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Auf dieser Seite:

Chaos im Gehirn

Woran erkennt man die Hunde-Pubertät?

Was kann man tun?

Bei Konflikten mit Hunden im selben Haushalt

Mit Bachblüten die Symptome mindern

 

Junge Hunde sind mental noch nicht fertig.

Ob sie sich eher zurückhalten oder eher vorwärtsstürmen, das ist zwar erblich angelegt,

doch in der Pubertät kann man ein wenig an den Stellschrauben drehen:

Draufgänger bremsen, Sensibelchen mehr Selbstbewusstsein verschaffen.

Es kommt darauf an, welche Erfahrungen die Hunde jetzt machen,

bei Beardies etwa ab dem 5. oder 6. Lebensmonat.

Manchmal geht die „Flegelzeit“ im 2. Lebensjahr erst so richtig los.

Sie verläuft in Schüben und mit Stimmungsschwankungen:

Mal ist der Hund fast so normal wie früher, mal wirkt er wie ausgewechselt.

Bei einigen Hunden merkt man fast gar nichts, andere machen gewaltig Stress.

 

Die „Frechdachs-Zeit“ kann eine sehr schöne Zeit sein, wenn man all die Einfälle des Hundes mit Humor zu nehmen weiß.

Die Hunde-Pubertät kann aber auch eine heftige Erfahrung sein, vor allem für Hunde-Anfänger,

die ihre Vierbeiner noch nicht richtig „lesen“ können und die situationsbezogen gewisse Tricks noch nicht kennen.

Viele Hunde werden im 2. Lebensjahr weggegeben, weil ihre Zweibeiner überfordert sind und schier verzweifeln.

Das ist sehr schade, denn: Die schwierige Zeit geht vorbei, mit Verständnis und Konsequenz.

Wurde sie gut überstanden, hieß es in Zuschriften an uns einige Male:

„Wie konnte ich nur jemals daran denken, den besten Hund der Welt wegzugeben!“

Es lohnt sich, alles für den – trotz allem – geliebten Schatz zu tun.

 

Nach einigen Monaten ist der Spuk plötzlich vorbei.

Von einem Tag auf den anderen macht es dann „klick“ im Hirn, und der Hund ist plötzlich erwachsen.

Auf einmal kann und weiß er wieder alles, was ihm einmal beigebracht wurde.

Beardies gelten als Spätentwickler. Manche brauchen das gesamte 2. und 3. Lebensjahr.

Bis etwa zum 4. Geburtstag kann es weitere Phasen geben, in denen der Beardie seine Grenzen austestet.

Erst dann ist er mental erwachsen.

 

 

halbstark – es geht um den Ball

Die Rutenstellung zeigt: Der junge Beardie wirkt unsicher.

Dominanz hat nichts mit der Körpergröße zu tun.

 

In der Pubertät ist das Hundegehirn eine Baustelle, alles wird neu „verdrahtet“.

Auch bei den Hormonen tut sich allerhand:

Die Geschlechtshormone müssen erst mal ins Gleichgewicht kommen.

All das ist Stress für den jungen Hund, und damit kommen auch noch die Stresshormone ins Spiel.

Was vertraut war, wird plötzlich in Frage gestellt. Anweisungen werden manchmal unwillig oder gar nicht befolgt.

Aus einem lieben Vorzeigehund kann auf einmal ein Raufer werden.

Das ist bei Hunden nicht anders als bei aufmüpfigen Teenagern, die nicht wissen, wohin mit ihrer Kraft.

 

 

 

·      Äußerlich am ersten Beinheben bei Rüden, an der ersten Läufigkeit bei Hündinnen.

·      Was einmal gelernt wurde, kann plötzlich vergessen sein: Wie geht noch mal Sitz?

Das Gelernte ist nicht wirklich weg, nur im Hirn beiseite gepackt.

Der junge Hund hat darauf gerade keinen Zugriff, aber alles kommt irgendwann wieder.

