Buch vor den Einflüssen der Show-Zucht.

 

Viel ging verloren.

(Für die folgende Aufzählung gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.)

 

Robustheit

harsches, kräftiges, mittellanges, wetterfestes, pflegeleichtes Fell

freie Sicht wegen knöcherner Wülste über den Augen: das Stirnhaar fällt zur Seite

 

Das Fell ist ein Indikator für das Gesamtsystem. Wenn das Fell „entgleist“ (seidig, überlang, üppig, wollig),

ist das oft ein Zeichen dafür, dass die gesamte hormonelle und genetische Steuerung des Hundes nicht mehr im Gleichgewicht ist.

Eine englische Züchterin beschrieb es so: „Die Fellentwicklung bleibt im 2. Lebensjahr stehen“ (in der Umhaarungsphase),

früher war Beardie-Fell erst im 3. oder 4. Lebensjahr „fertig“.

Ein Beardie mit „Show-Fell“ kann physisch gar nicht mehr korrekt arbeiten, da er sich überhitzt und in seiner Bewegung eingeschränkt ist.

Früher war Beardie-Fell nach 4 Wochen ohne Bürsten noch nicht verfilzt (natürlich sollte jeder Hund öfter gepflegt werden),

heute muss nahezu jeden Tag gebürstet und gekämmt werden, viele Stunden pro Woche.

Manch ein Beardie wird deshalb geschoren. Das war’s dann mit dem „hübschen Langhaarhund“, mit dem „Prestigeobjekt“.

Stirnhaar wird gekürzt oder mit Gummiband/Spange hochgebunden, damit der Beardie etwas sehen kann.

 

Vitalität

kraftvoll und gesund, aktiv, lange jugendlich

Gesundheit und Arbeitstauglichkeit gehen Hand in Hand. (Dr. Hellmuth Wachtel in „Hundezucht 2000“)

 

Überzüchtete Beardies sind teilweise schwerfällig, nicht leicht zu motivieren.

Krankheiten nehmen zu:

Nieren, Herz, Magen/Darm, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüsenunterfunktion, Autoimmunerkrankungen, Arthritis, Allergien, HD, ED, CEA …

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Ängstlichkeit und Schilddrüse (Hypothyreose),

die Schilddrüse wiederum hängt mit den Nieren zusammen (dem altbekannten Schwachpunkt der Rasse),

was unbehandelt zu Herzproblemen führen kann.

Verantwortungsvolle Züchter achten inzwischen genetisch auf seltene Haplotypen (Immunsystem),

doch das rettet die Rasse auch nicht mehr, weil das Fundament bereits kaputt ist.

Wesensfestigkeit

weder ängstlich noch aggressiv

hütetauglich

 

Bereits in den 1990er-Jahren fielen Beardies durch ihre Geräuschempfindlichkeit bei Kleinigkeiten auf, längst ist das fast „normal“.

Angst vor Schafen sollte ein Hütehund nicht haben, vor Gewitter auch nicht.

 

Intelligenz

gelehrig, leicht auszubilden

kann selbst entscheiden, kann Lösungen finden

 

Auch die Intelligenz blieb durch die Modezucht oft auf der Strecke. (Wie funktioniert eine Hundeklappe in der Hintertür?)

 

Beardies ohne überzüchtete Ahnen im Stammbaum

in allen Punkten – äußerlich und psychisch – dem Rassestandard entsprechend

 

Außerhalb von Arbeitslinien wird man vermutlich keinen Beardie ohne überzüchtete Ahnen mehr finden,

selbst die engagiertesten Züchter mussten Kompromisse machen.

Verpaarungen wurden zum genetischen Glücksspiel.

Es macht wenig Sinn, Beardies auf Arbeitstauglichkeit zu züchten, solange man Erbgut toleriert, das Probleme mitbringen kann.

Ein kranker und/oder ängstlicher Hütehund ist nun einmal nicht arbeitstauglich.

 

kräftige Welpen

Geburtsgewicht: 300 – 400 g bei normal großen Würfen von durchschnittlich 7 Welpen

 

Welpen im Bereich von 200 – 300 g

Erschreckende Zahlen gibt es aus Amerika (BeaCon Report 2025):

6 Wochen nach der Geburt waren 27,5 % der Welpen nicht mehr am Leben, davon die Hälfte Totgeburten.

Zahlen für Europa sind nicht bekannt, vermutlich ähnlich. Dunkelziffer bei den Eintragungen ins Zuchtbuch?

 

Größe

gemäß Rassestandard: Rüden 53 bis 56 cm, Hündinnen 51 bis 53 cm

 

Der ursprüngliche Standard von 1912 sah ca. 60 cm Schulterhöhe für Rüden vor.

Als die Hunde immer kleiner wurden, passte man 1964 den Standard den Hunden an.

