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zum Erhalt des echten Bearded Collies

 

 

 

 

 

 

 

 

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Auf dieser Seite:

Ein Meilenstein für den Tierschutz

Fellmassen als Qualzuchtmerkmal

Auswirkungen auf Show und Zucht

Rechtssicherheit

Verantwortung der Hundebesitzer

 

 

Was können die Züchter jetzt tun?

Rassemerkmale

Zukunftssichere Selektion

Auswahl geeigneter Zuchtpartner

genomischer Inzuchtkoeffizient (gCOI)

Ausstellungen

Sichtbarkeit

Outcross-Projekte sind nicht die Lösung!

 

Der weltweite Effekt

Das deutsche Tierschutzgesetz

 

Rückblick und Ausblick in die Zukunft

Für Welpenkäufer

 

 

 

 

Europaweit soll das Wohl von Hunden und Katzen endlich einheitlich geregelt werden.

Die EU-Heimtierverordnung („Cats and Dogs“-Verordnung) trat im Mai 2026 in Kraft.

Sie regelt erstmals einheitliche EU-weite Mindeststandards für Zucht, Haltung und Handel.

Wir möchten mit einem kynologischen und rechtlichen Leitfaden

für eine verantwortungsvolle Zucht und Haltung von Bearded Collies ausführlich darüber informieren,

was künftig verboten ist und was noch machbar ist, vor allem in der Zucht und im Ausstellungswesen.

Mögen diese wichtigen Informationen das tiefgreifende Umdenken anstoßen,

das die Rasse der Bearded Collies so dringend braucht.

 

Neben einer lückenlosen Chip- und Registrierungspflicht geht es in der EU-Verordnung

unter anderem um verschärfte Reiseregeln, Stachel- und Würgehalsbänder, Anbindehaltung,

um den illegalen Welpenhandel und anonyme Online-Verkäufe.

Auch der Schutz vor dem Aussetzen, das Verbot enger Verpaarungen,

sowie das Verbot von Verstümmelungen (Kupieren, Krallen entfernen)

und auch schmerzhafte Praktiken wie Stromschläge, Treten oder Schlagen der Tiere

sowie das Fixieren von Hunden während der Paarung sind in der Verordnung fest verankert.

Ein Kernpunkt betrifft die Qualzucht:

das Verbot von „übermäßig ausgeprägten Körpermerkmalen“ („excessive conformational traits“).

 

 

Fellmassen als Qualzuchtmerkmal

Qualzucht betrifft alle messbaren extremen Merkmale.

Die Verordnung orientiert sich konsequent an medizinischen Symptomen:

·      Jede anatomische Übertreibung soll unterbunden werden,

wenn sie zu chronischen Schmerzen, Leiden oder Verhaltenseinschränkungen führt.

Bei Qualzucht denkt man zunächst an Tiere,

die von Geburt an krank sind, also an krank gezüchtete Rassen:

verkürzte Schädel (Atemnot, das Gehirn passt nicht in den Kopf),

übermäßige Hautfalten (Entzündungen), Haarlosigkeit,

große hervorstehende Augen, hängende Augenlider, verengte Atemwege,

Zwergwüchsigkeit, verformte Gliedmaßen (Chondrodysplasie),

Faltohren und damit verbundene Knorpelschäden „bis in die Zehenspitzen“,

eingeschränkte Fortpflanzungsfähigkeit (nur noch per Kaiserschnitt)

und auch an die Zucht mit zwei Trägern des Merle-Gens (Taubheit und Blindheit).

Doch auch übermäßig üppiges, langes Fell steht im Fokus der Gesetzgebung.

Sobald die Detail-Verordnungen der EU-Kommission vollständig ausgearbeitet sind

(„delegierte Rechtsakte“, bis 2030), werden Züchter aller Voraussicht nach

absurde Felllängen und extreme Fellmassen in der Liste der Qualzucht-Merkmale finden.

Ein übertriebenes Haarkleid fällt juristisch unter die Definition

„übermäßig ausgeprägte Körpermerkmale“/„Qualzucht“, 

wenn es

·      die Thermoregulation des Tieres einschränkt:

Viele Beardies hecheln wegen ihres dicken Pelzes schon bei moderaten Temperaturen im Alltag und im Show-Ring.

Sie überhitzen schnell, weil die Hitze sich staut. Das Herz-Kreislauf-System wird geschädigt.

Das allein ist lt. EU-Rahmentext schon eine „erhebliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens“.

·      das Sehvermögen behindert:

Wird das Stirnhaar nicht gekürzt oder fixiert, sind Bearded Collies „funktionell blind“.

Dies gilt als schwere Einschränkung der Sinneswahrnehmung.

Es handelt sich um eine künstlich herbeigeführte Behinderung,

auch weil in der modernen Zucht das knöcherne Fundament, die Wülste über den Augen, weggezüchtet wurde.

·      die Bewegungsfreiheit raubt:

Sehr langes, üppiges Fell beschwert den Hund ständig.

Wird es gekürzt, bewegt er sich sofort mit spürbar mehr Leichtigkeit und Lebensfreude,

sichtlich von schwerem Ballast befreit.

·      die Kommunikation blockiert:

Artgenossen können die subtilen körperlichen Signale und die Mimik

unter den Haarmassen nicht mehr lesen.

·      zu chronischen Leiden führt:

Unter dichtem Filz entstehen bei mangelhafter Pflege oft unbemerkt schmerzhafte Hautprobleme.

Zecken werden in dichtem Fell leicht übersehen.

Durch langes Stirnhaar werden die Augen gereizt.

Ohrhaare müssen regelmäßig ausgezupft werden, um Ohrenentzündungen vorzubeugen.

Schmerzhafte Filzknoten zwischen den Pfotenballen führen zu Druckstellen und offenen Wunden.

Viele Beardies werden geschoren, wenn ihre Besitzer mit der Fellpflege überfordert sind

und oft schon einigen Filz herausgeschnitten haben. Nach einer Schur drohen Hautprobleme (Clipper-Alopezie).

Wenn ein Beardie beim Spaziergang immer wieder gegen Pfähle und andere Hindernisse läuft,

weil er zu wenig sehen kann, ist auch das sicherlich als Leiden einzustufen.

Den Begriff „Leiden“ erfüllt auch stundenlange, oft täglich notwendige Fellpflege,

die für den Hund nur schwer erträglich ist: Er muss sich in sein Schicksal fügen.

Wenn all dies nicht gewollt ist, weil es nachweislich Gesundheitsrisiken und Leiden verursacht,

dürfte der Punkt „extrem langes, üppiges Fell“ in der Qualzuchtliste nur noch Formsache sein.

 

 

 Gut zu wissen:

Für diese „fehlende Eigenständigkeit“ greift das Zuchtverbot in puncto „Leiden“:

Wenn ein Hund so gezüchtet ist,

dass er ohne tägliche, stundenlange, medizinische oder kosmetische Pflege durch den Menschen

qualvoll verfilzen und unter Hautentzündungen usw. leiden würde,

widerspricht dies dem gesetzlichen Zuchtziel eines gesunden Tieres.

Die ständige erzwungene Manipulation, das Entfilzen und das Stillstehen bedeuten für das Tier

lebenslangen chronischen Stress, der allein durch die Zuchtentscheidung bedingt ist.

 

 

 

Auswirkungen auf Show und Zucht

Hunde mit Qualzucht-Merkmalen sollen bei Shows und Wettbewerben nicht mehr geduldet werden.

Durch den Gesetzestext sind Ausstellungsrichter und kontrollierende Amtsveterinäre verpflichtet,

Hunde mit übertriebenem Fell („übermäßig ausgeprägten Körpermerkmalen“), das zu Leiden führt,

rigoros von Bewertungen auszuschließen.

Damit wird den betroffenen Züchtern die finanzielle und prestigeträchtige Grundlage entzogen.

Die Gesetze zum Schutz der Tiere werden das letzte Wort haben –

völlig unabhängig davon, ob uneinsichtige Ausstellungsrichter weiterhin Extreme prämieren wollen.

Züchter werden erkennen müssen, dass unabhängige Veterinärinspektoren

sich nicht für Ausstellungstitel und für die Meinung der Show-Richter interessieren.

·     Jeder Beardie, der im Show-Ring Anzeichen von Atemnot, Überhitzung oder

motorischen Schwächen beim Traben zeigt (durchtrittige Pfoten!), soll disqualifiziert werden.

Die rechtlichen Hebel dazu gibt es jetzt.

·     Ein striktes Verbot von Haarspray, Puder, Kajalstift (zum Überdecken von Pigmentmängeln)

und anderen Hilfsmitteln im Ausstellungsbereich würde Mängel sofort ungeschminkt offenlegen.

Solche nicht zulässigen Manipulationen hat der VDH bereits in seinem Artikel

„Wir tragen die Verantwortung“ in seiner Zeitschrift „Unser Rassehund“, Nr. 11/2001, genannt

und hat gefordert, Sprayen/Pudern/Färben zu ahnden.

… und doch zählen solche Dinge immer noch zum Handwerkszeug vieler Züchter.

Für Rassen, die unter „übermäßig ausgeprägten Körpermerkmalen“ leiden,

ist das Ziel der EU-Heimtierverordnung eine gesundheitliche Rückzucht.

Zuchtlinien aller betroffenen Rassen sollen wieder dahingehend verändert werden,

dass die Hunde gesund und fit sind und nicht unter extremen Körpermerkmalen leiden.

Für den Bearded Collie bedeutet das:

Das Fell soll eine moderate, für den Hund komfortable Länge und Dichte aufweisen.

Züchter, die Warnungen jahrzehntelang ignoriert haben, stehen nun in einer genetischen Sackgasse:

Ihnen fehlen in ihren Linien die Erbanlagen für ein kürzeres, harsches Fell und ein robustes Immunsystem.

 

 

Rechtssicherheit

Der Text der Verordnung wird vom Europäischen Parlament bereitgestellt.

Um „übermäßig ausgeprägte Körpermerkmale“ geht es unter Punkt 41 und 42.

Was das überzüchtete Fell betrifft:
Da die Rahmenverordnung bereits
das Ergebnis verbietet

(Leiden und Gesundheitsrisiko, dauerhaften vermeidbaren Schmerz),

müssen Züchter extrem plüschiger Rassen schon jetzt damit rechnen,

dass ihre Zuchtpraktiken unter der neuen Verordnung illegal sind oder drastisch angepasst werden müssen.

Juristisch heißt es: „erblich bedingte Umgestaltung von Körperteilen, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führt“.

 

Zeitschiene

Die Verordnung tritt zwar zwanzig Tage nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft,

die neuen Regelungen gelten (mit einigen Ausnahmen) aber erst nach zwei Jahren.

Sie werden gestaffelt wirksam.

-       Die Reisevorschriften gelten bereits.

-       Die Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung gilt für Züchter und Verkäufer nach 4 Jahren

(voraussichtlich ab Herbst 2030),

-       in privater Haltung nach 10 Jahren (voraussichtlich ab Herbst 2036).

-       Die neuen Qualzucht-Regeln der EU-Verordnung

greifen nach einer Übergangszeit von 2 Jahren (voraussichtlich ab Herbst 2028).

Für Züchter und Händler gilt eine Übergangsfrist von 4 Jahren,

bis Verstöße gegen die EU-Qualzuchtverbote flächendeckend behördlich sanktioniert werden.

Bis 2030 sollen Experten eine eindeutige Liste mit detaillierten, messbaren Grenzwerten

von Qualzuchtmerkmalen ausgearbeitet haben.

Über den Stand der Dinge kann man sich mit einem Newsletter informieren lassen.

 

 

Kritik:

·      Tierschützer bemängeln die langen Übergangsfristen.

Einzelne Staaten können strengere Regelungen treffen.

Das deutsche Tierschutzgesetz wird 2026 angepasst.

·      Ein Ausstellungsverbot für offensichtliche Qualzuchten gilt bereits nach dem deutschen Tierschutzgesetz.