·      Junghunde testen ihre Grenzen aus,

zum Beispiel, ob sie den Liegeplatz auf dem Sofa wirklich freigeben müssen.

Bockig können sie werden und nicht mehr gehorchen.

·      Manche werden nun sehr sensibel und bekommen Angst vor Dingen, die sie längst kennen.

Für Beardies, die in der Gesamtheit der Rasse immer ängstlicher geworden sind, kann das fatal sein.

·      Andere fangen Pöbeleien und Raufereien an,

weil ihre Hormone verrücktspielen und die jungen Hunde sich zu schnell aufregen (hohes Level an Stresshormonen).

Von Hund zu Hund kann ein Blick als Auslöser genügen, dass der Junghund aggressiv wird:

kurzes Fixieren, starres Stehenbleiben („Einfrieren“), Angriff.

·      Beim übermütigen Spielen mit einem anderen Hund kann der Youngster „übererregt“ werden:

Zu viele Stresshormone sagen ihm, dass er viel zu lange rennen soll (Herz!) – oder dass er gar kämpfen soll.

·      Manchmal schmeckt das Futter nicht, vor allem in Zeiten der Läufigkeit.

Auch für Rüden ist das eine Ausnahmesituation (in jedem Alter): Dauerstress, Nahrung ist gerade nicht wichtig.

 

In der Pubertät kann der Hund meistens so lieb sein wie früher, auch im Umgang mit anderen Hunden; aber man ist nie sicher, bei welchem Auslöser er plötzlich etwas beansprucht, knurrend die Zähne zeigt und einen Angriff startet. Manche Auslöser bemerken die Menschen nicht einmal, etwa wenn noch ein anderer Hund da ist und beide gleichzeitig durch einen Türdurchgang laufen wollen: Der individuell geforderte Abstand wird dort unterschritten oder der Türdurchgang wird als ein strategisch wichtiger Punkt betrachtet: „Mein Gebiet!“ Als „Trigger“ vor dem Knurren/Angriff kann es schon genügen, dass der andere Hund – oder ein Kind! – vorbeiflitzt.

Häufig geht es um die Verteidigung von Ressourcen: Futter, Leckerlis, Spielzeug, Körbchen. Es kann vorkommen, dass der junge Hund Plätze in der Wohnung, die ihm wichtig sind, gegen Zwei- und Vierbeiner verteidigen will oder mit Urin markiert. Auch der Platz beim Lieblingsmenschen kann eine Ressource sein und verteidigt oder markiert werden. Und vielleicht zerpflückt der Junghund plötzlich ein Plüschtier nach dem anderen, weil er seinen Stress irgendwie loswerden muss oder womöglich aus Frust, weil er oft zurechtgewiesen wird. Dann gibt man ihm lieber etwas, woran er nagen kann, zum Beispiel ein Stück Rinderkopfhaut (keine Büffelhautkauknochen, sie gelten als stark chemisch belastet). Auch ein zusätzlicher Spaziergang ohne Aufregung kann helfen, Stresshormone abzubauen.

 

3 Generationen

Normalerweise ordnet sich der Jüngste unter.

 

*   Ruhe bewahren. Verständnis haben.

Den Hund liebhaben, auch wenn er immer wieder für Stress und unangenehme Situationen sorgt.

Er kann nichts dafür, dass seine Hormone „spinnen“.

Erst einmal: „So ist es eben jetzt“, „Das ist in dem Alter normal“, „Mehr kann ich im Moment nicht erwarten.“

 

*   Souverän bleiben.

Nur wer cool reagiert und sich vom Hund nicht herausfordern lässt, wird als Leitfigur respektiert.

·      Den Alltag nicht verändern.

Geht man zu sehr auf den Hund ein, hat er seinen Menschen „dressiert“.

Ein Beardie kann schlau genug sein für solche Spielchen. Das wäre ein Zeichen, dass er seine Menschen für schwach hält.

·      Kein Stress, keine Hektik, keine lauten Worte, keine Grobheit, keine Gewalt!

