„Ihre Webseite ist ein wichtiges Dokument des Niedergangs der Rasse.“

 

Dieser Satz lässt uns erst einmal schlucken.

 

 

„Ihre Arbeit als Mahner ist heute wichtiger denn je,

da die Rasse statistisch gesehen auf einen Punkt zusteuert, an dem es kein Zurück mehr gibt,

weil die genetische Basis schlichtweg weggestorben ist.“

 

Die traurige Wahrheit ist: Der „Point of no Return“ ist längst überschritten.

Beardies, wie sie einmal waren und wie sie gemäß Rassestandard sein sollen,

wird es als gesamte Rasse nicht mehr geben.

Unsere Website wandelt sich deshalb

von einem praxisnahen Ratgeber zu einem digitalen Museum –

einem Archiv für die aufgegebene Idee, die Rasse in ihrer ursprünglichen Art zu erhalten:

 

 

 

Auf unseren Webseiten haben wir seit dem Jahr 2003

bewusst fast ausschließlich Bilder von standardgerechten Beardies gezeigt.

Unser Ziel war es, dass sich die erwünschten Merkmale der Rasse

im Gedächtnis der Betrachter einprägen, nicht das modische Zerrbild der Gegenwart.

 

 

„Ein Erbe auf Papier und Pixeln.

Wenn Menschen keine Bilder von gesunden, funktionalen Beardies mehr sehen,

vergessen sie, wie die Rasse eigentlich sein sollte.“

 

 

Beardies, wie sie nach dem Rassestandard nicht sein sollen,

sieht man zur Genüge auf den Portalen moderner Züchter –

mit üppigem, teilweise fast bodenlangem Fell,

mit schmalen Köpfen und engstehenden Augen und mit durchtrittigen Pfoten.

 

Wir lehnen es ab, unsere Webseiten mit Fotos von überzüchteten Bearded Collies zu aktualisieren,

nur um der heutigen veränderten Realität zu entsprechen.

Jedem Welpenkäufer soll bewusst sein, dass eine verdorbene Hunderasse nicht normal ist,

weil sie vom immer noch gültigen Rassestandard abweicht.

Unsere Fotos bewahren die Erinnerung an jenen sanften, pfiffigen und klaren Blick,

den heutige Welpenkäufer oft gar nicht mehr kennenlernen können.

Ein Hund, der seine Funktionalität und Cleverness verloren hat,

der bei Gewitter oder alltäglichen Umweltreizen in Panik gerät,

der in jungen Jahren an schweren Krankheiten leidet und oft vor dem 10. Geburtstag stirbt,

ist kein Hütehund mehr – er ist ein lebenslanger Pflegefall.

… und viele Züchter meinen immer noch, alles sei in bester Ordnung.

 

 

„Ein Hund, der unter seiner fragwürdigen Schönheit erstickt,

 der nicht alt wird und an Persönlichkeit verliert, ist ein teurer, tragischer Irrtum.“

 

 

 

 

Chronik

Das Jahr 2000: Der Versuch, die Wahrheit totzuschweigen

Bereits im Jahr 2000 warnte ein Buch ausdrücklich vor der Zerstörung der Rasse.

Die Reaktion der „Szene“ war bezeichnend:

Züchter reagierten mit Empörung („Nestbeschmutzer!“).

Der Rasseclub versuchte, die Autorin auszuschließen

(sie kam dem Ausschluss durch eine eigene Kündigung zuvor).

Es war der klassische Versuch, die Überbringerin schlechter Nachrichten mundtot zu machen,

um das lukrative Geschäftsmodell der Schönheitszucht nicht zu gefährden.

Nur sehr wenige Züchter erkannten damals den Ernst der Lage

und versuchten zu retten, was an ursprünglichen Genen noch vorhanden war.

 

 

 

Interessengemeinschaft

Coming Home

zum Erhalt des echten

Bearded Collies

 

 

 

Das Jahr 2003: Die Interessengemeinschaft „Coming Home“

„Coming Home“ wurde ins Leben gerufen,

eine Interessengemeinschaft zum Erhalt des echten Bearded Collies:

standardgerecht, nach dem Idealbild der Rasse.

„Eine Idee weiter“ als die Züchter wollten wir sein,

um den Welpen-Interessenten eine klare Perspektive zu bieten.

Doch das Schlagwort vom „alten Typ“

(„old-type Beardie“ sagte man schon damals in Großbritannien)

wirkte auf die Mehrheit der Züchter und Ausstellungsrichter wie ein rotes Tuch.

Einige gingen sogar so weit, die Existenz des ursprünglichen Typs zu leugnen,

obwohl Bilddokumente das Gegenteil beweisen.

 

Das Jahr 2006: Ein zweiter Rasseclub – ohne uns

Die Gründungsmitglieder wollten sich vom ersten Club abgrenzen.

Im Vorfeld hatte uns eine beteiligte Züchterin kontaktiert, um uns mit ins Boot zu holen.

Wir lehnten ab. Stets haben wir uns gegen eine Spaltung der Rasse ausgesprochen.