Nach § 11b gilt ein Tier in Deutschland seit Jahrzehnten als Qualzucht,

wenn Körperteile so umgestaltet sind, dass sie Leiden verursachen.

Mit einer klaren Symptomliste wird es das novellierte Tierschutzgesetz

den Kontrolleuren leichter machen, sich durchzusetzen.

Das Tierschutzgesetz steht rechtlich immer über den Schönheitsidealen der Rassezuchtvereine.

Nur ein gesunder Hund ist ein schöner Hund.

·      Pauschale Verbote einzelner Rassen können unfair sein, wenn sie übers Ziel hinausschießen –

wie man an unterschiedlichen „Kampfhund“-Listen auf Länderebene sieht.

Innerhalb von Rassen kann es noch gesunde, vitale Zuchtlinien oder sinnvolle Rettungsprojekte geben.

Ob sich ein Hund bei 1 cm weniger „Nase“ oder 1 cm mehr Fell quält, kann man pauschal nicht sagen.

Insofern sind Einzelfall-Entscheidungen sinnvoller.

·      Wenn Gesetze zu weit gehen, drängen sie die Zucht in die Illegalität (ohne Kontrolle).

Gehen sie nicht weit genug, machen uneinsichtige Züchter weiter wie bisher.

 

 

Die rechtliche Haftung

Durch die flächendeckende, EU-weite Chip- und Registrierungspflicht im zentralen Haustierregister

(mit einer Umsetzungsfrist für Züchter innerhalb von 4 Jahren)

ist jeder Welpe lebenslang digital mit seinem Züchter verknüpft.

Wenn Käufer Welpen erwerben, die aufgrund ihres angezüchteten Felltyps chronische Hautentzündungen entwickeln

oder deren Pflege im Alltag ohne häufiges Kürzen des „prächtigen“ Haarkleides tierschutzwidrig wäre,

können Züchter über das Verbraucherschutz- und Tierschutzrecht direkt haftbar gemacht werden. 

Im Rahmen der Gewährleistungspflicht (2 Jahre) ist dies im Grunde längst möglich,

wenn ein Hund die „zugesicherten Eigenschaften“ des offiziellen Rassestandards nicht erfüllt.

 

 

Verantwortung der Hundebesitzer

Besitzer von überzüchteten Bearded Collies stehen lt. Tierschutzgesetz in der Pflicht,

ihre Hunde vor den Auswirkungen eines überzüchteten Fells zu schützen:

Die Hunde müssen „angemessen“ gepflegt werden.

Sie dürfen nicht vernachlässigt werden (Filz, Ekzeme, Ohrenentzündungen, Madenbefall usw.).

Das Haarkleid soll jedoch nicht radikal mit der Schermaschine bis auf die Haut abgeschoren werden;

dies kann zu einer „Clipper-Alopezie“ führen

und das nachwachsende Fell dauerhaft watteweich und noch anfälliger für Filz machen.

Sorgfältiges Kürzen des Fells in senkrechten Lagen – so, dass es wie natürlich gewachsen fällt –,

ist die einzige Möglichkeit, dem Hund seine Bewegungsfreiheit,

seine Lebensqualität im Alltag, seine wahre Schönheit und seine Würde zurückzugeben,

ohne die Haarstruktur zu schädigen.

Der angezüchtete Unsinn – massenhaft Fell, Ängstlichkeit, Krankheiten, Intelligenzverlust –

fordert einen extremen Tribut von verantwortungsbewussten Haltern von Bearded Collies.

Darum stehen auch die Züchter in der Pflicht, Welpen-Interessenten richtig einzuschätzen:

·      Können und wollen die neuen Besitzer den ihnen anvertrauten Hund so versorgen, wie es notwendig ist?

Eine verantwortungsvolle Pflege lindert zwar das Leiden der einzelnen Hunde,

stoppt aber nicht das genetische Siechtum innerhalb der geschlossenen Zuchtstrukturen. 

 

 

Es ist eine tragische Ironie der modernen Kynologie:

Ein Hund, der charakterlich so unglaublich liebenswert, loyal und kooperativ ist,

dass man als Halter bereit ist, alles für ihn zu tun (Hundefrisör, Tierarzt, Verhaltenstrainer),

wurde von der Zuchtwelt physisch (Fell) und psychisch (Ängstlichkeit) im Stich gelassen.

Das Leiden dieser Hunde ist die direkte Folge einer Selektion,

die den Show-Erfolg über das Tierwohl gestellt hat.

 

 

 

Ein System aus gegenseitiger Absicherung

(Züchter richten Hunde befreundeter Züchter, der Bock wurde zum Gärtner gemacht),

und mangelnder Einsicht hat bisher eine Kehrtwende unmöglich gemacht.

Ein Züchter, der in den letzten Jahrzehnten die Zuchttauglichkeit seiner Hunde bestätigt bekommen wollte,

war gezwungen, den Richtern das zu zeigen, was sie sehen wollten: glamouröses Fell.

Nur wenige Züchter, die dabei nicht mitmachen wollten, konnten sich im Lauf der Jahre behaupten –

und das nur mit Hunden, deren Körperbau so exzellent gewesen sein muss,

dass kein Ausstellungsrichter „an ihren vorbeikam“.

Ohne massiven offiziellen und rechtlichen Druck von außen hat sich in den Rasseclubs nichts geändert.

Genau an diesem Punkt setzt die EU-Heimtierverordnung an:

Sie bricht die Autonomie der Zuchtvereine,

indem sie den rechtlichen Hebel direkt bei den Behörden und Amtsveterinären ansetzt. 

 

 

Rassemerkmale,

die dem Rassestandard entsprechen und nicht eingehalten wurden,

werden sich nicht von heute auf morgen züchterisch umsetzen lassen.

Bei anderen Rassen werden Rassestandards geändert werden müssen – den Bearded Collie betrifft das nicht.

Er hat einen geschichtlich gewachsenen Standard, der lediglich beachtet und umgesetzt werden müsste.

Dies wurde bereits seit den 1970er-Jahren von den Züchtern versäumt.

Eine Umkehr wird innerhalb der engen bestehenden Zuchtgrenzen kaum noch möglich sein,

weil inzwischen die genetische Reserve für eine „Retro-Zucht“ fast völlig fehlt.

 

 

 Gut zu wissen:

Mrs Willison, die die Rasse des Bearded Collies in den 1950er-Jahren neu aufleben ließ,

beklagte den Trend zu überlangem Fell bereits in ihrem 1971 erschienenen Buch:

„Das Fell neigt nun dazu, zu lang zu werden, so dass manche Hunde aussehen wie kleine Bobtails.“

 

 

Wenn ein extremes Merkmal in einer geschlossenen Population genetisch fixiert ist,

kann man es nicht mehr wegzüchten, ohne fremde Gene einzubringen (Outcross).

Ein wetterfestes, harsches, mittellanges Fell mit mäßiger Unterwolle lässt sich nicht aus dem Hut zaubern.

Das Genmaterial für das ursprüngliche, pflegeleichte und dem Rassestandard entsprechende Fell

und auch für die nervenstarke, wesensfeste Arbeitsintelligenz ist in den Showlinien fast ausgestorben.

Man kann nicht herbeizüchten, was im Erbgut nicht mehr vorhanden ist. 

·      Die Sackgasse: Wenn die EU-Verordnung vorschreibt, dass ein Hund ein gemäßigtes Fell haben muss,

um legal an Ausstellungen teilzunehmen und zur Zucht zugelassen zu werden,

die traditionellen Showlinien aber genetisch nur noch Hunde mit extremem Fell hervorbringen können,

werden diese Zuchtlinien zu einer biologischen und rechtlichen Sackgasse.

·      Der genetische Aussterbeprozess: Wenn eine Hunderasse in eine solche Sackgasse gerät,

tritt ein vorhersehbarer Domino-Effekt ein.

Solch ein Niedergang verläuft vorhersehbar:

1)      Verantwortungsbewusste Züchter sagen Nein: Sie weigern sich, Welpen zu züchten,

-  die in einigen Punkten nicht mehr dem gültigen Rassestandard entsprechen,

-  die in Gefahr sind, Krankheiten zu entwickeln und

-  ein Leben lang aufwendige, unzumutbare Pflege zu brauchen.

Mühsam versuchen sie, die letzten akzeptablen Gene aufzutreiben, oder geben frustriert auf.

2)      Radikalisierung: Die verbleibenden Züchter sind oft die ideologisch extremsten –

jene, denen es ausschließlich um Ausstellungen, Titel

und die Aufrechterhaltung des „Glamour-Looks“ um jeden Preis geht,

ungeachtet der genetischen Folgen und des Wohlergehens der Hunde.

3)      Einbruch der Nachfrage: Mit der Zeit erkennen immer mehr Welpen-Interessenten die Missstände.

Da gesunde, wesensfeste Tiere immer seltener werden, die Tierarztkosten explodieren

und die Fellpflege im Alltag kaum noch zu bewältigen ist, sinkt die Nachfrage nach Welpen drastisch.

Die Anzahl der Wurfregistrierungen geht von Jahr zu Jahr zurück.

Dies haben wir bei den Beardies erleben müssen, allen Warnungen zum Trotz.

Die Krise des Bearded Collies ist eine fatale Kombination aus verfehlter Rassepolitik,

genetischer Verarmung und schwerwiegender gesundheitlicher Folgen.

 

 

 Gut zu wissen:

Der alte Beardie-Typ, wie er von Mrs Willison in Perfektion gezüchtet wurde,

entsprach noch dem schottischen Arbeitshund.

Die Hunde waren gesund, robust und konnten ausdauernd und trittsicher laufen.

Das Fell war mittellang, harsch, und wetterfest, es neigte nicht zu Verfilzungen,

war schmutzabweisend und hatte einen Selbstreinigungseffekt: Getrocknete Erde fiel einfach heraus.

Dieses Fell bildete keinen fast bodenlangen Mantel und verdeckte weder die Augen noch die Körperkonturen.

Die Hunde hatten ein zotteliges („shaggy“) Fell,

das tauglich war für den Arbeitseinsatz und Schutz bot vor Regen und Wind.

Die Farben des Fells waren kräftig und dunkel (ein Zeichen für Vitalität), der Weiß-Anteil war gering.

Die Felllänge des Stammvaters der Rasse, Bailie of Bothkennar,

lässt sich anhand anatomischer Fixpunkte auf 8 bis 12 cm schätzen.

 

Wenn wir heute vom „alten Typ“ sprechen,

sind Hunde gemeint, wie sie in den 1960er/70er-Jahren waren:

mit ca. 15 bis 20 cm Felllänge am Rumpf – noch moderat (lt. Standard: mit Tageslicht unter dem Hund),

durchaus hübsch anzusehen

und bei harscher Textur relativ leicht zu pflegen, mit 15 bis 30 Minuten Arbeitsaufwand pro Woche.

Dies ist unsere Empfehlung für den Beardie der Zukunft,

-       um den Tierschutzgesetzen zu entsprechen

-       um als Familienhund wenig Mühe zu machen

-       um als robuster Allwetter- und Arbeitshund die volle Funktion zu gewährleisten.

Arbeitstauglichkeit geht mit Fitness und Gesundheit einher.

 

 

 

Zukunftssichere Selektion

Geht das überhaupt noch?

Nein.

Eine Verbesserung innerhalb der Rasse ist mathematisch und biologisch nicht mehr möglich.

Aus einem leeren Genpool kann man keine gesunden Gene herbeizüchten,

im Gegenteil: Die Rasse wird trotz Selektion immer weiter geschwächt.

Würde mit wenigen noch verfügbaren Arbeitsbeardies weitergezüchtet, gäbe es wieder den „Popular sire“-Effekt.

 

Züchtern, die nicht mit einer illegalen Zucht „in den Untergrund abtauchen“ wollen,

bleibt dennoch vorerst nichts anderes übrig als die gezielte Auswahl in der Wurfkiste,

anhand der Beschaffenheit des Welpenfells.