Ein gestresster Zweibeiner überträgt seine Anspannung, Unruhe oder gar Wut auf den Hund.

Wichtig:

In der Hundeschule den Trainer auf den „Ausnahmezustand“ hinweisen.

Bei einem sensiblen Beardie könnte er mit harten Maßnahmen schnell eine Menge verderben.

Einfühlungsvermögen ist jetzt mehr denn je gefragt, auf eine „gute Hand“ kommt es an.

·      Auf keinen Fall wütend werden.

Keine Strafe, kein Geschrei, keine Schläge!

Niemals darf einem Menschen „die Hand ausrutschen“!

Niemals darf man auf Ratschläge hören wie:

„Der braucht tüchtig was vor’n Latz, dann gehorcht der schon!“,

„Lass ihn mit einem Stärkeren kämpfen, damit er merkt, dass er nichts zu sagen hat!“,

„Werde ihn los! Sein Vater war genauso!“ usw.

 

*   Stress mindern.

Den Hund beruhigen und ihn viel schlafen lassen.

·      Streicheln setzt das Liebes-, Wohlfühl-, Kuschelhormon Oxytocin frei – bei Mensch und Hund.

(Forschung bei Menschen: Über 700 Gene werden dadurch positiv beeinflusst.)

·      TellingtonTouch „nimmt Angst und Stress aus den Körperzellen“, sagte Linda Tellington-Jones.

Ab und zu 3 Minuten lang. Je flacher die Hand, desto beruhigender, z. B. mit „Wolkenleopard-Touch“.

Man kann das mit einem besonderen sanften Wort verknüpfen, das man sonst sehr selten oder gar nicht sagt,

zum Beispiel „Wolke“ oder „Kuschelwuschel“

So kann dieses leise gesprochene Wort den Hund später in einen entspannten Ruhezustand bringen.

·      Sanfte Musik kann helfen, beruhigend und heilend, gern mit 528 Hertz (Heilfrequenz).

Es gibt sogar Musik zum Ausbalancieren der Hormone.

 

*   Grenzen setzen. Konsequent bleiben.

·      Aufforderungen hat der Hund Folge zu leisten, ohne Wenn und Aber und ohne Ausnahme.

Heute, morgen, jeden Tag. Bei Herrchen genauso wie bei Frauchen.

·      Niemals Anweisungen geben, die man nicht durchsetzen kann.

·      Wie in der Welpenzeit:

Wer frech werden will, darf die Möbel vorläufig nicht mehr benutzen und muss sich bei allem zurückhalten.

Man kann auch ein bestimmtes Zimmer zum Tabu erklären.

Wenn der Hund später wieder besser gehorcht, kann man die Verbote wieder lockern.

·      Die Hunde-Rangordnung beachten.

Ist ein älterer Hund da, kommt er bei allem zuerst an die Reihe:

beim Füttern und bei Leckerlis, beim Anleinen vor dem Spaziergang, bei der Fellpflege, beim Spielen.

 

*   Unerwünschtes nicht dulden.

·      Wenn der Hund aufdringlich wird: ihn souverän ignorieren, weggehen, sich wegdrehen oder wortlos reagieren.

Er wird merken, dass ihm das keine Beachtung einbringt.

Der Hund soll lernen, auf seine Menschen zu achten.

Das erreicht man, wenn man möglichst wenig mit ihm spricht. Handzeichen weisen den Weg.

Beim Spaziergang dreht man sich einfach mal wortlos um und geht in die andere Richtung.

·      Der Hund soll lernen, auf seine Menschen zu achten.

Das erreicht man, wenn man möglichst wenig mit ihm spricht. Handzeichen weisen den Weg.

Beim Spaziergang dreht man sich einfach mal wortlos um und geht in die andere Richtung.

·      Einschreiten, wenn der kleine Gernegroß sich am Fenster aufregt

und jeden vorbeikommenden Hund verbellt: Nachschub an Stresshormonen vermeiden.

Ein eifriger Wächter darf ein-, zweimal bellen, dann muss es aber gut sein.