Eine Spaltung bedeutet, die nicht standardgerecht gezüchteten Hunde im Stich zu lassen.

Außerdem muss es selbstverständlich sein, dass der Rassestandard für alle Hunde gilt.

Der ethisch richtige Weg konnte nur sein,

an die Einsicht der Modezüchter zu appellieren und die Welpen-Interessenten aufzuklären.

·          Von Abgrenzung konnte bald keine Rede mehr sein.

·          Der Fokus auf den ursprünglichen Beardie-Typ wurde bestritten.

·          Mit unserer Interessengemeinschaft „Coming Home“ wollte man nichts zu tun haben.

Positiv zu bewerten ist, dass die Registrierung von Beardies ohne Ahnentafel ermöglicht wurde,

ebenso die Registrierung von Hunden mit einer Ahnentafel ohne VDH/FCI Anerkennung.

 

Das Jahr 2011: Beardie-Wissen als Hilfe

Von dem Betreiber eines Beardie-Forums, der „die Nase voll“ hatte,

wurde uns die Domain www.beardedcollie.de gezielt angeboten –

nicht Modezüchtern, die sicherlich bereit gewesen wären, viel Geld dafür zu zahlen.

Um der Flut der Zuschriften gerecht zu werden,

die uns von verzweifelten Haltern überzüchteter Beardies erreichte,

bündelten wir unter dieser Domain unser Beardie-Wissen.

Während Züchter uns vorwarfen, wir würden „nur den alten Typ lieben“,

waren wir es, die über Jahre hinweg unzähligen Besitzern von ängstlichen und kranken Beardies

mit unserem Fachwissen beratend zur Seite gestanden haben –

zum Wohl der Hunde, aus Liebe zur Rasse, unentgeltlich.

Dass die Statistiken unserer Website bis heute Monat für Monat bei den Themen

zur aufwendigen Fellpflege die höchsten Klick-Zahlen aufweisen, spricht eine eigene Sprache.

 

 

 

 

1950er-Jahre*

1970er-Jahre

 

 

moderner, überzüchteter Beardie

 

 

 

Das Dilemma mit der Züchterliste

Anfragen nach Züchtern mit „ordentlichen“ Beardies erreichten uns.

Wir führten eine Liste von Züchtern, die sich ihrer Verantwortung noch bewusst waren –

sowohl gesundheitlich als auch historisch.

Diese Liste stellten wir den Welpen-Interessenten individuell zur Verfügung.

Züchter bekamen das mit.

Die Reaktionen zeigten die tiefe Spaltung der Rassewelt:

·          Einflussnahme:

Modezüchter versuchten, mit ihren überzüchteten Hunden auf die Liste zu gelangen,

was wir konsequent ablehnten.

·          juristischer Druck:

Von anderer Seite wurde uns mit rechtlichen Schritten wegen vermeintlicher Benachteiligung gedroht.

·          Angst vor Sanktionen:

Besonders tragisch war, dass verantwortungsvolle Züchter aus Sorge vor Repressalien

nicht auf der Liste erscheinen wollten.

Sie befürchteten schlechte Bewertungen auf Zuchtschauen durch linientreue Richter,

was einem wirtschaftlichen und züchterischen Ausschluss gleichgekommen wäre:

keine guten Bewertungen keine Zuchtzulassung keine Welpen.

Ohnehin waren die Chancen auf „Vorzüglich“-Bewertungen immer mehr gesunken,

wenn ein Beardie ohne standardwidriges (!) üppiges, langes Fell ausgestellt wurde.

Andere Züchter trugen die Pokale nach Hause und verwiesen damit auf die „Qualität“ ihrer Hunde.

Weil es zu diesem Zeitpunkt ohnehin fast keine Zuchtlinien ohne Einfluss von „Modeblut“ mehr gab,

schlossen wir die Züchterliste und richteten eine Aufklärungsseite ein.

Inzwischen konnte kaum noch jemand für standardgerechtes, relativ pflegeleichtes Fell,

für gesundheitliche Robustheit, für Wesensfestigkeit (weder ängstlich noch aggressiv)

oder für die einst rassetypische Intelligenz garantieren.

Die Genetik war nur noch in einzelnen Würfen kalkulierbar.

 

 

 

Die Statistik des Scheiterns

 

 

Immer deutlicher zeichnete sich das Resultat der Ignoranz zahlreicher Züchter ab:

Die Welpenzahlen für Beardies, die der VDH in seiner Statistik meldete, gingen kontinuierlich zurück 

auf fast nur noch die Hälfte in 10 Jahren, deutlicher als der Durchschnitt aller Rassen (2010 bis 2024).

In der Öffentlichkeit machten degradierende Begriffe die Runde:

„zitternder Wollhaufen“, „explodiertes Sofakissen“, „Wischmopp“, „Wollbär“, auch: „Wo ist vorne?“

Das sinkende Interesse an Bearded Collies war die logische Konsequenz einer Zucht,

die die Hunde immer pflegeintensiver, anfälliger und kurzlebiger werden ließ.