Nicht immer haben alle Welpen eines Wurfs die gleiche Fell-Veranlagung.

Punkt Kreis rot

Haben Züchter bisher diejenigen Welpen behalten,

die das üppigste Haarkleid im Show-Ring versprachen,

Punkt Kreis grün

müssen sie in Zukunft umdenken:

Für die Weiterzucht sind gezielt jene Welpen vorzuziehen,

die die Anlage zu einem gemäßigteren Fell zeigen.

Erkennungsmerkmale im Welpenalter:

ein glatteres Fell als die Wurfgeschwister,

keine „Plüschstiefel“ an den Läufen, wenig Haar zwischen den Ballen.

Diese Hunde bleiben bei der Fellentwicklung nicht im 2. Lebensjahr stecken,

ihr Haar ist erst mit 3 – 4 Jahren voll entwickelt.

So kann man sich im Rahmen der Selektion immerhin bemühen,

dass Bearded Collies überhaupt noch legal für Ausstellungen, Zuchtzulassungen und Wettbewerbe

zugelassen werden.

Dieser Umschwung wird jetzt nicht mehr einfach sein,

weil die Gene für ein standardgerechtes Haarkleid extrem rar geworden sind.

Trotzdem wird es noch Züchter geben,

die sich bei ihrer Ehre oder ihrem wirtschaftlichen Überlebensinstinkt gepackt fühlen.

 

Noch bleibt das geschulte Auge des Züchters auf den Hunde-Nachwuchs sein bestes Werkzeug.

Dass der Bearded Collie reinerbig die rezessiven Langhaar-Allele l/l trägt, ist Fakt;

Kurzhaar-Beardies gibt es nicht (das wäre L/L oder L/l).

Extremes Fell wird polygen vererbt, also über die Beteiligung mehrerer Gene.

Die tatsächliche Haarlänge, die Nährstoffversorgung der Haarwurzel, hormonelle Einflüsse,

die Dauer der Wachstumsphase, die Wachstumsgeschwindigkeit und die Haardichte

werden von zahlreichen Modifikationsgenen gesteuert.

Mutationen oder ein Funktionsverlust des Gens FGF5 führen dazu,

dass die Wachstumsphase der Haarfollikel künstlich verlängert wird:

Das Haarwachstum stoppt einfach nicht rechtzeitig.

 

 

 Gut zu wissen:

*   Durch jahrzehntelange einseitige Selektion wurden beim Bearded Collie Modifikationsgene angehäuft,

die die Wachstumsphase der Haare verlängern.

*   Bei Hütehund-Rassen im Arbeitseinsatz

wurde dagegen überwiegend auf ein moderates, wetterfestes und pflegeleichtes Fell selektiert.

 

 

Vielleicht wird es eines Tages zuverlässige Gentests für den Haarlängen-Regulator FGF5 geben.

Bis die Modifikationsgene vollständig entschlüsselt sind,

bleibt ein umfassender Welpen-Gentest zur Auswahl künftiger Zuchthunde noch Utopie.

Sobald die Wissenschaft die genauen Modifikator-Muster für die Haarlänge entschlüsselt hat,

können Züchter über einen polygenen Risiko-Score vorab bestimmen lassen,

welche Welpen die Gen-Kombination für extremes Langhaar nicht in sich tragen (es werden sehr wenige sein). 

Für eine genomweite Assoziationsstudie (GWAS)

fehlen der Wissenschaft inzwischen die Vergleichshunde.

Man bräuchte eine ausreichende Anzahl an Bearded Collies mit korrektem Fell (ca. 100 oder mehr),

die man der gleichen Anzahl überzüchteter Hunde gegenüberstellt, um das DNA-Profil abzugleichen.

Aufgrund der genetischen Verarmung der Rasse – es gibt fast nur noch Beardies mit überzüchtetem Fell –

sind Kontrollhunde mit standardgerechtem Fell kaum noch zu finden.

Nebenbei:

Hunde sollten sich nicht nach „Schema F“ paaren müssen, sondern die Sympathie ist entscheidend.

Ihr Instinkt sagt ihnen, ob sie zueinander passen oder nicht und wann der richtige Zeitpunkt ist.

Zu unserer großen Freude – und sicherlich weniger zur Freude von zwangsverpaarenden Züchtern –

wird im EU-Heimtiergesetz nun auch der Vergewaltigung von Hündinnen ein Riegel vorgeschoben,

weil eine „physische Einschränkung der Bewegungsfreiheit während der Paarung“

dem natürlichen Verhalten zuwiderläuft und das Wohlergehen der Tiere beeinträchtigt.

Doch wer kontrolliert das?

 

 

Knackpunkt Stirnhaar

Es sieht so aus, als ob unfrisiertes Stirnhaar, das die Augen verdeckt, ein starker Anhaltspunkt sein wird,

wenn es darum geht, einen Bearded Collie von Ausstellungen und von der Zucht auszuschließen,

und zwar sowohl gemäß EU-Verordnung als auch nach der Novelle des Tierschutzgesetzes 2026 (Blindheit).

Wenn ein Hund seine Welt nur durch einen Vorhang sieht, werden Ängste und Orientierungslosigkeit gefördert.

Freie Sicht wird beim Bearded Collie nicht allein durch die Haarlänge bestimmt,

sondern maßgeblich durch die Anatomie des Schädels.

Der alte Beardie-Typ zeichnete sich durch ausgeprägte Knochenwülste über den Augen aus.

Diese Knochenstruktur sorgt dafür, dass das Stirnhaar natürlich zur Seite fällt und die Augen freigibt.

Beim modernen Show-Typ wurde diesen Wülsten meist wenig Beachtung geschenkt,

wodurch das Haar unweigerlich wie ein Vorhang vor die Augen fällt.

Eine rückwärtsgerichtete Zucht (Retrozucht) muss daher auch den Knochenbau des Schädels im Blick haben,

um dem Hund seine visuelle Orientierung und Kommunikation zurückzugeben –

für freie Sicht ohne Spangen und Zöpfe.

 

 

 

 

 

 

 

Die Züchterin hatte beim Kauf des Welpen gesagt:

„Niemals den Pony schneiden!

Wartet drei Jahre, dann fällt das Haar von allein zu Seite!“

Dies kam dabei heraus …

 

 

 

Auswahl geeigneter Zuchtpartner

Dass man künftig nicht mehr die Rüden mit dem „schönsten“, sprich üppigsten Show-Fell wählen sollte,

bedarf keiner weiteren Erklärung.

Züchter müssten Hunde konsequent aus der Zucht nehmen,

deren Fellpflege im Alltag ohne extremes Bürsten und Kämmen kaum noch zu bewältigen ist. 

Das hieße zum aktuellen Zeitpunkt (2026), nahezu alle aktiven Zuchthündinnen in Rente zu schicken.

Kaum ein Züchter wird das tun, wenn er nach dem Grundsatz lebt,

dass eine Hündin „sich zumindest selbst tragen“ muss, also keine Kosten verursachen darf: 

Ihre Welpen bringen das Geld für ihren Unterhalt ein, möglichst etwas darüber hinaus.

 

 

Genomischer Inzuchtkoeffizient

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Bearded Collies durch den Einsatz weniger prämierter Deckrüden

inzwischen sehr eng miteinander verwandt sind,

zumal die Rasse in den 1950er-Jahren mit wenigen Stammhunden aufgebaut wurde.

Der Inzuchtkoeffizient liegt in der Gesamtpopulation auf einem kritisch hohen Niveau.

Er sollte über mindestens 10 Generationen berechnet werden; denn es nützt wenig,

dem gutgläubigen Welpenkäufer über wenige Generationen keine doppelten Ahnen im Stammbaum vorzuweisen.

Heutzutage bietet die moderne Genetik die Möglichkeit,

im Labor den tatsächlichen, genomischen Inzuchtkoeffizienten (gCOI) auf DNA-Ebene zu ermitteln.

Der gCOI gibt an, wie viel Prozent des Erbguts eines Hundes reinerbig vorliegen (ideal: unter 5 %).

Dies ist ein entscheidender Fortschritt,

da Wurfgeschwister durch die zufällige Verteilung der Gene unterschiedliche Anlagen erben

und somit eine stark variierende Reinerbigkeit (Homozygotie) aufweisen können.

Das extreme Show-Fell ist letztlich das Resultat einer Inzuchtdepression:

einer Anhäufung rezessiver Modifikationsgene.

Bei gezielten Verpaarungen mit einem nachweislich niedrigen gCOI bekommt das Haarkleid die Chance,

genetisch bedingt wieder robuster, harscher und kürzer zu werden.

Sobald Schwarz auf Weiß auf dem Papier steht,

dass der gCOI einer Zuchtlinie kritisch hoch ist (ab 10 %) und keine gesunden Verpaarungen mehr zulässt,

bricht das Argument der Reinzucht von Rassehunden zusammen.

Wenn Verpaarungen auf dieser Ebene nicht zugelassen werden würden,

wäre solch ein Verbot der Engzucht, das vom Rassezuchtverein ausgeht, ein echter Kontrollfaktor,

ohne dass man ein Gesetz bräuchte.

 

So kann ein idealer Ausstellungssieger aussehen.

Heute würde er so als geschoren gelten und könnte „keinen Blumentopf“ gewinnen.

 

Ausstellungen

Beardie-Züchter werden sich nun darauf einstellen müssen,

dass das Gesetz die maßgebliche Richtlinie vorgibt

und nicht länger die persönliche Ansicht von Ausstellungsrichtern,

die die Vorgaben des Rassestandards bisher allzu oft ignoriert haben.

Der FCI-Standard  des Bearded Collies fordert bis heute ein „hartes, kräftiges und zottiges“ Fell.

Es war allein die Fehlinterpretation der Zuchtrichter bei Ausstellungen,

die das überaus lange, dichte Show-Fell zum Ideal erhoben hat. 

Üppiges, überlanges Haar sieht im Show-Ring spektakulär aus,

ist aber für einen aktiven Hund im Alltag eine Qual,

weil es verfilzt, eine Menge Schmutz sammelt und das Regulieren der Körpertemperatur behindert.

Durch das strikte Verbot kosmetischer Eingriffe im Ausstellungsring

entsteht nun für die Show-Linien eine rechtliche Sackgasse:

Da Spangen, Gummibänder und das Manipulieren mit Haarspray im Ring verboten sind,

der Hund das Stirnhaar aber mangels Knochenstruktur vor den Augen hängen hat, gilt:

·      Entweder der Hund sieht nichts, 

was ein Qualzuchtmerkmal darstellt und zum Ausschluss führt,

·      oder er ist frisiert,

was als Regelverstoß ebenfalls den Ausschluss nach sich zieht. 

 

 

Was machbar und notwendig ist:

Zuchtvereine müssen Richter künftig verpflichten, Hunde mit kürzerem, harschem Fell radikal vorzuziehen

und überlanges, weiches, seidiges Fell als zuchtausschließenden Fehler zu bewerten –

so, wie es der Rassestandard in Amerika mit dem Ausschluss von „excessively long, silky coat

(übermäßig langem, seidigem Fell) bereits vorbildlich vorschreibt – theoretisch …

Wenn das überzüchtete Show-Fell im Ausstellungsring keine Chance mehr hat, regelt sich der Markt

und damit das Zuchtverhalten in wenigen Generationen von selbst. 

Dabei darf jedoch niemals der Fokus verlorengehen:

Auch der korrekte Körperbau und die Wesensfestigkeit sind wichtig.

Fell, Anatomie und starke Nerven gehören untrennbar zusammen: „fit for function“ (funktionstüchtig),

wie es im Ursprungsland Großbritannien bei Ausstellungen gefordert wird

und wie es für einen Hund im Arbeitseinsatz gar nicht anders geht.