Auf diese Weise bestraft man ihn nicht für seinen Diensteifer,

sondern zeigt ihm, dass man verstanden hat und dass er nicht länger zuständig ist.

Loben, loben, loben und belohnen, wenn er sich zurückhält! Sein Gehirn will jetzt Belohnungen.

Er kann auch lernen, einen Unterschied zu machen:

Den Briefträger und ankommende Besucher darf er melden, Passanten und Hunde nicht.

·      Beim Spaziergang einen anderen Hund fixieren oder anknurren soll der junge Hund auch nicht,

aber das ist heikel:

Hunde, denen das warnende Knurren verboten wird, könnten schließlich ohne Vorwarnung beißen.

Statt laut „Schluss!“ zu verlangen und Stress zu erzeugen:

lieber vorab den Hund aus der Situation führen (einen Bogen machen)

bzw. rechtzeitig ein freundliches „Sei lieb“ oder „Sei schön ruhig. … Jaaa, so ist’s gut.“

·      Kein Freilauf.

Solange der Hund nicht sicher gehorcht, muss er unter Kontrolle gebracht werden,

mit einer Schleppleine oder einer langen Feldleine (Jagdbedarf).

Die Leine verleiht dem Hundehalter Durchsetzungskraft,

bewahrt den Hund vor Unfällen (Autos „hüten“, Konflikte mit Joggern und spielenden Kindern usw.)

und verhindert, dass er in freier Natur Kaninchen, Hasen, Rehe jagt.

Auch möglich, dass er ständig Sex im Kopf hat und bei Freilauf auf Partnersuche verschwindet.

 

 

 

*   Wenn es um Ressourcen geht: Toleranz üben.

Hunde in der Pubertät können auf kleinste Reize sofort heftig reagieren,

z. B. auf einen Blick des Zweithundes zum Spielzeug, zum Futter, zum Menschen.

·      Der Junghund darf den Älteren nicht fixieren und soll zur Seite sehen.

Mit Clickertraining erreicht man das schnell.

·      „Frustrationstoleranz“ üben:

wenn der ältere Hund noch an einem Leckerli kaut und der Junghund ihm das wegnehmen will.

·      Beim Spielen „Impulskontrolle“:

Der junge Hund soll warten, bis er ein bewegtes Spielzeug haben darf („Platz – bleib!“),

zum Beispiel soll er in aller Ruhe aushalten, dass an einer Reizangel Beute an ihm vorbeisaust.

Das ist eine wichtige Übung, um den Hund später bei Freilauf unter Kontrolle zu bringen.

 

*   Für Auslastung sorgen.

·      Ruhige Bewegung baut Stresshormone ab.

-   Gut ist ein zusätzlicher Spaziergang mit viel Schnüffeln (Nase am Boden sorgt für Beruhigung).

-   Kein intensives Rennen oder Apportieren, das lässt die Stresshormone ansteigen.

Bei Menschen wurde mit Hirnscans festgestellt: Joggen/Laufen versetzt den Körper in den Kampf-oder-Flucht-Modus.

Dabei handelt es sich um die schlimmste Form von Stress, sie muss vermieden werden.

 

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Kein Futterbeutel-Training!

Das ist kein lustiges Spiel, auch wenn es so aussieht.

Die Vorgabe besteht darin, den Hund unter Zwang zu setzen: „Entweder du gehorchst oder du musst hungern!“

Zu Recht verursacht solch eine „Erziehung“ einem einfühlsamen Hundehalter Bauchschmerzen.

Manch ein Hund dreht den Spieß um: Er apportiert „bis zum Umfallen“ (Stress!) und verlangt jedes Mal eine Belohnung.

Wer hat dabei wen erzogen?

 

·      Gelernte Anweisungen wiederholen, das kleine Hunde-ABC:

Sitz, Platz, Komm, Bleib, Aus, auch mit Sichtzeichen.