Die Spekulation der Modezüchter, durch extreme optische Merkmale finanziellen Gewinn zu erzielen,

schlug ins Gegenteil um: Die Überzüchtung hat die Rasse für echte Hundefreunde unattraktiv gemacht.

Die Rechnung jener Züchter, die „hübsche Sofahunde“ und „Prestigeobjekte“ verkaufen wollten, ging nicht auf.

Die Statistik des Scheiterns ist offensichtlich.

 

 

„Einmal Beardie, immer Beardie? Nein!

Es ist die größte Liebe zur Rasse, überzüchtete Welpen nicht zu kaufen.“

 

 

Kaufverzicht als aktiver Tierschutz

Jeder Kauf eines überzüchteten Welpen schafft Platz für den nächsten Welpen mit genetischem Leid.

Das ist derselbe Mechanismus, der den illegalen Welpenhandel antreibt, wenn Mitleidskäufe das System stabilisieren.

Es ist allerdings oft schwierig, einem niedlichen Beardie-Welpen zu widerstehen …

Immer wieder haben wir für Welpen-Interessenten Ahnentafeln von Würfen analysiert,

nachdem sie euphorisch geglaubt hatten, doch noch eine Zucht mit standardgerechten Beardies entdeckt zu haben.

Wer sich mit den Namen in den Ahnentafeln nicht auskennt, weiß ja nicht, was dahinterstecken kann.

Viele fanden es schwierig, Unterschiede zu erkennen: „Die sehen ja alle gleich aus!“ Ja, fast alle.

Manchmal wurde ein überzüchteter Welpe trotz unserer Warnung gekauft –

und landete später als „Problemfall“ bei uns, mit Worten wie: „Hätten wir doch nur auf Sie gehört!“

Profitiert hat letztlich die Konkurrenz der Modezüchter:

Züchter, die sich ihrer Verantwortung bewusst waren bzw. die einzelne, noch empfehlenswerte Würfe hatten.

Die Nachfrage nach vernünftig gezüchteten Beardies war da.

Der „Bruder“ Border Collie verzeichnete in 10 Jahren keinen Rückgang, sondern sogar einen leichten Zuwachs …

 

Uns wäre die Zurückhaltung der Welpenkäufer bei nicht standardgerechten Hunden sehr recht gewesen,

wenn die Züchter dann wenigstens den Bewusstseinswandel geschafft hätten,

um die Kursumkehr einzuleiten: zurück zum standardgerechten echten Bearded Collie.

Diesen Zeitpunkt haben sie verpasst.

Die genetischen Ressourcen dafür sind unwiederbringlich verloren.

Die niedrigen Welpenzahlen von heute sind letztlich nur das ferne Echo dessen,

was wir schon um das Jahr 2000 befürchtet hatten:

Die Rasse stirbt nicht an mangelndem Interesse, sondern sie wurde züchterisch so fehlgeleitet,

dass sie nicht mehr gesund und angstfrei überleben kann.

 

 

„Ihr Archiv aus erwünschten Merkmalen ist vielleicht bald das Einzige,

was vom wahren Wesen des Bearded Collies übrig bleibt.“

 

 

Unglückliche Rollenverteilung

Bereits um die Jahrtausendwende war die Entfremdung offensichtlich:

Stand man mit einem standardgerechten (!), nicht überzüchteten Bearded Collie neben dem Ausstellungsring,

fragten Zuschauer irritiert: „Das ist aber nicht dieselbe Rasse, oder?“

Im Ausstellungsring brauchte man mit einem Beardie ohne üppiges Fell nicht anzutreten,

er wurde von Züchtern mit Worten wie „der arme Verwandte“ und „der arme Vetter vom Land“ bedacht.

Bei Ausstellungsrichtern hätte man keine Chance auf eine gute Bewertung gehabt.

Sie bemängelten „schlechten Pflegezustand“, der mit dem Körperbau nichts zu tun hat –

schon fand man sich mit seinem urigen Beardie am Ende der Reihe wieder.

Die meisten Richter wollten „schönes“ üppiges, langes Fell sehen,

hatten sie doch in ihren eigenen Zuchtlinien nur noch solche Hunde.

 

 

„Da hat man den Wolf zum Schäfer gemacht.“

 

 

Richter, die sich dem Beardie verpflichtet fühlten, sahen sich zu Zugeständnissen genötigt:

„Sonst laden sie mich nicht wieder ein und ich verliere meinen Einfluss auf die Rasse ganz.“

Ein Zuchtrichter, der für objektive Beurteilung bekannt war, wurde von gewissen Züchtern gemieden:

Die Meldezahl war auffallend gering.

Ein geschlossenes System, in dem nur die „Elite“ für Nachwuchs sorgt –

jedenfalls im VDH, der in seiner Vereinszeitschrift selbst einmal geschrieben hatte,

dass er die Verantwortung für die Zucht trägt.

Der VDH und der Club haben etliche schriftliche Hinweise auf Missstände erhalten. Eine Antwort bekam niemand.

 

Würde man standardgerechte Beardies

im Ausstellungsring sehen,

würden echte Beardie-Liebhaber jubeln.

Die „Wahrheit der anderen“ …

Nicht standardgerechtes Fell ist für Laien offensichtlich.