 

 

Sichtbarkeit

Züchter, die sich dem standardgerechten, ursprünglichen Bearded Collie verschrieben haben,

tun gut daran, ihre erwachsen gewordene Nachzucht online zu präsentieren –

und zwar möglichst lückenlos und natürlich unfrisiert: ohne Haarspangen, Gummibänder, Zöpfe oder Haarspray.

Fotos von „Familientreffen“ bieten eine gute Gelegenheit für Transparenz

(sofern alle abgebildeten Personen mit der Veröffentlichung einverstanden sind).

Die Sichtbarkeit erwachsener, gesunder, urwüchsiger, wesensstarker und sozial verträglicher Hunde

ist das beste und nachhaltigste Verkaufsargument für informierte Welpenkäufer.

Im Gegenzug entlarven geschorene Bearded Collies im Straßenbild die standardwidrige Zucht

und die Überforderung der Hundehalter.

 

 

 Gut zu wissen:

Mit Hunden, die auf Grund ihrer Extreme als Qualzucht einzustufen sind,

darf rechtlich nicht mehr geworben werden.

 

 

 

 

Outcross-Projekte sind nicht die Lösung!

Um es gleich vorweg zu sagen:

Wir halten das Einkreuzen fremder Rassen nicht für den richtigen Weg.

Unser Appell an die Züchter: Bitte lasst es bleiben!

Auch Hunde aus einer Retrozucht werden Probleme haben.

Wie wir wissen,

haben verantwortungsbewusste britische Schäfer es schon vor Jahren überwiegend abgelehnt,

ihre Arbeitsbeardies zur Auffrischung der „Show-Gene“ herzugeben – mit anderen Worten:

Mit Weitsicht weigerten sie sich, dazu beizutragen, dass 

Punkt Kreis rot

halb-gesunde (und damit halb-kranke)

Punkt Kreis rot

halb-wesensfeste (und damit halb-ängstliche)

Welpen geboren werden.

Die sehr erfahrene Züchterin Dr. Lynne Sharpe/„Brambledale“, die noch über ursprüngliche Bearded Collies verfügte,

startete im Jahr 2001 mit Arbeitsbeardies ein Outcross-Projekt,

das recht gut gelang (abgesehen davon, dass sie das Merle-Gen tolerierte).

Einige dieser Nachkommen gingen auf dem Kontinent in die Beardie-Zucht ein,

dank des Zuchtregisters des BCCD, das diese Hunde akzeptierte.

Ein Jahrzehnt später musste die Brambledale-Linie aus Altersgründen eingestellt werden.

Die wenigen genetischen Spuren dieser Outcross-Beardies sind weitgehend versandet.

Als genetische Außenseiter kamen sie für viele Züchter als Zuchtpartner nicht in Frage.

Ihre Nachkommen hatten bei Ausstellungen „schlechte Karten“, gelangten kaum in die Zucht,

wurden aber von Liebhabern der Rasse als etwas Besonderes geschätzt.

Heutzutage sind selbst die britischen Arbeitslinien teilweise nicht mehr „das Gelbe vom Ei“:

Viele dieser Hunde erinnern an Border Collies, haben spitze Schnauzen,

und auf Fotos lässt bei einigen der Körperbau sichtlich zu wünschen übrig –

vom fehlenden, einst rassetypischen, sanften „Schmelz im Blick“ ganz zu schweigen:

Ein scharfer Hüteblick – wie bei Border Collies – kommt in Arbeitslinien von Bearded Collies vor

und wird von Liebhabern der Rasse abgelehnt.

 

 

 Gut zu wissen:

Dass ein Bearded Collie hüten kann, sagt nichts über seine Fellbeschaffenheit aus.

Auch ein Hund mit viel Fell kann an Schafen arbeiten (fragt sich nur, wie lange: Hitzestau)

und kann „Arbeitsbeardie“ genannt werden.

Maßgebend ist nicht die Hüteveranlagung, sondern es kommt auf die Ahnentafel an:

Wer steckt drin? Wie ist der Phänotyp? Sind alle gesund und wesensfest?

 

Eine „Parallelwelt“ gibt es bei der Working Bearded Collie Society (WBCS) in Großbritannien:

Beardies mit Ahnentafeln, die vom britischen Kennel Club nicht anerkannt werden,

erhalten das kulturelle Erbe der Rasse.

Unter diesen Hunden sind sicherlich einige Hoffnungsträger,

die die Rasse jenseits der FCI-Shows am Leben erhalten können.

Genetisch wertvolle Hunde sollten nicht als bloßes „Ersatzteillager“ dienen müssen,

um verdorbene Gene von Show-Beardies ein wenig besser zu machen.

Sie könnten aber der Grundstock für einen neuen Anfang, für einen neuen Aufbau der Rasse sein.

 

 

Beim Einkreuzen fremder Rassen (Outcross) gäbe es dasselbe Problem,

das die umsichtigen Besitzer von britischen Arbeitsbeardies erkannt und zurückgewiesen haben:

Den Nachkommen aus solchen Verpaarungen wäre langfristig wenig gedient,

weil kranke Veranlagungen immer wieder durchschlagen würden,

sobald sich die entsprechenden Gene in späteren Generationen begegnen.

Wer etwas Neues aufbauen will, muss mit einem stabilen Fundament beginnen, nicht mit einem brüchigen.

Ein festes Fundament gibt es für Bearded Collies nicht,

wenn man mit kaputtgezüchteten Hunden anfängt und neue Gene „anflickt“.

Und: Das Fell ist nicht alles!

Wir haben zahlreiche Hütehundrassen daraufhin überprüft, ob sie sich theoretisch als Zuchtpartner eignen würden:

Bei allen gibt es Punkte, die nicht zum Beardie passen,

sei es äußerlich (z. B. Körperbau, spitze Schnauzen), charakterlich (Derbheit, starrer Hüteblick),

Gesundheit und auch im Hinblick auf genetische Diversität (Engzucht).

 

Border Collies mit scharfem Hüteblick

Ein Bearded Collie, der noch über Hüteinstinkt verfügt, senkt genauso den Kopf, aber in Ruhe.

Er ist nicht so hektisch und scharf wie ein Border Collie.

 

Nicht einmal der Border Collie, die am engsten verwandte Rasse, kommt heute noch als Zuchtpartner in Frage

(in der Beardie-Gründungsphase nach dem Zweiten Weltkrieg kamen beide Rassen im selben Wurf zur Welt,

man unterschied sie vor allem anhand der Ohrform).

Der Bearded Collie

war historisch ein fröhlicher, sehr menschenfreundlicher, sanfter und wesensstarker Allrounder,

mit der unter Hirtenhunden seltenen Fähigkeit,

Schafe und Rinder selbstständig zu hüten, zu treiben, zu bewachen und zu beschützen.

Der moderne Border Collie

ist durch die Selektion auf extreme Reizempfänglichkeit oft nervös,

ist im normalen Familienalltag schnell unterfordert, wird oft zu wenig ausgelastet,

sucht sich „Aufgaben“ wie das Verfolgen von spielenden Kindern

oder von Joggern (Fersenbiss wie beim Hüten), Rollern, Fahrrädern usw.

Berichtet wird von problematischer Ressourcenverteidigung und Aggression.

Eine Schäferin, die selbst Border Collies züchtet, sagte:

„Wenn ich mir einen Familienhund suchen sollte, dann alles, nur keinen Border Collie!“

Diese beiden Wesensarten zu mischen,

würde den ursprünglichen Charakter des Beardies endgültig zerstören.

Ein klares Stopp-Signal: Bitte nicht noch einmal Experimente mit „Bernollies“

(mit Berner Sennenhund: hohes HD-Risiko, erbliche Krebsform, geringe Lebenserwartung von nur etwa 7 – 9 Jahren)

und auch keine „Bearottis“ (mit Rottweiler, der zu Aggressivität neigt)!

 

 

 Keine Kompromisse! Ganz oder gar nicht!

Das haben wir auf unseren Webseiten jahrzehntelang gefordert.

Selbst Züchter mit den besten Absichten, die die Rasse nicht aufgeben wollten,

fühlten sich inzwischen gezwungen, Kompromisse einzugehen,

weil sie im Stammbaum möglicher Zuchtpartner keine Hunde ohne jegliche Überzüchtung mehr fanden.

Jeder erfahrene Züchter weiß:

·      Es funktioniert auf Dauer nicht, unerwünschte Eigenschaften

mit erwünschten Eigenschaften des Zuchtpartners auszugleichen.

·      Das löst das Problem nicht an der Wurzel –

und an die Wurzel muss man gehen, buchstäblich radikal.

Ein unkontrolliertes Mischen zweier Rassen führt zu neuen Kompromissen und unvorhersehbaren Phänotypen.

Auch unvorhersehbare Eigenschaften werden in den Genpool gespült –

wie eine Züchterin schon allein beim Einsatz eines ausländischen Deckrüden sagte:
„Man weiß bei so was nie, was man sich in die Zucht holt!“

Werden kranke bzw. verhaltensauffällige Ausgangstiere genutzt (Autoimmunerkrankungen, Ängstlichkeit …),

  also die Ausgangstiere einer Rasse, die verbessert werden soll –,

verschwinden deren Defektgene nicht einfach durch Zauberei,

sondern sie werden zunächst unsichtbar weitergegeben und treffen sich bei Rückkreuzungen wieder.

Krankheiten, für die es Gentests gibt, kann man mit Einkreuzungen in den Griff bekommen,

wenn alle Zuchttiere auf alle in der Rasse bekannten Krankheiten untersucht werden (das wird teuer);

doch für Felllänge und Ängstlichkeit, zum Beispiel, gibt es keine Gentests.

Dass nicht alles erfasst wird, ist die größte Schwachstelle und das größte Risiko von Outcross-Projekten.

 

Beardie-Mischlinge

Oft sieht man in Kleinanzeigen oder auf Tierheim-Webseiten Hunde,

die als „Bearded-Collie-Mix“ bezeichnet werden.

Offenbar werden viele Wuschelhunde der Einfachheit halber so bezeichnet,

obwohl man mit Kennerblick und etwas Genetik-Wissen

nicht das Geringste von einem Bearded Collie entdecken kann.

 

 

Züchter sehen es so:

Alternative A: Reinzucht beibehalten: Der sichere Untergang der Rasse durch Inzuchtdepression:

immer stärkeres Versagen des Immunsystems, viel Krebs, Sterilität, Totgeburten oder nur kurz lebensfähige Welpen,

und das stark überzüchtete, lange, nicht mehr harsche Fell bleibt. 

Alternative B: Auskreuzen wagen: Das Risiko, sich unkontrollierbare Gene in die Zucht zu holen

und dass sich Schadgene bei späteren Verpaarungen wieder treffen, bleibt ein kynologisches Glücksspiel –

auch mit wissenschaftlicher Begleitung, solange es nicht für alles einen Gentest gibt.

Es ist eine Chance, eine Rasse einigermaßen zu erhalten; doch es wird nie wieder dasselbe sein wie früher.

Und es ist sehr schwierig, eine Rasse zu finden, die wirklich gut passt.

Auskreuzen scheint das kleinere Übel zu sein.

Man nimmt in Kauf, dass die nächsten Generationen von Welpen in Gefahr sind, Krankheiten zu entwickeln

und dass sie auch die Geräuschempfindlichkeit immer weiter ertragen müssen.

Wenn Einkreuzungen wegen dieser Gefahr nicht in Frage kommen:

Wie viel mehr sind dann Welpen aus Verpaarungen reinrassiger Bearded Collies in Gefahr!

Um die Jahrtausendwende hätte man das Ruder noch herumreißen können, heute geht das nicht mehr.

Es gibt einfach Rassen, von denen man sich verabschieden muss,

wenn das Leben weder für die Hunde noch für ihre Menschen noch für die Tierärzte eine Freude ist.

Tierärzte und auch Tiertrainer können nicht alles reparieren und „geradebiegen“, was in der Zucht schiefgelaufen ist.

