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Das Neueste steht oben in der Liste,

alles andere nach ABC.

 

blinkpfote = wichtig, bitte unbedingt beachten!

 

 

 

*      Aujeszky bei Wildschweinen – Gefahr für Hunde und Katzen!

 

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blinkpfote Anaplasmose – von Zecken übertragen

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Ausstellung: Interpretation eines Laien

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BCCD - neuer Beardie-Club

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 - BCCD: Entwicklung nach 2 Jahren

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Beardie bei der VOX-„Tier-Nanny“: Reaktionen

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Beardie bei RTL-„Superfrauchen“: Reaktionen

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Beardie vergiftet

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Brambledale Brianna: Übersetzung Obduktionsbefund

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Disney kündigt Kinofilm mit Beardie an: The Shaggy Dog

Warnung vor Beardie-Boom

Interview mit „Shaggy“

Infos über die vierbeinigen Darsteller

mehr Clips

Filmkritik in Englisch

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EHEC und Rohernährung/BARF

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Ein Trikolor-Wurf mit Arbeitshund-Vorfahren

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blinkpfote Gefährliche Parasitenmittel/Medikamente – MDR1-Defekt

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blinkpfote Gefährliches Futter aus Kanada

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Gesundheit der Rasse                            

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blinkpfote Gesundheitsschädliches Spielzeug

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blinkpfote Herzversagen nach Schilddrüsenmedikament Forthyron

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Italien: „bedrohlicher“ Beardie

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Kennel Club/GB: Gesundheitsüberblick beim Bearded Collie

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Leishmaniose: Sandmücken in Deutschland

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Richterbericht von Pat Jones: Körperbaumängel

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blinkpfote Rohfütterung: Erfahrungen mit Fleisch

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Seltsamer Beardie-Wurf in Italien

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Skandal-Verträge

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Stress lässt das Gehirn schrumpfen

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Stress macht früh alt

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blinkpfote Süßstoff Xylit gefährlich für Hunde

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blinkpfote Warnung vor Walnuss-Fruchtschalen

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blinkpfote Weintrauben und Rosinen giftig!

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Zuchtbestimmungen: ein Schritt Richtung Massenzucht

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Skandal-Verträge

 

Dass Besitzer von Hündinnen sich in so genannten Mitbesitzer-Verträgen vertraglich verpflichten, ihr Hundemädchen zur Zucht zur Verfügung zu stellen, kommt sehr häufig vor. Niemand sollte solch einen Knebelvertrag unterschreiben. Wenn man mit der Hündin einmal einen Wurf machen möchte, kann man sich später immer noch mit dem Züchter darüber absprechen, nachdem ein freundschaftliches Verhältnis entstanden ist.

Mit der geplanten Zucht ist die Teilnahme an einer gewissen Anzahl von Ausstellungen verbunden, ehe die Hündin für zuchttauglich erklärt wird. Viele Beardies geraten dabei unter starken Stress, den man ihnen nicht antun sollte. Möglicherweise wird verlangt, dass die Hündin während der Zeit der Welpenaufzucht beim Züchter leben muss, getrennt von ihrer Familie – in der schwierigsten Zeit, die sei je hatte. Zu so etwas soll man sich niemals verpflichten.

 

ausstellungsreif CH

Jungrüde

Beardies vom alten Typ verkraften den Ausstellungsstress

meist besser als ihre plüschigen Verwandten.

 

Jemand berichtete uns, dass der Besitzer eines Beardies, der auf Ausstellungen gezeigt werden soll, vertraglich dazu verpflichtet wurde, seinen Hund bei Spaziergängen auf den Wegen zu halten, um das lange Fell zu schonen.

Solch eine Vertragsklausel dürfte nichtig sein, denn sie verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Wenn ein Hund nicht frei herumtollen darf – nur um das „schöne“ lange Fell zu schonen -, dann handelt es sich nicht um artgerechte Haltung.