Neue Anweisungen üben, zum Beispiel:

„Zurück“, damit der Hund aus dem Weg geht,

„Guck her“, um seine Aufmerksamkeit zu erhalten, z. B. bevor er einen zweiten Hund anstarrt und anzugreifen droht,

„Hinter mich“, so dass der Hund beim Spaziergang nicht vorausläuft und Artgenossen anpöbelt,

„Seite“, um Fußgängern Platz zu machen, die sich vor dem Hund fürchten könnten (Kinder, Senioren, Hundehalter).

·      Den Hund geistig auslasten: Intelligenzspiele, Clickertraining.

-       Man kann zum Beispiel das Anstupsen der Hand clickern,

zunächst mit einem farbigen Post-it-Zettel in der Hand,

den der Hund mit der Nase berühren soll, wo immer man ihn hinhält.

Der Zettel wird immer kleiner gefaltet, bis der Hund nur noch die Hand anstupsen kann.

So lässt er sich später aus einer Situation führen, bevor es kritisch wird – Hörzeichen: „Touch!“

-       Oder man bringt ihm per Clicker bei, sich auf ein Handtuch zu legen: „Decke!“

So hat er einen Platz, auf dem er bleiben kann – überall in der Wohnung, wo es gerade sinnvoll ist.

Nicht lange trainieren! Kopfarbeit ist anstrengend.

Säuft der eifrige Schüler danach den Wassernapf leer, hat er Stress gehabt. Stress muss vermieden werden.

 

*   Futter anpassen.

·      Wieder dreimal täglich füttern, wie vor der Pubertät.

Ein leerer Magen kann reizbar und aggressiv machen, „hangry“ (Kunstwort aus „hungry“ und „angry“).

Ein leerer Magen kann auch ängstlich machen.

Das trifft besonders auf Beardies zu, die bereits zuvor durch Ängstlichkeit aufgefallen sind,

und das gilt auch für kleine Rassen und deren Mischlinge. 

Es kann ja auch ein Zweithund einer anderen Rasse sein, der sich zu viel herausnimmt, etwa ein selbstbewusster Terrier.

Kleine Hunde haben einen schnelleren Stoffwechsel, verbrauchen mehr Kalorien, kühlen schneller aus.

Hin und wieder ein Hundekeks oder eine Kaustange zwischen Frühstück und Abendmahlzeit reichen möglicherweise nicht aus.

Auch damit der Blutzucker nicht zu sehr schwankt, sind 3 Tagesportionen jetzt besser, für kleine Hunde dauerhaft.

·      Etwas Hüttenkäse zum Futter erhöht den Serotoninspiegel („Glückshormon“) und damit die Reizschwelle.

Hüttenkäse ist auch wertvoll für ein gesundes Darmmikrobiom, das sich auf Gefühle und Stimmung auswirkt.

·      Falls das Futter umgestellt wurde: zurück zum Gewohnten, als alles gut war.

Futter kann aggressiv machen – oder Bauchweh verursachen, so dass der Hund unleidlich wird.

Bei einer Umstellung auf Futter für erwachsene Hunde vorsichtig eine andere hochwertige Marke ausprobieren.

·      Suchspiele machen.

Ist der Kopf gesenkt (wie beim Fressen), die Nase am Boden (wie beim Schnüffeln),

ist der Hund im „Parasympathikus-Modus“; dann sind Suchspiele eher Entspannung als Stress.

Ein „Schnüffelteppich“ mit kleinen Futterbrocken, die in Ruhe gesucht werden können, wäre ideal.

Auch mit einer Schleckmatte kann der Hund sich eine Weile entspannt beschäftigen.

 

 

 

 

Beansprucht der junge Hund den Liegeplatz oder den Futterplatz von einem erwachsenen Hund,

geht es um die Rangordnung: Der junge Hund zettelt gerade eine Revolution an.

Ob er damit Erfolg hat, hängt davon ab, wie viel man ihm durchgehen lässt (keine „Wattebausch-Erziehung“)

und wie souverän der Ersthund reagiert (konsequent, ruhig, so sanft wie möglich).