 

 

Die rechtliche Entwicklung

ebnet den Weg für staatlich verordnete Zuchtprogramme. Outcross per Gesetz wird zur realen Option.

Die EU-Heimtierverordnung und die Liste der Qualzuchtmerkmale

wirken in ihrer kompromisslosen Form wie ein unaufhaltsamer Katalysator

für das Aussterben der Bearded Collies in ihrer übertypisierten Form.

Wenn es in geschlossenen Zuchtregistern kaum noch gesetzeskonforme Hunde gibt,

bricht das System der reinen Rassezucht zusammen.

Da Züchter die verankerten Langhaargene in ihrem aktuellen Zuchtbestand

nicht einfach per Knopfdruck abschalten können,

wird die konsequente rechtliche Durchsetzung der EU-Verordnung das Zuchtregistersystem wahrscheinlich spalten,

denn nicht alle Züchter werden es wahrhaben wollen, dass „halbe Sachen“ der Rasse auf Dauer schaden,

erst recht rückgekreuzt auf vielleicht „Dreiviertelbeardie“ oder mehr.

Während etablierte Zuchtvereine eine Blutauffrischung traditionell verbieten, sitzen die Züchter in der Falle.

Damit riskieren diese Vereine nun, die Kontrolle über die Rasse vollständig zu verlieren.

Die Tierschutzgesetze zwingen die Vereine zum Handeln, weil die Fortführung einer Zucht,

die bewusst „übermäßig ausgeprägte Körpermerkmale“ hervorbringt, rechtlich untersagt werden kann,

wenn die Hunde darunter leiden.

 

 

 Gut zu wissen:

Die Verantwortlichen in den Zuchtvereinen sind um Ausreden nicht verlegen.

Solange sie behaupten, ein Zucht-Problem könne innerhalb der Rasse gelöst werden

(„Es gibt ja noch Beardies mit weniger Fell!“),

wird ein Einkreuzen von Fremdrassen im VDH voraussichtlich nicht genehmigt werden.

 

 

Wenn eine Rasse genetisch so sehr verarmt ist, dass fast keine Hunde ohne Leiden mehr existieren,

können Behörden die Zuchtordnung des Vereins für ungültig erklären.

Ist eine Rasse genetisch so stark geschädigt,

dass gesunde Hunde innerhalb des geschlossenen Zuchtbuchs nicht mehr gezüchtet werden können,

muss der VDH wissenschaftlich begleitete Kreuzungsprogramme genehmigen. 

Tut er das nicht, ist damit zu rechnen,

dass alternative Zuchtvereine außerhalb des VDH großen Zulauf bekommen,

bei denen die bürokratischen Hürden für Outcross-Projekte niedriger sein können als beim VDH.

Wer als Züchter der EU-Heimtierverordnung entsprechen

und einen mittelgroßen, zottigen und dennoch pflegeleichten Familienhund erhalten möchte, 

wird sich genötigt fühlen, sich außerhalb der geschlossenen Zuchtbücher umzusehen.

Um ein totales Zuchtverbot abzuwenden, werden Vereine per Gesetz gezwungen,

wissenschaftlich begleitete Einkreuzungsprogramme mit geeigneten Fremdrassen umzusetzen –

völlig unabhängig vom Willen der etablierten Show-Züchter.

Wer sich gegen diese Maßnahmen sperrt, verliert seine Zuchtgenehmigung.

Noch einmal: Bitte lasst es bleiben!

Man würde das Leid der Hunde nur verlängern.

 

 

Wird dennoch mittels Auskreuzen eine andere Richtung, ein neuer Zuchtweg eingeschlagen,

darf kein Tunnelblick in die gegensätzliche Fell-Richtung entstehen.

Es darf nicht nur um die Länge des Fells gehen: Wichtig ist u. a. auch eine harsche, wetterfeste, pflegeleichte Textur.

Parallel dazu müssen weitere fundamentale Kriterien wieder in den Fokus rücken:

*       Körperbau

Fehler, die bisher unter viel Fell versteckt werden konnten, müssen zum Wohl der Hunde aufgedeckt werden,

auch durchtrittige Pfoten, die im Show-Ring sogar bei Champions „übersehen“ werden

und doch häufig schon bei jungen Beardies zu sehen sind (fehlende Festigkeit von Sehnen, Bändern, Muskeln).

Ein straffes, sehniges Gewebe geht genetisch selten mit extremem Plüschfell einher.

Erwünscht ist beim Beardie ein federnder Gang, wie beim „Schnüren“ eines Wolfes.

Beim Wolf federt die Muskulatur den Schritt ab.

Beim durchtrittigen Bearded Collie ist das „Federn“ kein Zeichen von Kraft,

sondern vom Durchsacken der Gelenke aufgrund labiler Bänder.

Das ist kein ökonomisches Dahingleiten, sondern eine mechanische Überlastung bei jedem einzelnen Schritt,

die auf Dauer zu schwerer Arthrose führen kann.

Zudem muss gezielt wieder auf die Knochenwülste über den Augen geachtet werden,

damit das Stirnhaar wie früher von Natur aus zur Seite fällt –

was für Familienhunde genauso wichtig und sinnvoll ist wie für Arbeitsbeardies: freie Sicht.

*       Gesundheit

Vermehrt muss auf unterschiedliche und auch seltene Haplotypen geachtet werden,

um über die Vielfalt des Immunsystems die rassetypischen Autoimmunerkrankungen in den Griff zu bekommen.

Die Gefahr dabei: Rüden mit seltenen Haplotypen können wiederum zu „popular sires“ werden,

was eine enge Verwandtschaft fördert (Inzuchtkoeffizient).

Neben der ohnehin vorgeschriebenen HD-Untersuchung (möglichst mit Wiederholung im 3. Lebensjahr)

sollte für jeden Züchter die ethische Pflicht zur Untersuchung auf ED und OCD

ebenso selbstverständlich sein wie jährliche Kontrollen der Augen bis zum 6. Geburtstag;

denn es gibt erbliche Augenkrankheiten, die sich spät entwickeln, z. B. PRA, RPED, Grauer Star.

Hunde, die Nachkommen mit viel Weiß am Kopf haben, gehören nicht in die Zucht: Taubheit vorbeugen.

*       Wesensfestigkeit

Das Zuchtziel muss ein mental stabiler Hund sein:

weder ängstlich noch aggressiv, selbstbewusst und doch leichtführig, gehorsam, sanft.

*       Intelligenz

Eigenständiges Denken und die Fähigkeit zur Problemlösung müssen erwünscht sein.

Reine Befehlsempfänger und „Kriecher“ sind nicht das, was das wahre Wesen eines Bearded Collies ausmacht.

Ein intelligenter Hund, der verstanden wird, ist leichter zu erziehen als einer, dem es an Grips mangelt.

 

 

 Gut zu wissen:

Alle Hunderassen sind von Grund auf Mischlinge.

Hunde wurden zunächst für spezielle Aufgaben selektiert:

Jagdhunde, Herdengebrauchshunde, Wachhunde.

Die Rassehundezucht gibt es erst seit Mitte den 18. Jahrhunderts,

bei einigen Gesellschafts- und Begleithunden deutlich länger, z. B. „Palasthunde“.

In der Pferdezucht nennt man das Einkreuzen von fremdem Blut „Veredeln“.

In der traditionellen Hundezucht spricht man von „Verderben“:

Die Reinheit der Rassen sollte bisher bewahrt werden – auf Kosten der Lebensqualität der Hunde.

 

In einem geschlossenen System kann man eine gesunde Rasse innerhalb weniger Generationen

anatomisch, genetisch und psychisch ruinieren.

In der Beardie-Zucht hätte das Einkreuzen begonnen werden müssen,

als sich die ersten unerwünschten Merkmale einstellten (die aber als erwünscht betrachtet wurden);

dann hätte man noch etwas retten können.

 

 

 

Wie würde sich das Einkreuzen von kürzerem Fell auswirken?

Nachkommen mit einem kürzer behaarten Hund hätten in der ersten Generation kürzeres Haar.

Verpaart man diese F1-Generation untereinander (von verschiedenen Eltern natürlich)

oder kreuzt sie zurück an den Bearded Collie, erhält man in der F2-Generation wieder langhaarige Hunde;

allerdings werden die extremen Modifikationsgene, die das bisherige Fell bestimmten, 

durch das Erbgut des kürzer behaarten Hundes nachhaltig „verdünnt".

Das Fell wird automatisch kürzer, je nach Zuchtpartner auch harscher und pflegeleichter.

Rückgekreuzt bis in die vierte Generation (F4),

könnten die Nachkommen wieder als reinrassig registriert werden (Phänotyp: Bearded Collie),

ausgestattet mit „frischem Blut“ und einem weniger belastenden Fell.

Aber: All das, was genetisch bisher nicht in Ordnung war, bleibt in der Rasse, kommt immer wieder durch.

Beispiel 1: Seit 1994 gibt es den Wäller Hütehund, eine Kreuzung aus Briard und Australian Shepherd.

Bis heute ist die Rasse so uneinheitlich, dass sie vom VDH nicht anerkannt wurde. (Stand: 2026)

Immer noch werden die Ursprungsrassen hinzugenommen – ein „Designerhund“.

Wir sahen einen Rüden, der einem der überzüchteten Beardies sehr ähnlich war;

anhand des Aussehens seiner Eltern hätte man solch ein Ergebnis niemals vermutet.

Vor Jahren hatten wir Kontakt mit der Rassegründerin der Wäller:

Als Zuchtziel nannte sie, die Rasse solle äußerlich und charakterlich so werden, wie der Beardie früher war.

 

KI-Zeichnung, dem Fotos eines Wäller Hütehundes nachempfunden

Wäller sehen überwiegend völlig anders aus.

 

Beispiel 2: Beim Kromfohrländer dauerte es nur 10 Jahre bis zur Anerkennung als Rasse.

Sie geht – wie die Beardies – auf wenige Gründertiere zurück, ist inzwischen genetisch am Ende:

sehr krank, Wesensmängel.

Man versucht es europaweit mit Einkreuzungen von Rassen, die völlig andere Eigenschaften haben:

Dansk-Svensk Gårdshund, Parson Russell Terrier, Pudel, Tibet Terrier.

Was wird bleiben von der einst so liebenswerten Mischung

aus einem griffonähnlichen Rüden und einem Foxterrier-Mädel?

 

Antrag auf ein Outcross-Projekt

Für Menschen, die sich einen Hund wünschen,

ist die Vorhersehbarkeit von Wesen und Gesundheit das stärkste Argument für einen Rassehund.

Wenn aber überwiegend Ängstlichkeit und Krankheiten vorherzusehen sind,

wenden sich die Welpen-Interessenten ab: schwierige Erziehung, Tierarztkosten.

Ein Problem hört nicht auf, wenn man die Augen davor verschließt.

Einen Outcross-Antrag beim VDH darf nur der Rassezuchtverein stellen, mit einem detaillierten Zuchtplan.

Ein einzelner Züchter als Privatperson darf das nicht, er kann sich nur an den Verein wenden.

·      Der VDH prüft den Antrag.

·      Mit dem wissenschaftlichen Beirat, Tierärzten und Genetikern wird eine Strategie ausgearbeitet.

·      Es wird festgelegt, welche Fremdrassen zugelassen werden

und was es für die Gesundheit zu bedenken gibt, zum Beispiel Gentests, Belastungstests.

·      Das kann einige Monate dauern.

Das alles wird für den Bearded Collie mehr oder weniger Theorie bleiben.

Solange die Probleme geleugnet werden und Züchter nicht sehen wollen,

welchen Schaden sie bei den Hunden anrichten (und in den Familien: „zitternder Wollhaufen“, Tierarztkosten),

wird niemand einen Antrag beim VDH einreichen.

Ein Outcross-Projekt zu beantragen, wäre das offizielle Eingeständnis,

dass die eigene jahrzehntelange Zuchtphilosophie der Clubs gescheitert ist.