Berichtet wird von Hündinnen mit 46 cm Schulterhöhe, manche wiegen nur noch 16 kg (vergleichbar mit einem Cocker Spaniel).

Wird man den Standard noch einmal den Hunden anpassen (auch was das Fell angeht), statt sich zu bemühen, ihn einzuhalten?

 

fester Stand

stabile Knochen, starke Muskeln, feste Sehnen und Bänder

 

Fast alle Beardies laufen heutzutage schon in jungen Jahren auf durchtrittigen Pfoten, auch im Ausstellungsring und als „Champions“.

 

 

breiter Kopf, sanfter Blick

gut pigmentierte, dunkle Augen (der Fellfarbe entsprechend)

freie Augen, so dass man den wachen, pfiffigen Blick sehen kann, der Souveränität und Intelligenz ausstrahlt

Hunde mit breitem Schädel gelten als ausgeglichen und nervenstark (hohe Reizschwelle).

Im Ursprungsland der Rasse betont der britische Rassestandard (Update 1.4.2025): „Augen weit auseinanderstehend“.

 

Ein schmaler Kopf mit engstehenden Augen ermöglicht nicht den „Schmelz im Blick“ (Dreieck Augen/Nase), den Rassekenner so sehr lieben.

Der sanfte Blick ist mehr als Geschmacksache, er ist ein biologisches Merkmal:

Ein schmaler Kopf führt oft zu Zahnproblemen: Fangzähne können im schmalen Kiefer in den Gaumen wachsen, müssen gezogen werden.

Ein schmaler Kopf steht für Nervosität, bei Hunden allgemein und auch innerhalb von Rassen.

 

kräftige Fellfarben

Gutes Pigment – auch an Lefzen, Lidrändern, Augen und Nase – ist ein Zeichen für Vitalität.

 

Die Rasse ist immer heller geworden. Schwarze und dunkelbraune Beardies sind sehr selten.

Züchter brachen sogar das Tabu, farbverdünnte Beardies (Blau, Fawn) miteinander zu verpaaren,

weil Welpen-Interessenten helle Hunde wollten.

 

irische Scheckung

 

Immer wieder gab es Beardies mit zu viel Weiß am Kopf, bis über die Ohren (solche Hunde können taub sein, vgl. Bobtails).

Züchter haben Welpen mit diesem Makel als „etwas Besonderes“ angepriesen.

Am Körper kam Piebald-Scheckung vor: weiße Flecken.

Der früher erwünschte große, weiße „Show-Kragen“ ist glücklicherweise immer mehr verschwunden.

 

Langlebigkeit

früher 15, 16, 17 Jahre

 

Heutzutage sterben viele jung. Mit 10 Jahren muss man schon sehr zufrieden sein.

Oft Krebs oder Autoimmunerkrankungen: SLO, IBD, AIHA, SLE, DLE, Morbus Addison …

Auch Schlaganfälle kommen vor.

 

Fröhlichkeit

aufmerksam, lebhaft, selbstbewusst und aktiv

 

Beardies mit üppigem Fell können bedrückt und belastet wirken.

Wird das Fell gekürzt und ausgedünnt, fühlen sie sich befreit, buchstäblich erleichtert und blühen auf.

Scheren schadet.

 

mehr Details / BeaCon:  jährliche Gesundheitsübersicht   2024    2025   (Amerika)

 

 

Abschied in Würde

Das Vermächtnis der Beardies:

Behaltet uns so in Erinnerung, wie wir einmal waren:

gesund, wesensfest, intelligent, pflegeleicht, sanft, fröhlich und liebenswert,

hübsch gezeichnet und manchmal sogar dreifarbig.

 

 

 „Nicht der Hund verlässt den Menschen,

sondern der Mensch verlässt eine Rasse, die durch menschliche Eitelkeit und Geldgier zerstört wurde.

Auch wenn die Züchter stärker waren als die sanften Hunde:

Am Ende siegt immer die Wahrheit.“

 

 

Unsere Website ist inzwischen weit mehr als eine Informationsquelle.

Sie bleibt als Archiv der Wahrheitsfindung.

Sie dokumentiert, dass es Menschen gab, denen das Wohl der Hunde wichtiger war als Ausstellungsrekorde.

Die sinkenden Zahlen in den Welpenstatistiken sind nur das Schlusslicht.

 

Was bleibt,

ist ein wehmütiger, dankbarer Blick zurück auf die gute alte Zeit,

auf die Beardies, die ihr Leben mit uns geteilt haben und die unsere Lehrer waren.

Was bleibt, ist auch der Rückblick auf eine Zeit, in der wir einige Welpen vom alten Typ

an Menschen vermitteln konnten, die zu Freunden wurden.

 

Wenn jemand geht, bleiben Spuren im Herzen,

und die gemeinsamen Momente werden zu liebevollen Erinnerungen.

 

 

 

 

 

© Liesel Baumgart, 2026

* KI-Zeichnungen von realen Bearded Collies