 

Dieselbe Züchterin verpflichtete einen Beardie vertraglich zur Teilnahme an Ausstellungen, obwohl dem Hund bei jeder Autofahrt auf dem Weg zur Ausstellung schlecht wird. Darauf nimmt die Züchterin keine Rücksicht – Vertrag ist Vertrag. Der Besitzer überlegt, den Rüden kastrieren zu lassen, um seinem vierbeinigen Freund diesen Stress nicht mehr antun zu müssen; denn Rüden müssen auf Ausstellungen „vollständig“ sein.

 

Eine Beardie-Besitzerin, die sich vertraglich verpflichtet hatte, ihren Hund auszustellen, schnitt kurzerhand das Fell ab, um ihren Hund nicht mehr auf Ausstellungen zeigen zu müssen.

 

Wie verzweifelt muss man sein,

wenn man zu solchen Maßnahmen greift?!

 

Was müssen es für Züchter sein, die es nötig haben,

Unterschriften unter solche Verträge zu verlangen?

Sie gehen über (Beardie-)Leichen pfeil verweis...

 

 

Gut zu wissen:

 

 

 

Knebelverträge

- zu welchem Zweck auch immer –

bitte  niemals unterschreiben!

Ein guter Züchter hat solche Forderungen nicht nötig.

 

 

 

Welpe

Was macht ihr denn nur mit uns?!

 

 

 

Gesundheit der Rasse

Früher waren Morbus Addison (Erkrankung der Nebennieren) und VWD (Von Willebrand’s Disease, eine Blutgerinnungsstörung) die einzigen ernsten Krankheitsprobleme der Rasse. In letzter Zeit hören wir immer mehr über kranke Beardies. Einige sterben sehr jung, mit 2-6 Jahren. Krebspatienten erleben oft den 10. Geburtstag nicht. Wenige überleben Krebsoperationen länger als 6 Monate.

 

*        Von Krankheiten betroffen sind hauptsächlich Knochen (Arthrose, Arthritis, OCD – HD noch eher selten), Blase, Nieren, Schilddrüse. Allergien nehmen zu (Futtermittel, Hausstaub, Autopolster ...). Alle diese Erkrankungen sind zum Teil sicherlich auf die Ernährung zurückzuführen, wie auch bei anderen Hunden.

Teilweise lässt sich auch ein Zusammenhang mit Ängstlichkeit vermuten pfeil verweis.

 

*        Es gibt Fälle von angeborenem Herzfehler.

 

*        Manche Beardies fallen bei Belastung einfach um, zum Teil sogar ohne Belastung. Diagnose: Myasthenia gravis, eine Autoimmunerkrankung, wobei die Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel gestört ist. Es gibt eine erbliche und eine erworbene Form dieser Erkrankung.

 

*        Zwei Züchter berichteten uns, dass ein gewisser Deckrüde mehr tote Welpen bringt, als durchschnittlich zu erwarten wären. Das ist aus dem Zuchtbuch ersichtlich. Es handelt sich um einen der Rüden, nach dem einige Fälle von Myasthenia gravis aufgetreten sind.

Die Namen der betreffenden Deckrüden bzw. Elterntiere sind uns bekannt. Wir können sie leider nicht öffentlich nennen, ohne eine Schadensersatzklage befürchten zu müssen („entgangenes Deckgeld“).

 

*        Eine ehemalige Beardie-Besitzerin berichtet, dass ihre Hündin an der Autoimmunkrankheit SLE (Systemischer Lupus erythematodes) gestorben ist.

 

 

Eine wissenschaftliche Abhandlung zum besseren Verständnis von Autoimmunerkrankungen findet sich in der Beardie Revue vom September 2001 (Entgleisung des Immunsystems, Symptome, Prädisposition etc.).