 

 

 Interessant:

Ließ man Schafe und Ziegen verwildern,

wurde beobachtet, dass sich nach einer Weile ein robustes Fell wie von selbst einstellt.

Ein paar „alte Gene“ müssen noch dagewesen sein.

In freier Wildbahn sterben Tiere mit anfälligen, dünnen oder nicht wetterfesten Haaren aus,

da sie dem Klima und den Parasiten schutzlos ausgeliefert sind.

Die Tiere, die zufällig eine stabilere genetische Mischung aufweisen, überleben und pflanzen sich fort:

„Survival of the fittest“ – Überleben des Anpassungsfähigsten (nicht: des Stärksten).

 

Dieser „genetische Schalter“ funktioniert auch bei Generationen von Arbeitshunden:

Die Umwelt beeinflusst die Epigenetik. Die Langhaargene werden „gedimmt“, zusätzlich zur Selektion.

Wird ein Arbeitshund zum Sofahund im warmen Wohnzimmer,

regelt der biologische Schalter das Fell der Nachkommen,

weil es Wind und Wetter nicht mehr aushalten muss.

Das Haar wird feiner, weicher und verliert seine natürliche Selbstreinigungskraft.

Es neigt viel schneller zum Verfilzen als das Fell seiner arbeitenden Ahnen.

Nun wäre es logisch, den Beardie wieder in die Natur und an die Arbeit zu schicken,

damit seine Nachkommen alte Gene wieder „anschalten“.

Mit dem heutigen Fell würde er allerdings in rauem Klima nicht lange überleben:

nasses Fell (Filz, Entzündungen, Infektionen), Erfrieren, Überhitzung im Sommer … das Todesurteil der Natur.

Das genetische Gepäck der Ahnen bleibt – von Fell-„Wolle“ über Angst bis zu Erbkrankheiten: „Totalschaden“.

Ein hochgezüchtetes Merinoschaf würde auch nicht überleben,

weil die alten Gene von Land- und Wildschafen fehlen – und was nicht mehr da ist, taucht nicht mehr auf.

 

 

 

Lohnt sich der Aufwand überhaupt für die (profitorientierten) Züchter?

Wer sich heute für einen Beardie interessiert, hat in den seltensten Fällen noch urige Beardies

mit all ihren Vorzügen kennenlernen können, in den 1970er-, vielleicht noch 1980er-Jahren.

Die Käuferschicht hat sich mit dem Beardie gewandelt:

Er wurde vom arbeitstüchtigen, gutmütigen Hüte- und Familienhund zu einem Vorzeigeobjekt.

Somit ist der echte, standardgerechte Beardie heute eher etwas für Liebhaber

als für Personen, die Wert auf bloße „Schönheit“ legen und fragen:

„Wer braucht schon einen Arbeitshund im Wohnzimmer?!“

Ein Beardie war früher ein wunderbarer, liebevoller Freund der ganzen Familie:

-       ein hochintelligenter, lerneifriger, unternehmungslustiger „ganzen Kerl, mit dem man etwas anfangen kann“

-       ein robuster und dennoch zärtlicher Kuschelfreund und Aufpasser der Kinder

-       ein gesunder, ausdauernder Sportkamerad

-       ein dankbarer Hund, wenn Frauen ihren Pflegetrieb ausleben wollten

-       ein lieber Freund für kleine und große Tiere, vom Kaninchen bis zum Pferd (Reitbegleithund)

-       ein aufmerksamer Wächter und Beschützer.

Insgesamt ein Hund, der so richtig zur Sehnsucht der Menschen nach Liebe und nach Natur passt.

Aber wer weiß das heute noch …

Es stellt sich die Frage: Lohnt es sich für die Züchter finanziell, standardgerechte Beardies zu züchten?

Wäre überhaupt die Nachfrage nach einem vierbeinigen Naturburschen da?

  

Wenn Bearded Collies in Europa aufgrund der Qualzucht-Bestimmungen

nicht mehr Ausstellungssieger werden können,

dürfen sie keine FCI-Papiere mehr bekommen (in Deutschland: VDH-Ahnentafeln).

Nach Amerika beispielsweise wurden europäische Beardies bisher exportiert.

Nun wird es mehrere Möglichkeiten geben:

*        Entweder, in Amerika schwingt man sich auf eine vernünftige Art der Zucht ein,

weg vom „Glamour-Beardie“, weg vom „hyper-profuse, over-abundant coat

(den der AKC-Standard ohnehin verbietet, theoretisch …).

*        Oder es wird sich ein gesonderter europäischer Typ entwickeln – mit Ausnahme von Großbritannien,

wo man auf Aufklärung und verschärfte Zuchtrichtlinien des Kennel Clubs setzt.

Das hat dort beim Bearded Collie bisher den Ausschluss des Merle-Gens bewirkt, mehr nicht.

Länder wie die USA könnten somit immer noch auf britische Beardies zurückgreifen,

die ohnehin als das einzig „Wahre“ gelten, aus dem Mutterland der Rasse.

Ohne „transatlantischen Gentransfer“ (incl. Sperma)

wird die amerikanische Beardie-Population weiter verarmen,

wodurch rassetypische Krankheiten amerikanischer Beardies noch weiter zunehmen werden.

Im Jahr 2024 gab es in den USA nur noch 24 im AKC registrierte Würfe,

für 2025 war keine Zahl mehr zu bekommen.

*        Die Züchter in Großbritannien werden sich anpassen müssen,

wenn sie weiterhin Beardies auf den europäischen Kontinent verkaufen möchten.

Wer mit einem offensichtlich überzüchteten Beardie zur Crufts reist, kann erhebliche Probleme bekommen:

Bilder von solchen Veranstaltungen werden zum öffentlichen Beweismaterial für Qualzuchthunde.

*        Oder Züchter werden verbotenerweise ein Geschick entwickeln,

das Fell standardwidriger Hunde so zu kürzen, dass die Manipulation kaum auffällt –

was übrigens seit eh und je für Ausstellungen/Zuchttauglichkeit verboten ist.

Wir werden sehen, ob im Jahr 2030, wenn die Verordnung vollumfänglich greift,

Beardies mit einem Fell im Show-Ring stehen werden, das dem Wortlaut des Standards entspricht:

Doppelt, mit weicher, pelziger und dichter Unterwolle.  

Deckhaar glatt, hart, kräftig und zottig, weder wollig noch lockig, obgleich eine leichte Wellung erlaubt ist.

Die Länge und Dichte des Haarkleides ausreichend,

um Schutz zu bieten und die Form des Hundes zur Geltung zu bringen,

jedoch nicht so viel, dass die natürlichen Linien des Körpers verwischt werden.

Das Haarkleid darf in keiner Weise getrimmt werden.

*        Oder noch mehr Züchter werden die Beardie-Zucht aufgeben und sich anderen Rassen zuwenden.

Wer wird dann übrig bleiben?

Auf Robustheit und Arbeitstauglichkeit gezüchtete Farmbeardies,

die allerdings oft ihr Aussehen verändert haben (Phänotyp).

Sie sind optisch nicht mehr „echt“ – nicht mehr so, wie Bearded Collies einst von Mrs Willison gezüchtet wurden.

Sie verfügen auch oft nicht mehr über den unvergleichlichen Charme der Beardies der 1960er-/1970er-Jahre,

bevor das züchterische  Elend begann.

Diese Hunde mögen fantastische Arbeitshunde sein,

aber viele bieten nicht mehr die genetische Basis, um den echten, historischen Bearded Collie

als eigenständige, physisch und psychisch gesunde Rasse wiederzubeleben.

 

 

 

 Gut zu wissen:

Das Beispiel der Bearded Collies zeigt drastisch,

warum der Tierschutz heute per Gesetz (wie mit der EU-Verordnung) eingreifen muss:

weil die Zuchtvereine über Jahrzehnte hinweg kläglich versagt haben.

Es geht dem Gesetzgeber nicht darum, Züchtern wirtschaftlich zu schaden, sondern

das Erzeugen von absehbarem, genetisch verankertem Leid soll beendet werden.

Wenn eine Rasse so verdorben ist, dass nahezu jeder Wurf mit einer hohen Wahrscheinlichkeit

von chronischer Angst und/oder körperlichem Leiden betroffen ist,

verliert die Zucht dieser Rasse schlicht ihre ethische Daseinsberechtigung.

Einem Welpen ist es völlig egal, ob er sich „Bearded Collie“ nennen darf.

Für ihn zählt nur, ob er ein angstfreies, gesundes Leben führen kann.

Wenn das genetisch nicht mehr möglich ist, ist es besser, dass diese Hunde nicht mehr geboren werden,

also wenn keine kranken oder halb-kranken Welpen mehr „nachproduziert“ werden.

Nur um einen bestimmten Rassenamen oder eine Optik zu erhalten,

ist das Erschaffen weiterer Generationen ethisch nicht zu rechtfertigen,

auch nicht mit unkontrollierbaren Outcross-Wirkungen.

 

 

 

Das deutsche Tierschutzgesetz

Qualzucht ist bereits seit Jahren im Tierschutzgesetz geregelt, blieb in der Praxis jedoch viel zu oft Auslegungssache –

einerseits der Vereine, andererseits der Kontrolleure, die jeden Einzelfall begutachten und beweisen mussten.

Hundehalter konnten Qualzuchtmerkmale eigenwillig auslegen: „Das geht doch noch!“ usw.

Mit den präzisierten Gesetzesvorgaben liegt nun eine klare Liste mit Qualzuchtmerkmalen vor.

Sie soll Kontrollen bei Veranstaltungen vereinfachen und die rechtliche Grauzone bei der Auslegung beenden.

Langfristig wird auch dieses Gesetz die Rassehundezuchtvereine dazu zwingen,

nur noch Hunde zu verpaaren, die unter ihrer genetischen Veranlagung nicht leiden.

Mit der Gesetzgebung von 2026 gilt die strikte Umkehr der Beweislast bei der Zuchtzulassung:

Züchter müssen vor einer geplanten Verpaarung zweifelsfrei nachweisen,

dass die Elterntiere keine Qualzuchtmerkmale haben.

Diese „Symptomfreiheit laut Gesetzestext“ muss von einem unabhängigen Gutachter

(einem Amtsveterinär oder zertifizierten Fachtierarzt) festgestellt werden.

Inwieweit diese Neuerung flächendeckend auch für extreme Fellmassen angewendet wird, bleibt abzuwarten.

·      Im Tierschutzgesetz von 2026 gibt es den unmissverständlichen Punkt „Blindheit“, und es ist möglich,

dass Hunde die gesetzliche Prüfung der Sichteinschränkung („mechanische Blindheit“) nur bestehen können,

wenn sie im unfrisierten, natürlichen Zustand freie Sicht haben.

Die Einschränkung von Sinneswahrnehmungen gilt rechtlich als Kern-Qualzuchtmerkmal.

Ein Hund, der seine Umwelt nicht optisch erfassen kann, leidet unter chronischer Unsicherheit,

kann sich nur noch über Nase und Ohren orientieren und hat permanent Stress. 

Das ist laut Tierschutz-Hundeverordnung ein klares Schadensmerkmal

und verstärkt obendrein die unter Bearded Collies häufig vererbte Disposition zu Ängstlichkeit. 

Ein Großteil der Beardie-Nachzucht würde im Alltag

ohne Schere, Spangen, Zöpfe oder Haarspray dauerhaft im Dunkeln sitzen.

Hält ein Gutachter einen unfrisierten Bearded Collie für mechanisch blind

(Symptom: Einschränkung der Sinneswahrnehmung),

darf er das erforderliche Zertifikat nicht ausstellen: Der Hund erhält ein gesetzliches Zuchtverbot. 