 

Eine Fotofreigabe würde uns niemand geben.

Einen Eindruck der Haarfülle gibt ein Film

mit „Rassebesten“ der Crufts-Show aus 5 Jahren.

 

Ein Rettungsversuch

In Großbritannien versuchte eine engagierte Züchterin um die Jahrtausendwende einen Neustart

durch gezielte Einkreuzung von Arbeitsbeardies in ihre sorgfältig aufgebaute alte Linie.

Die Vitalität, Nervenstärke, Intelligenz und das harsche Haar ihrer Bearded Collies

hätte sie mit Zuchtpartnern aus Show-Linien nicht erhalten können.

Allerdings brachte dieser Rettungsversuch neue genetische Risiken mit sich: das Merle-Gen,

das selbst bei sorgfältigen Verpaarungen nicht harmlos ist.

Ein paar dieser Hunde schafften den Sprung nach Mitteleuropa und hinterließen ihre genetischen Spuren.

Doch ein einzelner Versuch kann das globale Verschwinden einer genetischen Basis nicht aufhalten.

Nach wenigen Jahren musste die Züchterin aus Gesundheitsgründen aufgeben

und sich von ihren geliebten Hunden trennen.

Ihr Schicksal ist eines der traurigsten und zugleich wichtigsten Kapitel der modernen Beardie-Geschichte.

Es dokumentiert den verzweifelten Versuch einer Kennerin,

die Rasse vor den fatalen Folgen ihrer eigenen unnatürlichen „Schönheit“ zu retten.

 

Nachwuchs von einem Rüden aus der alten britischen Linie,

2014 in Deutschland geboren

 

Degeneration

Wie weit die anatomische und psychische Degeneration vor Jahren schon fortgeschritten war,

zeigten uns Berichte von Züchtern.

·          Sie erzählten uns von Bearded Collies, die physisch kaum noch in der Lage waren,

eine einzige Runde im Ausstellungsring zu laufen.

·          Bei herannahendem Gewitter wurden Beardies gar nicht erst aus dem Auto ausgeladen,

denn ein zitterndes Nervenbündel hätte das Bild des perfekten Show-Hundes zerstört.

·          Eine andere Tragödie betraf einen zusammengebrochenen Pflegetisch bei einer Ausstellung:

ein Vorfall, den ein psychisch stabiler Hund wegsteckt, der den betroffenen Beardie aber traumatisierte.

 

Die genetische Sackgasse

Bereits im Jahr 2004 fand man verantwortungsbewusste Züchter längst nicht mehr „um die Ecke“.

Welpen-Interessenten mussten oft sehr weit fahren, um das genetisch Beste zu bekommen,

das überhaupt noch existierte.

Heute – mehr als 20 Jahre später – ist der Genpool der Beardies als Familienhunde biologisch am Ende.

Der Rasse fehlt die kritische Masse an gesunder und standardgemäßer Substanz,

um sich aus sich selbst heraus zu regenerieren.

Die moderne Show-Zucht hat sich in eine genetische Sackgasse manövriert.

In den Ahnentafeln stößt man unweigerlich immer wieder auf dieselben „Show-Giganten“.

Es ist ein biologisches Gesetz, dass Engzucht massive Gesundheits- und Verhaltensprobleme nach sich zieht.

·          Heutige Zuchtpartner können so eng miteinander verwandt sein wie Halbgeschwister (1 gemeinsamer Elternteil),

mit einem Inzuchtkoeffizienten (IK) von 12,5 und höher.

Zum Vergleich:

·          Cousin x Cousine gilt bereits als kritisch (auch bei Menschen): IK 6,25.

·          Schon ein gemeinsamer Großelternteil wurde bei Hunde-Paarungen früher nur ausnahmsweise toleriert,

„um die Linie zu festigen“: IK 3,125.

Der IK bezeichnet die Möglichkeit, dass gleiche Gene zusammenkommen: 

je höher die Prozentzahl, desto eher kommt es zu gesundheitlichen Schäden.

Da aber nur 5 Generationen berechnet werden, wird selbst bei einem IK von 0 % leicht übersehen,

dass bei einer DNA-Messung (genomischer IK) der tatsächliche Inzuchtgrad erschreckend hoch sein kann.

Je weiter man im Stammbaum zurückgeht, desto mehr steigt der IK.

Die Hunde sind quasi kollektiv verwandt –

und sie spüren das, Beardies begrüßen einander seit Jahrzehnten wie alte Freunde.

Der IK ist allerdings ein statistischer Risikowert, kein automatisches Krankheitsurteil.

Ein Hund kann trotz Engzucht genetisches Glück haben,

wenn bei den verdoppelten Genen schlicht keine schweren Defekte vorlagen –

wie eine Zeitlang bei vitalen, wenig beeinflussten ostdeutschen Linien. 

 

 

 

 

Zeitzeugnis:

Diese Beardies wurden 1992, 1997, 2004 und 2009 nach sorgfältiger Züchterwahl gekauft. Im selben Haushalt wurden sie 15, 14, 13, 12 Jahre alt.