Ein Chef, der in sich ruht und weiß, was er will, wird sich nicht zurechtweisen lassen, nicht einmal im hohen Alter.

Ein unterwürfiger erwachsener Kumpel ist vielleicht froh, seine Führungsrolle aufgeben zu dürfen.

 

*   Ressourcen, um die gekämpft werden könnte, unter Kontrolle bringen.

·      Spielsachen und Kau-Artikel außer Reichweite der Hunde legen.

·      Üben, dass der kleinste zu Boden gefallene Futterbrocken tabu ist.

·      Üben, dass um Liegeplätze nicht gekämpft wird.

·      Üben, dass der Hund alles hergeben muss, was er gerade hat: „Aus“ (ohne Zwang, zunächst als Tauschgeschäft).

 

*   Gemeinsames ist wichtig.

·      Nur ruhiger Kontakt, kein aufregendes Spielen.

Auch kein gemeinsames Aufpassen am Fenster, das zu Aufregung führt (Stresshormone!).

·      Bei den Spaziergängen die Hunde nebeneinander laufen lassen (ggf. mit Sicherheitsabstand),

beide mit demselben Ziel, das vor ihnen liegt, und mit Schnuppern an denselben Stellen. Das stärkt das Wir-Gefühl.

·      Wenn möglich, die Hunde zusammen im selben Raum füttern, ohne dass der Junghund sich aufregt.

 

*   Druck rausnehmen.

·      Einen Schritt zurückgehen, wenn der Junghund sich an Engstellen aufzuregen droht und man sich hinter ihm befindet.

Engpässe wie Türdurchgänge können zu Konfliktzonen werden, dort soll der Junghund dem älteren Hund nicht begegnen.

·      Dem jungen Hund kein Kontrollverhalten erlauben: ihn möglichst rechtzeitig zurückrufen, um die Situation zu entschärfen.

Wenn das nicht klappt: den älteren Hund, der gut gehorcht, zurückrufen – und ihn sehr loben, wenn er das gut gemacht hat.

Er ist in dieser Zeit der Co-Trainer, der großen Einfluss haben kann, indem er ein gutes Beispiel abgibt.

·      Falls der Junghund aus Angst zu Angriffen neigt: üben, dass er sich hinter den Menschen stellt.

 

*   Wenn Ernstkämpfe drohen:

die Hunde trennen, evtl. mit Kinderschutzgitter im Türrahmen.

Erhöhte Reizbarkeit kann einen Hund in der Pubertät schnell aggressiv werden lassen.

Die Reizschwelle kann nun niedriger als früher sein, der Hund ist womöglich ständig in Alarmbereitschaft.

Erwartungsangst kann die Ursache sein, wenn der Abstand zu gering wird:

Der Junghund kommt voller Stress in den Überlebensmodus (Kampf oder Flucht).

Je öfter zwei Hunde aneinandergeraten, desto mehr festigen sich schlimme Erfahrungen im Gehirn.

Das muss unbedingt vermieden werden, sonst kann es immer schlimmer werden („Datenautobahn“ im Gehirn).

Trennung ermöglicht die notwendige Erholung und den Abbau von Stresshormonen über mehrere Tage.

Die Hunde müssen gestoppt werden, ehe es zu Übererregung kommt

und ehe gemeinsames Spielen in Sekundenbruchteilen „kippt“, vom freundlichen Spielschnappen zu Beißen.

 

Achtung: Früher sagte man: „Es gibt keine aggressiven Beardies!“

Die Rasse galt als durchweg sanft und zurückhaltend, ging Streit aus dem Weg. Diese Zeit ist leider vorbei …

Die Tendenz zu Kampf oder Flucht ist jedem einzelnen Hund angeboren, in Abstufungen.

In der Mitte dazwischen finden wir Angstbeißer.

Mit einem Angstbeißer muss man rechnen, wenn 1 Elterntier als aggressiv bekannt ist.

 

Im Zustand zwischen Flucht und Aggression kann der Hund sich noch entscheiden, ob er weglaufen oder angreifen will.