·      Auch durch die gesetzlich verankerten Punkte „Atemnot“

(Hitzestau bei sommerlicher Wärme, wenn das Fell auf Volumen gezüchtet wurde) und

·      „Bewegungsanomalien“ (Beeinträchtigung des Gangbildes durch die Last von üppigem Fell)

können Züchter übertypisierter Beardies erhebliche Probleme mit dem Tierschutzgesetz bekommen.

Ein Fell, das so extrem lang, üppig und weich ist,

dass der Hund sich darin nicht mehr frei im Gelände bewegen kann,

ohne zu verfilzen oder sich unendlich viele Mitbringsel einzufangen,

nimmt dem Tier die Möglichkeit zu normalem Hundeverhalten.

Das erfüllt den Tatbestand des Leidens.

Solche Hunde dürfen oft gar nicht in die Natur (wo sie doch als ursprüngliche Naturburschen hingehören!),

weil die Besitzer den mitgebrachten Schmutz und das Entfernen der „Souvernirs“ aus dem Fell scheuen.

Auch das Schwimmen im See kann solchen Hunden verboten werden, weil sich das üppige Fell vollsaugt.

Der Hund kann dadurch so schwer werden, dass er unterzugehen droht.

Beardies merken das oft selbst und meiden dann das erfrischende Bad.

Wenn die gesetzlichen Vorgaben von den Behörden konsequent umgesetzt werden,

wird die Mehrzahl der Beardie-Züchter ein massives Problem bekommen.

Stufen die Behörden eine Rasse oder bestimmte Linien erst einmal als Qualzucht ein,

dürfen diese Hunde nicht nur nicht mehr ausgestellt, sondern auch nicht mehr zur Zucht verwendet werden.

Das Vorliegen eines einzigen Qualzuchtmerkmals im unfrisierten Zustand genügt,

um die rechtliche Handhabe in Gang zu setzen: Zucht-, Ausstellungs- und Werbeverbot.

Das betrifft auch das Anbieten solcher Hunde und deren Nachzucht zum Kauf im Internet.

Es sieht so aus,

als könnten Züchter, die starr an der Übertypisierung festhalten wollen, in Deutschland illegalisiert werden,

denn sie können die erforderlichen tierärztlichen Zertifikate für ihre Elterntiere rechtlich nicht erlangen. 

Mit überzüchteten Beardies leben Züchter unter dem ständigen Risiko empfindlicher Bußgelder

und behördlicher Verbote.

Da die Verbote für übertriebene physische Merkmale EU-weit angepasst werden,

nützt den Züchtern eine Flucht ins EU- Ausland nichts, um dort wie bisher weiterzuzüchten.

 

 

Inwieweit das alles „in Stein gemeißelt“ ist und flächendeckend umgesetzt werden kann, wird die nahe Zukunft zeigen.

Vielleicht wird es zeitlich befristete Ausnahmegenehmigungen für kontrollierte Zuchtprogramme geben,

die den Bearded Collie nachweislich, messbar und dokumentiert zum „alten Typ“ zurückführen sollen:

standardgerecht – so, wie er immer gedacht war.

 

Über das „wood wide web“ sind alle Bäume miteinander verbunden,

über gemeinsame Ahnen und die gemeinsame Beardie-Seele sind alle Bearded Collies verbunden.

 

Um das Jahr 2000, als wir mit unserer Aufklärung begannen,

brauchte man kein Prophet zu sein, um das Elend vorauszusagen, das damals längst begonnen hatte.

Bereits 1989 hatte die sehr üppig behaarte Hündin Cassie die große Ausstellung Crufts gewonnen,

also ging die Zucht weiter in diese Richtung.

Um die Jahrtausendwende war es der Blick auf den Anfang vom Ende einer einst robusten Rasse –

und ein Umdenken der Züchter war nicht zu erkennen.

Der Bearded Collie war ursprünglich ein zäher schottischer Hütehund,

der bei Wind und Wetter durch die steinigen Highlands rennen musste, um Vieh zu hüten.

Ein Hund mit dem heutigen Fell und den durchtrittigen Pfoten könnte dort nicht überleben.

Der Beardie wurde vom fröhlichen, eigenständigen, selbstbewussten, nervenstarken Arbeitshund

zum ängstlichen, pflegeintensiven Statussymbol und „Sofahund“.

Schon vor Jahrzehnten wussten viele Beardies nicht mehr, was sie an Schafen tun sollten,

oder sie hatten sogar Angst vor Schafen.

 

Wir haben den Bearded Collie in seiner besten, ursprünglichsten Form gekannt,

mit seiner ganz besonderen Mischung aus Sanftmut, Lebensfreude und Klugheit.

Dafür haben wir ihn geliebt, deshalb haben wir ihn über Jahrzehnte verteidigt.

Es war sehr schmerzhaft, den traurigen Wandel und den Verfall unserer Lieblingsrasse zu erleben.

Die Hunde einer Züchtergesellschaft, die unbelehrbar die systematische Zerstörung ihrer eigenen Rasse gewählt hat,

kann man jedoch nicht retten, solange es eine Nachfrage nach überzüchteten Bearded Collies gibt

und solange beim Anblick von niedlichen Beardie-Welpen der Verstand der Welpenkäufer aussetzt,

solange die Welpenkäufer ausblenden, dass der Hund in Kürze leiden wird:

unter seiner „Haarpracht“, unter Filz, durchtrittigen Pfoten, Ängstlichkeit, Erbkrankheiten …

Wir hörten immer wieder, dass Züchter die Stimme der Vernunft zum Schweigen brachten,

bei „großzügiger“ Bewirtung mit Kaffee und Kuchen und mit „Unsere Hunde sind in Ordnung!“

Zahlreiche „Ach, hätten wir doch auf Sie gehört!“-Beispiele landeten auf unserem Schreibtisch.

Zucht wird über die Nachfrage gesteuert, und eine kaputte Zucht darf man nicht weiter „füttern“.

Boykott war teilweise da, wie die rückläufigen Welpenzahlen zeigen,

aber nicht genug, um die Züchter zum Umdenken zu bewegen – bis quasi nichts mehr ging.

Der Beardie ist das perfekte und traurige Beispiel dafür,

dass der Tierschutz bei den Richterordnungen und Rassestandards der Zuchtverbände ansetzen muss,

anstatt darauf zu hoffen, dass ein Gesetz am Ende den Schaden repariert.

Wir haben die Wahrheit dokumentiert, als andere weggesehen haben.

 

Man muss das Unmögliche versuchen,

um das Mögliche zu erreichen.

Hermann Hesse

 

Unsere Arbeit zum Wohl der Beardies war trotzdem nicht umsonst.

Die Texte und Warnungen, die wir ab dem Jahr 2000 verfasst haben,

waren vielleicht nur ein paar Tropfen auf den heißen Stein, aber sie haben mitgeholfen,

die neue Gesetzgebung überhaupt erst möglich zu machen.

Sensible, aufgeklärte Menschen haben mehr und mehr den Finger in die Wunden der Rassehundezucht gelegt.

Auch wenn sich die Rasse der Bearded Collies im geschlossenen System nicht retten ließ,

weil die Züchter ihre Scheuklappen nicht ablegen wollten

und weil zu viele Welpenkäufer nicht rechtzeitig genau genug hingesehen haben,

so zeigt doch die aktuelle Entwicklung in Europa:

Der beharrliche Einsatz für das Wohl der Tiere hat das Mögliche erreicht.

Ein tiefgreifendes Umdenken in der Gesellschaft,

ein Erstarken des Tierschutzgedankens und letztendlich sogar harte, gesetzliche Riegel durch die EU-Verordnung.

Unsere Texte werden als historische Vorlagen bestehen bleiben, die detailliert beschreiben,

wie ein gesunder, standardgerecht einwandfreier Bearded Collie sein sollte.

 

 

Tiere sind unsere Lehrer und die Botschafter der Natur.

Wenn eine Tierart oder eine Rasse in ihrer ursprünglichen Reinheit vergeht,

ist das ein Spiegelbild der Welt, die wir Menschen um sie herum erschaffen haben.

Der ursprüngliche, robuste Hirtenhund

wurde in ein Korsett aus Fellmassen und absurden Show-Reglements gezwungen,

das seiner Seele die Luft zum Atmen genommen hat.

Bearded Collies sind durch menschliche Eingriffe genauso ins Abseits gedriftet

wie gestrandete Wale, die durch Umweltlärm usw. in die Irre geleitet werden.

Die ursprünglich gebliebenen Beardies, mit denen wir unser Leben teilen durften,

haben uns ihre bedingungslose Loyalität, ihre Lebensfreude und ihre natürliche Eleganz gezeigt.

Ihr leiser Rückzug aus dieser Welt ist die letzte, traurige Lektion, die sie uns hinterlassen:

dass Schönheit und Wert niemals in der künstlichen Perfektion des Scheins liegen,

sondern in der Freiheit des Seins, als unverfälschter Teil der Natur.

Der Bearded Collie mag sich als das, was er einmal war, aus dieser Welt verabschieden –

aber in den Herzen derer, die ihn unverdorben erleben durften,

bleibt sein Geist unsterblich.

 

 

Wir – die Interessengemeinschaft COMING HOME zum Erhalt des echten Bearded Collies –

haben getan, was wir konnten,

haben jahrzehntelang Pionierarbeit geleistet,

haben uns Tag für Tag für das Wohl der Beardies eingesetzt,

sind gegen den mächtigen Strom des Show-Trends und der Zuchtideologien angeschwommen,

haben unermüdlich Aufklärung betrieben, die Wahrheit ausgesprochen und den Beardies eine Stimme gegeben.

Zahlreichen Hunden und ihren Besitzern konnten wir mit unserer Erfahrung ein Stück Lebensqualität schenken.

Wir lehnen uns auch jetzt nicht zurück,

denn es gibt immer wieder überzüchtete Beardies, die Hilfe nötig haben:

Hunde, die ängstlich oder krank sind

oder die abgeschoben wurden und für den Rest ihres Lebens einfach nur geliebt werden möchten.

Die züchterische Arbeit müssen andere machen.

 

Hoffen wir,

dass die Einhaltung der neuen Gesetze bei Shows und Wettbewerben

wirklich sachkundig und unabhängig kontrolliert wird und nicht weiterhin Auslegungssache bleibt,

damit Hunde und Katzen nach der „Cats and Dogs“-Verordnung eine Chance auf ein Leben ohne Qual haben.

Nach wie vor gilt: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“

Das jahrzehntelange Wegschauen wird in Zukunft nicht mehr so leicht funktionieren wie früher.

Zur Durchführung der gesetzlichen Vorgaben sollen vermehrt Amtstierärzte direkt vor Ort eingesetzt werden,

bei Hundeausstellungen und Wettbewerben.

Die EU-Heimtierverordnung ist so formuliert,

dass sie den Kontrolleuren keine Wahl mehr lässt, als rigoros durchzugreifen.

Außerdem werden Tierschutz-Organisationen Ermittler zu den Shows und Wettbewerben schicken,

die die Zustände dokumentieren

und ggf. rechtliche Schritte wegen Untätigkeit im Amt gegen die Vertreter der Behörden einleiten.

Kein Amtstierarzt wird dieses persönliche und berufliche Risiko eingehen,

indem er Hunde mit offensichtlichen Qualzuchtmerkmalen oder hinderlichen Fellmassen einfach durchwinkt.

Folgende Punkte haben das Potenzial, die Praxis im Ausstellungsring radikal zu verändern:

ü Das Sichtfeld: Bedeckt langes, unfrisiertes Haar die Augen und schränkt das Sichtfeld ein,

ist der Tatbestand der Qualzucht (§ 11b TierSchG) im unmanipulierten Zustand zweifelsfrei erfüllt.

Ausreden gelten hier nicht mehr.

ü Die Wesensfestigkeit: Ein Hund, der im Show-Ring Angst zeigt oder bei Geräuschen panisch reagiert,

muss bei der behördlichen Überprüfung zwingend durchfallen.