 

Eine betroffene Beardie-Besitzerin hat sich um ein ärztliches Gutachten bemüht, das die Erblichkeit bestätigt. Das Gutachten liegt vor. Die Besitzerin wurde jedoch von der Züchterin ihres Beardies so massiv unter Druck gesetzt, dass sie nicht an die Öffentlichkeit gehen will. Ohne Belege sind den engagierten Menschen, die für die betreffenden Elterntiere einen Zuchtausschluss erwirken wollten, leider die Hände gebunden ...

 

Für die Züchter sollte es eine selbstverständliche Pflicht sein, die Elterntiere, von denen Erbkrankheiten ausgehen (oder dies auch nur vermutet wird), sofort aus der Zucht zu nehmen. Tun sie das? Sind sie so verantwortungsbewusst? Nein. Gewisse Züchter gehen mit einer maßlosen Kaltblütigkeit darüber hinweg. Sie würden die Sache gern unter den Teppich kehren. Wie uns berichtet wurde, werden Drohungen und Beschimpfungen gegen die Hundebesitzer ausgestoßen, die so viel Schlimmes durchmachen mussten, deren Nerven blank liegen und die sich nur noch nach Ruhe und sorgenfreien Zeiten sehnen. Eine Züchterin, der von einem kranken Hund aus ihrer Zucht berichtet wurde, sagte lapidar: „Wenn er so krank ist, dann muss er eben eingeschläfert werden.“ Sie hatte gerade wieder Welpen, und es hätte nur noch gefehlt, dass sie vorgeschlagen hätte: „Kaufen Sie doch einen neuen bei mir!“ pfeil verweis

 

Den verantwortungsvollen Züchtern

möchten wir ans Herz legen, das Zuchtbuch auf als „tot geboren“ gemeldete Welpen zu durchforsten und Deckrüden, die dabei auffällig werden, nicht einzusetzen. Man muss allerdings auch davon ausgehen, dass nicht jeder tot geborene Welpe ins Zuchtbuch eingetragen wird, denn „so was hat man nicht“.

Außerdem wäre es schön, wenn verantwortungsbewusste Züchter den Ausschluss von „schwarzen Schafen“ aus dem Club unterstützen würden.

 

Glühbirne, Idee g.jpg

 

Registrierung

 

Wir bitten

alle Beardie-Besitzer und Beardie-Züchter weltweit,

ihre Hunde – egal ob krank oder gesund –

bei der unabhängigen Organisation BeaCon

kostenlos registrieren zu lassen,

damit man die Träger von  Erbkrankheiten ermitteln kann.

 

Bitte mitmachen - zum Wohl der Beardies.

 

 

 

Solange Gentests noch nicht zum guten Ton gehören, ist das Zurückverfolgen der Herkunft einer Erbkrankheit das einzige Mittel, durch das Schaden abgewendet werden kann – immer vorausgesetzt, dass die Deckrüden, die vom Züchter angegeben werden, auch wirklich die Väter sind. Leider hört man diesbezüglich haarsträubende Geschichten

 

puppy

von hoch prämierten Champions, die einfach nicht decken (der Besitzer der Hündin wird während des Deckakts weggeschickt, ein Ersatzrüde steht bereit)

 

puppy

von „Kuckuckswelpen“, die den Hundemüttern – auf dem Papier - untergeschoben werden, damit es nicht heißt, es gäbe zu viele Würfe auf einmal in der Zuchtstätte. Dann gibt es eben „große“ Würfe.

 

puppy

von Fellfarben der Welpen, die es nach der Erblehre nicht geben dürfte ...

 

So etwas macht natürlich jede Zuchtplanung zunichte.

 

Deshalb plädieren wir dafür,

dass Gentests vorgeschrieben werden.

um Erbkrankheiten in den Griff zu bekommen.