Manchmal geht das blitzschnell.

Er kann aber auch versuchen, die Situation durch Herumkaspern oder Übersprungshandlungen zu entschärfen:

ein etwas steif wirkendes Spielangebot, intensives Schnüffeln, Kratzen, Gähnen usw.

Solch ein Hund ist nicht ansprechbar, er hat dann den gleichen Überlebensstress wie in einer Paniksituation.

Im Überlebensmodus spricht man von den 4 Fs: Flight – Freeze – Fiddle – Fight.

 

Abstufungen von Angst und Aggression:

 

Disposition zu passiver Verteidigung

(Flucht/flight)

 

Disposition zu aktiver Verteidigung

(Angriff/fight)

 

stark

 

mäßig

¬

 

gering

¬

 

zwiespältig

¨

 

gering

®

 

mäßig

®

 

stark

 

überängstlich

schreckhaft

verschüchtert

 

furchtsam

scheu

 

unsicher

vorsichtig, rückzugsbereit

 

ängstlich-aggressiv

Angstbeißer

erstarren/freeze

deeskalieren/fiddle

 

selbstbewusst

zuversichtlich

 

mutig

kühn

stolz

 

aggressiv

grimmig

überheblich streitsüchtig

 

rangniedrig

schwächlich, unterwürfig

 

ranghoch

kräftig, natürlich überlegen, Führer- und Kämpfernatur

 

Ein ordentlicher Beardie ist weder scheu noch ein überheblicher Draufgänger.

Die Erziehung soll zum Ziel haben, ihn in einer der beiden „gering“-Spalten einzuordnen.

 

·      Keiner soll zu Schaden kommen.

Der ältere Hund will nicht gebissen werden und wird den Junghund maßregeln wollen und abwehrend beißen.

Bei Ernstkämpfen muss man einschreiten.

Niemals „Das müssen sie unter sich ausmachen“!!! Es kann um Leben und Tod gehen!

·      Wenn einer der Hunde allein in einem Raum bleiben muss: ihm etwas besonders Schönes zu kauen geben.

Aus Wegsperren wird Sicherheitszone. Ein Kinderschutzgitter im Türrahmen ermöglicht Sichtkontakt.

So kann das aussehen

(ein Foto von Bearded Collies in dieser Situation liegt uns nicht vor, deshalb zeigen es zwei andere Hunde):

 

 

So wird keiner verletzt.

Trotzdem muss man aufpassen:

Wenn es hart auf hart kommt,

können beide sich auf die Hinterbeine stellen, Schnauze an Schnauze.

 

Ist ein pubertierender Hund in den Angriffsmodus gegangen,

kann er wirken, als ob er sich fragt, warum ihm das gerade passiert ist.

Er weiß ja nichts vom Umbau in seinem Gehirn

und vom Chaos der Hormone (Testosteron, Adrenalin, Cortisol).

 

 

Keiner der Hunde soll eine Trennung als Strafe empfinden.

Die Räume werden immer wieder gewechselt,

damit aus einem Zimmer kein Gefängnis wird

und alle Räume den Duft beider Hunde behalten.

Ist nur eine Bezugsperson im Haus,

soll mal der Youngster, mal der ältere Hund bei ihr sein.

 

Die beiden auf den Fotos würden gern zusammen sein.

Sicherheit steht an erster Stelle.

 

 

·      Gegenkonditionierung

Den Hunden zeigen, dass es etwas Gutes gibt, wenn sie beide da sind, ggf. Leckerlis durchs Trenngitter.

So kann verlorengegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden.

·      Ohne Training geht es nicht.

Der junge Hund soll lernen zu verstehen, was er darf und was nicht.

 

Wenn der junge „Krawallbruder“ am Trenngitter randaliert,

kann er lernen, seine Zweibeiner an dieser Stelle anzusehen:  „Guck her!“

Manchmal geht Anstarren/Steifwerden/Attacke allerdings so schnell,

dass man den Angreifer nicht mehr stoppen kann.