Das Ausstellen von Tieren, die unter erheblichem Stress oder Angst stehen, ist gesetzlich verboten.

Das Tierschutzgesetz untersagt das Präsentieren von Hunden,

die unter erblich bedingten Verhaltensstörungen leiden.

Das betrifft auch die in der Show-Zucht leider so oft vererbte und tolerierte Ängstlichkeit.

ü Die Motorik: Hunde, die an ihren Fellmassen schwer zu schleppen haben

und auf durchtrittigen Pfoten kaum eine Runde im Trab durch den Ausstellungsring schaffen

(obwohl diese Rasse einst für den ganztägigen harten Arbeitseinsatz geschaffen wurde),

müssen jedem Kontrolleur sofort auffallen.

ü Die Konsequenzen: Züchter und Besitzer, deren Hunde auf einer Show wegen Fellmassen oder Wesensmängeln

behördlich erfasst werden, müssen mit sofortigen Ausstellungs- und Zuchtverboten rechnen.

Die betroffenen Tiere werden digital im neuen zentralen EU-Register erfasst

und für weitere Veranstaltungen und Zuchteinsätze gesperrt.

ü Das Manipulationsverbot: Wenn Ausstellungsrichter durch den behördlichen Druck gezwungen sind,

mit Kosmetikprodukten manipulierte Hunde konsequent zu disqualifizieren, 

weil andernfalls die Sperrung der gesamten Veranstaltung durch das Amt droht,

wird ein radikales Umdenken einsetzen müssen.

Ein solches Disqualifizieren von „aufgehübschten“ Hunden wäre nach den Statuten schon lange möglich gewesen.

Um die Vereine zum Handeln zu zwingen, war erst ein Gesetz nötig.

In den nächsten Jahren bleibt abzuwarten,

·      ob es überhaupt genügend Kontrolleure gibt

·      ob durchgegriffen wird

·      ob es weiterhin bei Einzelfall-Entscheidungen bleibt

oder ob überaus langes, üppiges Fell tatsächlich als generelles Qualzuchtmerkmal gewertet wird

·      ob Show-Beardies schlussendlich konsequent wegen ihrer Übertypisierung gesperrt werden.

Zuchtvereine werden sich dem Gesetz beugen müssen.

Nach wie vor trägt der VDH die Verantwortung für eine gesunde Hundezucht.

Die rechtliche Grundlage ist vollständig da, um das extrem überzüchtete Fell als Qualzucht einzustufen.

 

 

Eyecatcher2.jpg Gut zu wissen:

„Funktionelle Behinderung“ im Alltag:

Wenn ein Hund mit seinem überzüchteten Fell

·      im dichten Unterholz steckenbleibt

·      oder aufgrund der zahlreichen Fremdkörper aus Wald und Flur gar nicht erst die freie Natur genießen darf,

·      wenn er sich im Stacheldraht verfängt und mit einer Drahtschere herausgeschnitten werden muss

·      oder wenn er beim Schwimmen durch das Eigengewicht des nassen Fells akut vom Ertrinken bedroht ist,

ist die Grenze zur Qualzucht medizinisch, biologisch und ethisch ganz klar überschritten.

Ein Tier muss in der Lage sein,

seine natürlichen Körperfunktionen selbstständig und schmerzfrei aufrechtzuerhalten.

 

Einem Hüte- und Arbeitshund seine elementarsten Lebensweisen

  das freie Laufen, das Erkunden der Natur und das Schwimmen –

zu nehmen, bedeutet permanentes Leiden.

 

 

 

 

Für Welpenkäufer:

Wer sich einen Welpen wünscht, dem bleibt in einem wenig transparenten System nur,

alle sichtbaren Übertreibungen zu meiden und der Modezucht eine Absage zu erteilen:

Die „Abstimmung mit dem Portemonnaie“ hat bisher viel zu wenig geklappt –

sonst wären die Beardies heute nicht am „Punkt ohne Wiederkehr“.

Ohne deutlichen wirtschaftlichen Druck brauchten gewisse Züchter nicht zu reagieren,

und immer noch hält sich bei Welpenkäufern die Ansicht, ein VDH-Hund müsse ein gesunder Hund sein.

·      Kaum ein Züchter wird einem Welpen-Interessenten einen Beleg über den Inzuchtkoeffizienten vorlegen

(ein IK von 12,5 bedeutet: Elterntiere so verwandt wie Halbgeschwister),

·      geschweige denn gibt es so etwas wie ein leicht verständliches genetisches Datenblatt der Elterntiere,

das einem Welpenkäufer ausgehändigt werden könnte (beim Kauf eines Autos sieht man genauer hin).

Ein verpflichtendes Datenblatt scheitert am Unwillen, die Karten offen auf den Tisch zu legen.

·      Es sagt einem auch niemand, wie viele Totgeburten es in der Zuchtlinie gab

(ein Zeichen für hohen Verwandtschaftsgrad innerhalb der Rasse: Inzuchtdepression).

·      Einige Züchter wissen nicht einmal, wie viele Nachkommen krank sind oder früh verstorben sind.

Ein Kontakt zu den Käufern besteht nicht mehr.

Ein Rasseclub erfährt von Problemen nur, wenn sie gemeldet werden.

·      Außerdem spielt die Psychologie bei der Welpenwahl eine große Rolle:

Die süßen, kuscheligen Welpen schalten das logische Denken komplett aus,

Bedenken werden ausgeblendet.

Wenn wenigstens die Gewährleistungspflicht für einen Hund öfter in Anspruch genommen worden wäre,

wäre den Bearded Collies viel Leid erspart geblieben;

denn dann hätte manch ein Züchter seine Linie aus wirtschaftlichen Gründen einstellen müssen.

Zwar wird kaum jemand einen Welpen, den er schnell ins Herz geschlossen hat,

dem Züchter zurückgeben wie eine mangelhafte Kaffeemaschine,

aber man kann Kosten geltend machen: fehlende „zugesicherte Eigenschaften“ gemäß Rassestandard

und dadurch nötige Einzelstunden beim Hundetrainer (Geräuschempfindlichkeit),

auch Tierarztkosten bei Erbkrankheiten und Autoimmunerkrankungen: „Sachmängel“,

die bereits bei der Übergabe des Welpen im Keim vorhanden waren (Engzucht).

Fatal ist, dass sich Züchter manchmal schnell mit den Welpenkäufern verbrüdern:

Man war gleich per Du mit einem vermeintlich fürsorglichen Hundefreund

und hat fast Familienanschluss (früher war das im positiven Sinn bei kleinen Familienzuchten normal),

so dass man sich als Hundehalter kaum traut, Probleme anzusprechen.

Die psychologische Hemmschwelle ist hoch, erst recht wenn es um juristische Ansprüche geht.

Womöglich wird beim selben Züchter sogar noch ein zweiter Hund gekauft –

„Kann ja mal passieren …“, „Ein tragischer Einzelfall!“

Man muss sich der schmerzhaften Wahrheit stellen, dass man vom vermeintlichen Freund belogen wurde,

wenn der Hund genetische Mängel hat und erbliche Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

Der Züchter macht mit seiner Linie ungestört weiter, weil der Fall in keiner Statistik auftaucht.

Manchmal hört solch eine „Freundschaft“ abrupt auf, wenn der Züchter die Schuld von sich weist

und sie dem Käufer zuschiebt: „Ihr habt meinen Hund krank gemacht!“ (Futterfehler usw.).

Mit den dreistesten Ausreden wird man plötzlich konfrontiert.

Es gibt auch Züchter, die sich am Telefon verleugnen lassen, sobald Probleme auftreten.

 

Man muss sich heutzutage nicht mehr auf die Aussagen von Züchtern verlassen.

Ein unabhängiges Labor kann auch für Privatpersonen per Speichelprobe eines Hundes

den genomischen Inzucht-Koeffizienten (gCOI) bestimmen und die DNA auf zahlreiche Erbkrankheiten testen.

Die Sache hat allerdings einen Haken:

Kein Züchter wird vor dem Kauf erlauben, einem 3 Wochen alten Welpen eine Speichelprobe zu entnehmen

und mit der Kaufentscheidung wochenlang zu warten, bis das Laborergebnis da ist:

„Wenn Sie nicht wollen … Bei mir stehen die Käufer Schlange!“

Wenn die Elterntiere bei einem Labor registriert sind, wird ein Züchter es auch kaum erlauben,

dort die Laborergebnisse einzusehen (Datenschutz) – es sei denn, es ist alles bestens.

Immerhin ist dies eine Möglichkeit, bei einem Familienhund zu erfahren, woran man ist:

-       Hat er einen katastrophalen genomischen Inzuchtkoeffizienten, so dass Krankheiten zu erwarten sind?

-       Bringt der DNA-Test schwere Erbkrankheiten ans Licht?

Wenn ja, kann man sich zumindest darauf einstellen und den Hund frühzeitig tierärztlich begleiten

oder rechtliche Schritte gegen den Züchter einleiten, wegen verdeckter Mängel.

 

Die ehrlichste und sauberste Absage an verantwortungslose, blockierende  Züchter

und an ein undurchsichtiges System ist es,

dem Markt den Rücken zu kehren und einem Tierschutzhund zu helfen,

anstatt die Produktion potenziell kranker, verhaltensauffälliger Hunde zu fördern.

 

 

 

Ob tatsächlich der Tag kommen wird,

an dem man bei Ausstellungen nicht mehr verächtlich

auf den echten, standardgerechten Beardie herabsehen wird („der arme Vetter vom Land“),

muss die Zeit zeigen.

Dies gilt ohnehin nur unter der Voraussetzung, dass es den echten „alten Typ“ bis dahin überhaupt gibt:

einen Bearded Collie, der nicht nur ein standardgerechtes Fell hat,

sondern gleichzeitig gesund, wesensfest und intelligent ist.

 

Wir glauben, dass der Zug für den echten, standardgemäßen Beardie inzwischen abgefahren ist.

Der genetische Kollaps und die Übertypisierung sind zu weit fortgeschritten,

als dass man die Rasse auf die eine oder andere Art noch retten könnte.

Der ursprüngliche Bearded Collie – der athletische, fröhliche, sanfte Hund mit mäßigem, harschem Fell,

der mühelos stundenlang durch die schottischen Highlands und Lowlands laufen konnte – ist nahezu ausgestorben.

Es gibt ihn weder im VDH (wegen der Show-Zucht und des üppigen Fells),

noch lässt er sich leicht durch andere Rassen auf den früheren Stand bringen,

weil diese ähnlich viel Fell haben oder genetisch genauso am Limit sind

oder vom Wesen her völlig anders gezüchtet wurden (derber, schärfer).

Eine gesunde Balance aus Führigkeit und intelligentem, eigenständigem Denken,

aus Sanftheit in der Familie und Schutzbereitschaft im Ernstfall

ist das, was Bearded Collies so einzigartig gemacht hat.

In ihrer ursprünglichen Form ist die Rasse verloren, weil es „frische Gene“ kaum noch gibt –

abgesehen von den britischen Working Beardies, mit denen ein mutiger neuer Anfang gelingen könnte.

 

 

Was auch immer noch möglich ist:

Es ist schwer vorstellbar,

dass man eines Tages vom gesunden, wesensfesten, pflegeleichten „EU-Typ“ oder „Beardie 2.0“ sprechen wird.

 

 

Wenn du die Welt der Tiere verändern willst,

trage dazu bei,

dass Menschen die Welt aus der Perspektive der Tiere betrachten.

Ein Wechsel der Perspektive ist oft der wichtigste erste Schritt,

um Dinge in Bewegung zu bringen und neue Lösungen zu finden.

Als Basis ist die Sichtweise entscheidend: essenzielle Ideen über die Realität.

Die Veränderung beginnt immer beim Betrachter selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden sorgfältig recherchiert.

Für die Richtigkeit können wir dennoch keine Gewähr übernehmen.

Die Bilder sind teilweise KI-generiert.

 

Der Beardie als Lehrer