 

 

Beardie-Welpen

 

 

 

 

 

Gefährliche Parasitenmittel/Medikamente

MDR1-Defekt

Langjährige Beardie-Besitzer wissen es, Einsteiger noch nicht:

Es gibt Wurm- und Parasitenmittel (gegen Flöhe, Zecken), die erfahrungsgemäß von Britischen Hütehunden sehr schlecht vertragen werden und sogar zum Tod führen können (Erfahrungsberichte z. B. im Beardie-Forum). Der Grund dafür ist ein Gendefekt, der es bestimmten Arzneistoffen ermöglicht, in das zentrale Nervensystem überzutreten.

Das Leiden des Hundes beginnt mit Vergiftungserscheinungen:

*      starkes Speicheln

*      Zittern

*      Krämpfe

*      Bewegungsstörungen, Koordinationsstörungen (schwankender Gang, der Hund fällt um)

 

Ohne Behandlung ist der Hund ein Todeskandidat!

 

Niemals sollte sich ein Beardie-Besitzer,

der den MDR1-Status seines Hundes nicht kennt

(den Züchter nach Gentests der Elterntiere fragen!),

einfach irgendein Mittel vom Tierarzt geben lassen.

Wenn man viel Glück hat, fragt eine aufmerksame Helferin an der Medikamentenausgabe: „Ist da Collie mit drin?“, falls sie schon einmal etwas vom MDR-Defekt gehört hat.

 

Passiert sein sollen solche Vorfälle z. B. bei:

 

Wirkstoff

Medikament, zum Beispiel

Ivermectin

Ivomec, Diapec, Ecomectin, Equimax, Eqvalan, Noromectin, Paramectin, Qualimec, Sumex, Virbamec

Doramectin

Dectomax

Mebendazol

Telmin, Ovitelmin

Loperamid

Imodium

Moxidectin

Advocate, Cydectin, Equest

Selamectin

Stronghold

Emodepsid

Praziquantel

Profender (Allroundmittel gegen Würmer)

Artikel der Beardie Revue über Profender:

besonders gefährlich in Verbindung mit Futter im Magen

 

Eine Gefahr soll auch bestehen bei:

Anwendungsgebiet

Medikament, zum Beispiel

Zytostatika

Vinblastin, Doxorubicin, Paclitaxel, Docetaxel, Methotrexat

Immunsuppressiva

Cyclosporin A

Herzglykoside

Digoxin, Methyldigoxin

Opioide

Morphin

Antiarrhythmika

Verapamil, Diltiazem, Chinidin

Antiemetika

Ondansetron, Domperidon

 

Quellen: Uni Gießen, Laboklin, Erfahrungsberichte

 

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Wirkstoffen. Es sollen auch Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen, Kortison sowie Mittel aus der Herz- und Tumortherapie in Frage kommen, ebenso Narkosemittel.

 

Eine ständig aktualisierte Medikamentenliste gibt es von der Washington State University.

 

blinkpfote   Beardie-Besitzer müssen unbedingt darauf achten, dass ihr Hund keinen dieser Wirkstoffe bzw. keines dieser Medikamente jemals in seinem Leben bekommt.

 

blinkpfote   Niemals zulassen, dass der Tierarzt dem Hund einfach ein Mittel „verpasst“!

 

blinkpfote Sofort nachfragen und auf MDR1-Gendefekt hinweisen, wenn man eine einzelne Tablette ohne Produktinformation in die Hand gedrückt bekommt!

 

blinkpfote   Am besten beim Tierarzt einen Gentest machen lassen, z. B. im Labor Laboklin in Bad Kissingen oder an der Uni Gießen.

 

 

Gut zu wissen:

 

 

 

Verantwortungsvolle Züchter

lassen ihre Zuchthunde testen,

verpaaren nur Hunde ohne diesen erblichen Defekt

oder können zumindest Auskunft geben,

ob der Nachwuchs gefährdet ist.

 

Das optimale Ergebnis des Bluttests lautet:

N/N (+/+).

Dann ist der untersuchte Hund

kein Träger der Mutation im MDR1-Gen.