 

Mit einem gefalteten Handtuch als Grenzmarkierung kann er lernen,

nicht knurrend zum Gitter zu rennen und zu pöbeln,

nur weil der andere Hund da ist.

Das Handtuch wird immer kleiner gefaltet,

bis er die Tabuzone respektiert,

auch ohne Handtuch-Grenze.

Im Lernstadium ist es wichtig,

dass die Hunde sich niemals unbeobachtet am Gitter treffen und nochmals aufeinander losgehen wollen.

Das Übungshandtuch muss am Gitter genauso schnell erreichbar sein wie die Leckerlidose.

 

·      Spannungen in der Familie können viele Bemühungen zunichtemachen.

Evtl. muss man prüfen, ob es im Haushalt einen „Brandbeschleuniger“ gibt:

eine Person, die bei der Erziehung nicht mitmacht oder die sogar den Stress des Junghundes verstärkt,

etwa durch laute Worte, Druck, festes Packen, Strafen.

Der ältere Hund soll nicht als Ventil herhalten müssen.

 

 

Bachblüte Nr. 8/Chicory (Zichorie, Wegwarte)

 

ggf. je nach Tagesverfassung anpassen – nicht mehr als 3 Essenzen auf einmal:

36/Wild Oat und 32/Vine: zu viel Testosteron, hypersexuell (besteigen von Menschenbeinen, Kissen, anderen Hunden)

33/Walnut: den Übergang zum Erwachsensein erleichtern

15/Holly und 32/Vine: bei wütenden Angriffen mit Dominanzverhalten

15/Holly: Konkurrenz, Eifersucht, derbes Spiel, Aggression

32/Vine: wenn der Hund sich Anweisungen widersetzt, Größenwahn („König der Möbel“)

3/Beech: bei Territorialkonflikten und wenn ein Hund dem anderen etwas wegnehmen will

6/Cherry Plum, 18/Impatiens: bei Temperamentsausbrüchen und Ungeduld, für bessere Frustrationstoleranz und Impulskontrolle

8/Chicory: bei Manipulationsversuchen, z. B.: liegt auf der Lauer und bewacht von weitem eine präsentierte Ressource,

                    bis Hund Nr. 2 vorbeikommt und einen Grund zum Angriff liefert

26/Rock Rose: sehr wichtig, wenn der Hund häufig zusammenzuckt und ständig unter Stress steht

Panik, Angstbeißer, Überlebensmodus

2/Aspen, 20/Mimulus: bei hoher Sensibilität („dünnhäutig“), bei Angstphasen, auch bei plötzlicher Angst vor längst bekannten Dingen

20/Mimulus, 26/Rock Rose: bei Erwartungsangst, wenn Angriff „die beste Verteidigung“ zu sein scheint: „Kampf oder Flucht“

28/Scleranthus: Stimmungsschwankungen, z. B. distanziert/anhänglich, überdreht/lustlos, aggressiv/ängstlich

29/Star of Bethlehem: wenn die bissige Abwehr des Ersthundes ein Trauma verursacht hat und der Junghund verunsichert ist

6/Cherry Plum, 18/Impatiens, 26/Rock Rose und 29/Star of Bethlehem sind in den Notfalltropfen „Rescura“ enthalten.

 

 

für den Ersthund:

12/Gentian: wenn er enttäuscht und traurig wirkt, wenn er dem früheren Freund nicht mehr traut und sich skeptisch umsieht

16/Honeysuckle: wenn er sich nach alten Zeiten sehnt und Kontakt möchte, wenn er bei Trennung fiept

15/Holly: wenn er sich heftig verteidigt und dunkler, „böser“ bellt als früher (auch allein als Wächter)

26/Rock Rose: gegen den Dauerstress

33/Walnut: wenn er mit dem Erwachsenwerden des zweiten Hundes nicht klarkommt

 

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Am Ende hilft nur Geduld – und viel Liebe und Verständnis …

 

… und eines Tages ist er wieder der beste Hund der Welt!

 

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