Eine persönliche Historie, ein statistisches Indiz in vier Hundeleben …

 

 

„Das ist die schmerzhafte Realität:

Wenn selbst ein Hund mit 50 % alten Genen trotz sorgfältiger Auswahl

kaum mehr über die 12-Jahre-Marke kommt, zeigt das,

wie tief die biologische Substanz erschüttert ist.

Früher waren 14, 15 oder gar 16 Jahre bei einem Bearded Collie keine Seltenheit.

Dass heute bereits der 10. Geburtstag in Deutschland zum kritischen Alter geworden ist,

ist ein statistisches Desaster für eine mittelgroße Rasse.

Veterinäre nennen das Inzucht-Burnout.

Auch in Amerika kann man von einem hohen Alter nur noch träumen.“

 

 

Nun wird der Beardie vermutlich nur noch vereinzelt auf Farmen in Wales und Schottland überleben,

auf Arbeitstauglichkeit gezüchtet, nicht auf eine künstliche Ästhetik.

Einige Beardie-Liebhaber und auch Züchter waren bereit,

die Mühen von Reisen nach Großbritannien auf sich zu nehmen,

um ihren Traumhund aus einer Arbeitslinie zu bekommen;

doch selbst dieser Zweig verkörpert nicht mehr uneingeschränkt das historische Ideal.

Gelegentlich zeigen sich anatomische Mängel, optische Annäherungen an Border Collies

oder der für Bearded Collies untypische scharfe Hüteblick.

In Neuseeland soll es noch ein paar reinrassige („purebred“) Farm-Beardies geben,

meist kommen an Schafen aber Hunde mit Einkreuzungen zum Arbeitseinsatz.

In der Praxis liegen auch dort zwischen Farm- und Showlinien Welten.

 

Vielleicht verstehen die Züchter jetzt …

 

 

 

Das verlorene Erbe

Vieles hätte bewahrt werden können.

Wunderbare Beardies haben uns viele Jahre lang begleitet.

In den letzten Jahrzehnten gab es allerdings auch zahlreiche „Sorgenkinder“,

die zwar auch auf ihre Art wunderbar waren, die aber immer wieder gezeigt haben,

wie sehr die Rasse unter den züchterischen Fehlentscheidungen leidet: „Inzuchtdepression“.

Für den echten, standardgerechten Beardie gibt es keinen Ersatz.

 

Heutige Beardie-Züchter haben oft noch nie einen echten Bearded Collie zu Gesicht bekommen,

standardgerecht und somit dem „alten Typ“ entsprechend.

Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen …

Längst geht es um sehr viel mehr als um langes, üppiges Fell.

Wenige Züchter haben verzweifelt versucht, „gute alte Gene“ zu bewahren.

Die mahnenden Worte der Rassebegründerin Mrs Willison,

die bereits 1971 in ihrem Buch vor den zerstörerischen Einflüssen der Showzucht warnte,

wurden weltweit von der Mehrzahl der Züchter ignoriert.

 

Die nachfolgende Bilanz zeigt den Verlust der ursprünglichen Rassemerkmale auf

(Ausnahmen bestätigen die Regel):

 

Robustheit und Fellqualität

harsches, kräftiges, mittellanges, wetterfestes, pflegeleichtes Fell

knöcherne Wülste über den Augen, die dafür sorgen, dass das Stirnhaar zur Seite fällt und dass freie Sicht möglich ist

 

Die Fehlentwicklung:

Das Fell ist der Spiegel des Gesamtsystems.

Ein Entgleisen der Haarstruktur hin zu seidigen, überlangen, üppigen und wolligen Texturen signalisiert,

dass die hormonelle und genetische Steuerung des Hundes aus dem Gleichgewicht geraten ist (Details zum Zusammenhang).

Eine englische Züchterin beschrieb es so: „Die Fellentwicklung bleibt im 2. Lebensjahr stehen“, in der Umhaarungsphase.

Früher war das korrekte Beardie-Fell erst im 3. oder 4. Lebensjahr voll ausgereift.

Ein Beardie mit modernem Show-Fell kann physisch nicht mehr so ausdauernd wie früher arbeiten,

da er sich überhitzt und in seiner Bewegung eingeschränkt ist.

Dasselbe gilt in Privathand bei langen Spaziergängen sowie als Fahrrad- oder Reitbegleiter.

Stirnhaare müssen gekürzt oder mit Gummiband/Spange hochgebunden werden, damit der Beardie etwas sehen kann.

Während das Fell des alten Typs selbst nach 4 Wochen ohne Bürsten nicht verfilzte (natürlich sollte jeder Hund öfter gepflegt werden),

fordert die heutige Textur und Fülle einen immensen Pflegeaufwand: viele Stunden pro Woche, oft täglich.

Die Folge: Viele Besitzer kapitulieren und lassen ihre Hunde scheren – was zu neuen Problemen führen kann.

Das war’s dann mit dem „hübschen Langhaarhund“, mit dem „Prestigeobjekt“.

 

Vitalität und Gesundheit

kraftvoll und gesund, agil, bis ins Alter jugendlich

 

Gesundheit und Arbeitstauglichkeit gehen Hand in Hand.