 

 

 

Die Uni Gießen führt Untersuchungen durch, konnte den Defekt beim Beardie noch nicht nachweisen – allerdings bei „einer geringen Probenzahl“. ... mehr Uns wurde jedoch bereits von 2 Fällen berichtet!

Die Sache ist noch nicht sehr weit untersucht. Theoretisch könnte jeder Hund betroffen sein, auch Mischlinge. Rasselisten, auch aus USA und Japan, gibt es hier.

 

Wichtig:

Auch wenn die Hinterlassenschaften von frisch entwurmten Huftieren (z. B. Pferde, Esel, Schafe) vom Hund gefressen werden, besteht die Möglichkeit, dass sich Wirkstoffe im Gehirn anreichern.

 

Hintergrund:

Anhand des Wirkstoffs Ivermectin kam man einem Gen (P-gp, Polyglycoprotein) auf die Spur, das üblicherweise den Übergang des Wirkstoffs ins Gehirn verhindert (Blut-Hirn-Schranke). Bei dem MDR1-Gendefekt kann der Wirkstoff ins Gehirn gelangen. (Quelle: „Beardie Revue“ vom Juni 2002).

Das Gen ist für die Bildung des Multiple-Drug-Resistence-1-Proteins zuständig. Dieses Protein verhindert, dass Medikamente und Gifte in die Zellen eindringen können.

Es gibt einen Gentest, der Hunde identifiziert, die den MDR1-Defekt aufweisen. Wenn dieser Defekt auch recht selten sein soll, so wäre es doch schade um jeden einzelnen Beardie ... und wer weiß, wie viele Fälle nicht erkannt werden!

Weitere Infos beim Labor Laboklin und bei der Uni Gießen.

 

Gefährlich werden – für alle Hunde, egal welcher Rasse - können im Prinzip alle chemischen Parasitenmittel: Nervenschädigungen, Vergiftung, Leber-/Nierenschädigung. Das Halsband „Scalibor“ enthält z. B. Deltamethrin. Um von diesem Wirkstoff Abstand zu nehmen, braucht man nur einmal die Suchmaschine zu bemühen und die Warnhinweise zu lesen, z. B. hier. Viele Hunde vertragen Deltamethrin nicht, zeigen schwerste Störungen und müssen als Notfall zum Tierarzt.

 

 

„Nebenwirkungen“

Erfahrungsbericht einer Beardie-Besitzerin zum „Scalibor“-Halsband

Sie hatte sich auf die Aussage der Tierärztin verlassen: „Scalibor wird als verträglichstes von allen Zeckenmitteln beschrieben, hat so gut wie keine Nebenwirkungen und hilft wirklich gut.“

 

Nach drei Tagen fiel mein Hund um und hatte neurologische Ausfallerscheinungen, Zuckungen, Schaum vorm Mund, Angst & Aggression in einem. Er hatte mich nicht erkannt, mich angeknurrt, nach mir geschnappt und wollte sich vor mir verstecken. Genau diese Nebenwirkung zeigten auch Ratten bei der Scalibortestreihe von unabhängigen Forschern (fand ich über Google, aber eben leider erst danach). Nach ca. 10 Minuten hatte er mich kurz erkannt, die Chance nutzte ich und packte ihn ins Auto. Bin sofort mit ihm in die Klinik, weil ich dachte Vergiftung, Tollwut, keine Ahnung, denn so ein Verhalten hatte ich noch nie erlebt. In der Klinik sagte mir der Arzt sofort: „Nehmen Sie das Halsband ab, Ihr Hund hat eine Deltamethrin-Vergiftung.“ Er gab ihm sofort Spritzen gegen Schock und Vergiftung und wir mussten am nächsten Tag früh noch mal hin zum Blutnehmen. War aber soweit alles okay, nur dass seine Hormone durch das Gift etwas durcheinander gekommen sind.

 

Wenn dies das verträglichste Mittel ist,

 wie schlimm müssen dann erst andere Mittel sein?!

 

 

 

Immer mehr als „biologisch“ angepriesene Floh- und Zeckenschutzmittel enthalten den Wirkstoff Geraniol, der Tierbesitzer an harmlose Geranien denken lässt. In Wahrheit handelt es sich um einen chemischen Stoff. Geraniol reizt Haut, Augen und Atmungsorgane. Auf dem Sicherheitsdatenblatt werden sogar Schutzhandschuhe empfohlen.

Also lieber darauf verzichten und Flöhe/Zecken täglich peinlich genau per Hand entfernen - Zecken so schnell wie möglich (nach jedem Spaziergang den Hund absuchen!) und natürlich ohne Quetschen und ohne Ersticken mit Klebstoff etc., da sonst die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern zunimmt.

 

Regelmäßige vierteljährliche Wurmkuren („chemische Keule“) sind sinnlos, denn ein Hund kann sich direkt nach der Entwurmung schon wieder Würmer „holen“. Lieber beim Häufchenaufheben immer einen Blick auf die Hinterlassenschaften werfen oder auch mal eine Kotprobe untersuchen lassen. Es gibt auch natürliche Mittel, die die Darmflora und somit das Immunsystem des Tieres nicht schädigen, z. B. „Wurm-O-Vet“ (aus Kräutern und Gemüseextrakten, Folgeprodukt von „ContraWurm“, Fa. cd Vet).

Als vorbeugende „Wurmkur“ hat sich die tägliche Gabe der Bach-Blüten-Essenz Blume blauCrab Apple zum Trinkwasser bewährt (ein paar Tropfen von der nach Vorschrift verdünnten Essenz).

 

Feldblumen

Lieber Natur als Gift!

 

 

 

 

Zuchtbestimmungen:

ein Schritt Richtung Massenzucht

 

Nicht mehr neu,

aber es hat sich noch nicht genügend herumgesprochen:

Der uneingeschränkten Hundevermehrung wurde durch Aussetzung nachfolgender Paragraphen Vorschub geleistet.

„Aussetzung“ bedeutet: Diese Paragraphen gelten nicht mehr. Es waren einmal gute Bestimmungen, denn sie verhinderten, dass massenhaft Welpen „produziert“ wurden.

Aus „Unser Rassehund“ 2/2003:

Auf der Sitzung am 11./12.1.2003 wurde vom Präsidium auf Grund vorliegender Anträge von mehr als 2/3 der Landesgruppen und mehreren Rassebetreuern nach § 29 (1) bis (4) der Satzung des Clubs für Britische Hütehunde e. V. beschlossen, die Bestimmungen des § 5

(3) „Pro Zuchtstätte und Kalenderjahr sind für alle dort gezüchteten Rassen maximal vier Würfe zulässig. In begründeten Einzelfällen ist eine Sondergenehmigung für einen weiteren Wurf beim LG-Vorsitzenden zu beantragen. Eine mehrheitliche Entscheidung wird durch den LG-Vorsitzenden, den RB und RfZ getroffen.“

 

und

(4) „In einer Zuchtstätte dürfen gleichzeitig nicht mehr als zwei gedeckte Hündinnen vorhanden sein. In begründeten Einzelfällen ist eine Sondergenehmigung über diese Zahl hinaus beim Referenten für Zuchtfragen zu beantragen. Eine mehrheitliche Entscheidung wird durch den LG-Vorsitzenden, den RB und RfZ getroffen.“

 

der Zuchtordnung vorläufig auszusetzen.

 

Wir hörten, dass der Club diese Bestimmungen aussetzen „musste“, weil die Mehrzahl der Landesgruppen mit Austritt aus dem Club gedroht haben soll.