Der Kynologe Dr. Hellmuth Wachtel beschrieb das treffend in seinem Buch „Hundezucht 2000“.

Der britische Kennel Club fordert für alle Hunde „fit for function“.

 

Die Fehlentwicklung:

Überzüchtete Beardies wirken oft schwerfällig, lethargisch, nicht leicht zu motivieren.

Die Liste chronischer Erkrankungen ist lang:

Probleme machen vor allem Nieren, Herz, Magen/Darm, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüsenunterfunktion, Autoimmunerkrankungen, Arthritis, Allergien, Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), OCD (Osteochondrosis dissecans), Collie Eye Anomaly (CEA).

Es gibt einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Ängstlichkeit und Schilddrüse (Hypothyreose),

die Schilddrüse wiederum hängt mit den Nieren zusammen (dem altbekannten Schwachpunkt der Rasse),

was unbehandelt zu Herzproblemen führen kann.

Der Verlust der genetischen Vielfalt zeigt sich auch bei geschwächter Immunabwehr.

Dass fortschrittliche Züchter heute versuchen, über seltene Haplotypen das Immunsystem genetisch zu stabilisieren,

ist ein Tropfen auf den heißen Stein: Das biologische Fundament ist bereits zerstört.

Wesensfestigkeit und Arbeitstauglichkeit

zuverlässig und intelligent, weder ängstlich noch aggressiv

hütetauglich

Ein korrekt veranlagter Beardie kann sowohl hüten als auch treiben und bewachen/schützen.

 

Die Fehlentwicklung:

Bereits in den 1990er-Jahren fielen Beardies durch ihre Geräuschempfindlichkeit bei alltäglichen Kleinigkeiten auf.

Mittlerweile ist das fast zur Norm geworden.

Angst vor Schafen sollte ein Hütehund nicht haben, vor Gewitter und Regen auch nicht (mit einem nicht mehr wetterfesten Fellmantel).

Interesse an Schafen ist oft kaum noch vorhanden, aber Fahrzeuge werden „gehütet“ (gefährlich!).

Nur wenige Hirtenhundrassen vereinen die Eigenschaften aller Herdengebrauchshunde,

sind als Hütehunde, Treibhunde und Herdenschutzhunde einsetzbar (Berner Sennenhunde und Rottweiler gehören dazu);

deshalb hätte dieses seltene Erbe unbedingt bewahrt werden sollen.

 

Es ist selbstverständlich, dass ein „arbeitswütiger“ Hütehund nicht ins Wohnzimmer gehört.

Diese Argumentation der Züchter lässt außer Acht, dass Beardies auf Farmen ganz normale Familienhunde sind,

keineswegs ständig so „unter Strom“, wie man es von Border Collies kennt (Quelle: Krämer, „Beardie Revue“ vom Juni 2008).

Auch Hunde, die in diesem Jahrhundert geboren wurden und noch dem Rassestandard entsprachen,

haben bewiesen, dass ein Beardie ein normaler Familenhund ist und kein „Arbeitsjunkie“ –

vorausgesetzt, er bekommt täglich die Bewegung, die ein mittelgroßer Hund braucht.

 

Intelligenz

gelehrig, leicht auszubilden

kann selbst Entscheidungen treffen und Lösungen für Probleme finden

 

Die Fehlentwicklung:

Im Zuge der Selektion blieb die kognitive Leistungsfähigkeit oft auf der Strecke.

Wenn ein Hund bereits an der einfachen Logik einer Hundeklappe in der Hintertür scheitert, zeigt das den Verlust von „Köpfchen“.

 

genetische Reinheit

Hunde ohne überzüchtete Ahnen im Stammbaum,

die sowohl physisch als auch psychisch in jedem Punkt dem Rassestandard entsprechen

 

Die Fehlentwicklung:

Außerhalb reiner Arbeitslinien hat man es sehr schwer, noch einen Beardie zu finden,

in dessen Ahnentafel nicht das Erbe der Showzucht auftaucht.

Selbst die engagiertesten Züchter mussten Kompromisse machen.

Verpaarungen wurden zum genetischen Glücksspiel.

Es bleibt unlogisch, Beardies auf Arbeitstauglichkeit selektieren zu wollen, solange man Erbgut toleriert, das Probleme mitbringen kann.

Ein kranker und/oder ängstlicher, mit üppigem Fell belasteter Hütehund ist faktisch nicht arbeitstauglich.

 

kräftige, vitale Welpen

Geburtsgewicht: 300 – 400 g bei normal großen Würfen von durchschnittlich 7 Welpen

 

Die Fehlentwicklung:

Welpen im Bereich von 200 – 300 g

Alarmierende Zahlen gibt es aus Amerika (BeaCon Report 2025):

6 Wochen nach der Geburt waren 27,5 % der Welpen nicht mehr am Leben, die Hälfte von ihnen kam als Totgeburt zur Welt.

Offizielle Zahlen für Europa fehlen (oder sind nicht einsehbar), die Realität dürfte jedoch ähnlich aussehen.

Die Dunkelziffer bei den offiziellen Zuchtbucheintragungen bleibt ein kritisches Geheimnis.

 

Größe

gemäß Rassestandard: Rüden 53 bis 56 cm, Hündinnen 51 bis 53 cm

 

Die Fehlentwicklung:

Der ursprüngliche Standard von 1912 sah eine Schulterhöhe von rund 60 cm für Rüden vor.

Als die Hunde immer kleiner gezüchtet wurden, passte man 1964 kurzerhand den Standard den Hunden an,

was die Rassebegründerin Mrs Willison sehr bedauerte.

Inzwischen wird von Hündinnen berichtet, die eine Schulterhöhe von gerade einmal 46 cm aufweisen;

wir sahen ähnlich kleine Hündinnen auch selbst.

Manche Hündinnen wiegen nur noch 16 kg (vergleichbar mit einem Cocker Spaniel), manche Rüden unter 20 kg.

Es steht zu befürchten, dass der Rassestandard in Zukunft ein weiteres Mal nach unten angepasst wird,

statt dass die Clubs und der VDH die Einhaltung des eigentlichen Ideals einfordern.

 

fester Stand

stabile Knochen, starke Muskeln, feste Sehnen und Bänder

 

Die Fehlentwicklung:

Heute laufen fast alle Beardies bereits in jungen Jahren auf durchtrittigen Pfoten –

eine Schwäche, die selbst im Ausstellungsring und bei hoch dekorierten „Champions“ keine Beachtung findet.

Ausstellungsrichter sollten das auch unter viel Fell erkennen, während die Pfoten kaum sichtbar sind.

Wenn die Fußsohlen auf dem Boden aufliegen, stimmen die Proportionen nicht mehr.

 

 

breiter Kopf, sanfter Blick

Ein markantes Erbe des alten Beardie-Typs war sein breiter Kopf

und jener unvergleichlich sanfte Blick aus gut pigmentierten Augen (der Fellfarbe entsprechend).

Es waren freie Augen, die den wachen, pfiffigen Blick des Hundes unverstellt zeigten –

ein Blick, der sowohl Freundlichkeit und Loyalität als auch tief verwurzelte Souveränität und Intelligenz ausstrahlte.

 

Kynologisch ist bekannt: Hunde mit einem breitem Schädel gelten als mental ausgeglichen und nervenstark.

Im Ursprungsland der Rasse trägt man dieser Anatomie Rechnung:

Der britische Rassestandard, der internatioinal gilt, betont unmissverständlich:

„Augen weit auseinanderstehend, weich und liebevoll“ („eyes set widely apart and large, soft and affectionate“) und

„viel Raum fürs Gehirn“ („plenty of brain room”).

 

Die Fehlentwicklung:

Schmale Köpfe gibt es bereits sehr lange.

Ein schmaler Kopf mit engstehenden Augen raubt dem Hund den früher typischen „Schmelz im Blick“, den Rassekenner so sehr lieben

(harmonisches Dreieck zwischen Augen und Nasenschwamm).

Dieser sanfte Ausdruck ist weit mehr als reine Geschmacksache, er ist ein essenzielles biologisches Merkmal:

Die Verengung des Kopfes führt in der Praxis zu gesundheitlichen Defiziten:

-       Zahn- und Kieferprobleme

Wegen des schmalen Kiefers wachsen die Fangzähne häufig schmerzhaft in den Gaumen und müssen gezogen werden.

-       psychische Instabilität

Ein schmaler Kopf wird in der Kynologie mit Nervosität und Hyperaktivität in Zusammenhang gebracht.

Besitzer solcher Hunde nennen das „hibbelig“.

Auch helle Augen lassen den „Schmelz“ vermissen.

 

kräftige Fellfarben

Gutes Pigment – auch an Lefzen, Lidrändern, Augen und Nasenschwamm – gilt als sichtbares biologisches Zeichen für Vitalität.

 

Die Fehlentwicklung:

Im Zuge der Show-Selektion wurde die Rasse aufgehellt.

Häufig fehlt Pigment an den erwünschten Stellen, man sieht dort rosa Flecken.

Beardies, die nach abgeschlossener Fellentwicklung tiefschwarz bzw. dunkelbraun daherkommen, sind heute zu einer Seltenheit degradiert.

Züchter brachen sogar das genetische Tabu, farbverdünnte Beardies (Blau, Fawn) miteinander zu verpaaren –

einzig, um den modischen Wunsch von Welpenkäufern nach hellen, „attraktiven“ Hunden zu bedienen:

In den Köpfen steckt immer noch die unbegründete Angst vor dunklen Hunden.

Kenner wählen bewusst pigmentstarke Hunde.

 

irische Scheckung

Auch sie steht für Vitalität.

 

Die Fehlentwicklung:

Immer wieder traten in den Zuchten Welpen mit einem gefährlichen Übermaß an Weiß im Kopfbereich auf,

das sich bis über die Ohren erstreckte. Analog zum Bobtail droht solchen Hunden Taubheit.

Profitorientierte Züchter haben Welpen mit diesem Makel dreist als „etwas Besonderes“ angepriesen.

Auch am Körper kam es zu unerwünschten Piebald-Scheckungen (weißen Flecken).

Der ehemals forcierte, übermäßig große, weiße „Show-Kragen“ ist glücklicherweise als Trend wieder zurückgegangen.

 

Langlebigkeit

früher 15, 16, 17 Jahre:

eine Lebenserwartung, wie man sie eher von kleinen Hunden kennt

 

Die Fehlentwicklung:
Heutzutage sterben erschreckend viele Bearded Collies in jungen Jahren.

Erreicht ein moderner Beardie das 10. Lebensjahr, muss man als Besitzer bereits dankbar sein.

Oft hört man von Krebs und Autoimmunerkrankungen: SLO, IBD, AIHA, SLE, DLE, Morbus Addison …

Auch Schlaganfälle und Diabetes kommen vor.

Es ist ein gesundheitliches Desaster.

 

Fröhlichkeit und Lebensqualität

von Natur aus aufmerksam, lebhaft, selbstbewusst und aktiv

 

Die Fehlentwicklung:

Beardies mit Massen von modernem Show-Fell wirken oft bedrückt, lethargisch und in ihrer Lebensfreude massiv eingeschränkt.

Manche schnaufen unter der Last des üppigen Fells bereits nach kurzen Laufstrecken so sehr, dass man sie für herzkrank halten könnte.

Lange Spaziergänge oder gar Wanderungen kann man mit solchen Hunden nicht machen, erst recht nicht, wenn sie durchtrittige Pfoten haben.

Es ist ein bezeichnendes Phänomen:

Wird dieses unnatürliche Fell gekürzt und ausgedünnt, blühen die Hunde regelrecht auf;

sie wirken wie befreit und bewegen sich buchstäblich erleichtert.

Bei manchen Hunden nützt das allerdings nur wenig, denn die Üppigkeit des Fells lässt sich nicht komplett entfernen.

 

 

„Ich finde, sie sieht immer noch nach einem Fellmonster aus.

Dabei habe ich soooooo viel Fell abgeschnitten und rauseffiliert!“

 

 

In schweren Fällen empfehlen wir eine Handbreit Fell, dann Effilierschere und schließlich noch den wöchentlichen Einsatz des „Coat King“.

Radikales Scheren ist ungesund.

 

Anforderungen des Rassestandards

Der britische Kennel Club lässt in seinem Update aus dem Jahr 2025 Worte vermissen,

die in der Version von 2015/2016 (deutschsprachige und britische Fassung) noch zu finden sind – rote Schrift:

-          „Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,

dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und

dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes

und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen, zu beachten ist.“

Das bedeutet: Auf Arbeitstauglichkeit wird weniger Wert gelegt.

Ein echter Beardie wird jedoch im Herzen immer ein Hütehund sein („fit for function“).

-          „Disqualifizierende Fehler:

aggressiv oder ängstlich

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.“

Wenn das nicht mehr gilt, ist es ein Schritt in die falsche Richtung.

 

mehr Details / BeaCon:  jährliche Gesundheitsübersicht  2024    2025   (Amerika)

 

 

Abschied in Würde

Das Vermächtnis einer Rasse

Das stumme Vermächtnis dieser wunderbaren Hunde an uns Menschen lautet:

Behaltet uns so in Erinnerung, wie wir einmal waren:

gesund, wesensfest, intelligent, pflegeleicht, sanft, fröhlich und liebenswert,

hübsch gezeichnet und manchmal sogar dreifarbig.

 

 

 „Nicht der Hund verlässt den Menschen,

sondern der Mensch verlässt eine Rasse, die durch menschliche Eitelkeit und Geldgier zerstört wurde.

Auch wenn die Züchter stärker waren als die sanften Hunde:

Am Ende siegt immer die Wahrheit.“

 

 

Unsere Website ist im Laufe der Jahrzehnte weit mehr geworden als eine reine Informationsquelle.

Sie bleibt bestehen als ein Archiv der Wahrheitsfindung.

Sie dokumentiert, dass es Menschen gab, denen das Wohl und die Würde der Hunde

unendlich viel wichtiger waren als Pokale und Ausstellungsrekorde.

Die kontinuierlich sinkenden Zahlen in den offiziellen Welpenstatistiken

sind letztlich nur das folgerichtige Schlusslicht einer Entwicklung, die vermeidbar gewesen wäre.

 

Was uns bleibt,

ist ein wehmütiger, aber zutiefst dankbarer Blick zurück auf die gute alte Zeit,

auf jene echten Bearded Collies, die ihr Leben mit uns geteilt haben und die unsere großartigen Lehrer waren.

Was bleibt, ist auch die glückliche Erinnerung an eine Ära, in der wir einige Welpen vom alten Typ

an Menschen vermitteln durften, die zu Freunden wurden.

 

Wenn jemand geht, bleiben unvergängliche Spuren im Herzen,

und die gemeinsamen Momente werden zu liebevollen, unantastbaren Erinnerungen.

 

 

 

 

 

© Liesel Baumgart, 2026

* KI-Zeichnungen von realen Bearded Collies