 

Während andere Rassezuchtvereine die Gegenrichtung ansteuern - nämlich die gewerbliche Zucht einzugrenzen, indem gewerbsmäßigen Züchtern die Vereinszugehörigkeit verweigert wird (!!!) -, haben sich hier die profitorientierten Züchter durchgesetzt. Sie streben damit an, die Zahl der Würfe und der gleichzeitig in einer Zuchtstätte gedeckten Hündinnen zu erhöhen.

Damit unterstützt der Club für Britische Hütehunde die gewerbsmäßige Zucht. Es ist nun wieder möglich, etliche Welpen auf einmal zu haben. Man kann sich denken, dass dabei nicht jedes Hundekind die notwendige menschliche Zuwendung, individuelle Förderung und Prägung erhält.

 

Glühbirne, Idee g.jpg

 

Alle verantwortungsvollen künftigen Hundekäufer

sollten die Züchter meiden,

die mehrere Würfe vorrätig haben.

Solche Welpenkäufer leisten durch ihre Umsicht einen wertvollen Beitrag zum Wohl der Folgegenerationen.

 

 

Die Bestimmungen gelten nicht nur für Beardies, sondern auch für Border Collies, Collies, Bobtails, Shelties und Corgis.

Übrigens: Abgesehen von den Corgis haben sie alle dasselbe Problem mit der „modischen Länge“ des Fells. Auch bei diesen Rassen gibt es Züchter, die sich weigern, den Unsinn mitzumachen, und die von den anderen gemobbt werden.

 

Welpe

Ich fühle mich

verraten und verkauft!

 

 

 

Italien: „bedrohlicher“ Beardie

 

Die „Washington Times“ berichtet am 15.9.03, dass in Italien 92 Rassen als bedrohlich eingestuft wurden, darunter der Bearded Collie.

In dem Artikel heißt es:

Wer als geeignet erachtet wird, einen Hund aus der „gefährlich“-Kategorie zu besitzen, muss dem Hund auf öffentlichen Wegen einen Maulkorb anlegen und ihn an der Leine führen sowie eine besondere Versicherung in voraussichtlicher Höhe von 225 $ abschließen.

 

Wir haben bereits festgestellt, dass die Aggressivität in der Rasse zunimmt, allerdings bisher nicht gegen Menschen, soweit wir wissen. Inwieweit dies auf Italien zutrifft, darüber ist uns nichts bekannt. Wohl fast jeder Beardie-Besitzer dürfte diese Verordnung für einen schlechten Witz halten.

 

Rasselisten sind immer fragwürdig. Auch Affenpinscher und Zwergschnauzer stehen auf der italienischen Liste, ebenso wie Collies und Border Collies - bei Letzteren für uns teilweise verständlich, da hat es in Deutschland bereits Angriffe auf die eigenen Besitzer gegeben, wie eine Agility-Trainerin meldete.

 

Welpe

In Italien dürfen Beardies

nicht in die Hände von Minderjährigen

und müssen einen Maulkorb tragen.

 

Nachtrag – Juni 2007:

Inzwischen liegt uns ein Urlaubsbericht aus der Toscana vor. Dort kannte man keine Beardies und alle Menschen waren freundlich.

 

 

 

 

Leishmaniose: Sandmücken in Deutschland

 

Von der Leishmaniose-Mailingliste erfuhren wir: In Deutschland wurden Sandmücken gefangen, Überträger der Leishmaniose – bisher nur aus südlichen Ländern bekannt. Sehr viele soll es in Baden-Württemberg geben, eine Hochburg im Freiburger Raum. Dort ist schon ein Hund an Leishmaniose gestorben, der noch nie im Ausland war.

In Baden-Württemberg wurde eine bisher unbekannte Sandmückenart gefangen: Phlebotomus mascittii. „Antikörpertest reicht nicht aus“, heißt es in „Partner Hund“ 7/04; notwendig ist eine direkte Nachweismethode (PCR).

Das bedeutet, diese gefährliche Krankheit wird sich ausbreiten, auch in Deutschland. Es wird Zeit, dass die Tierärzte sich besser darüber informieren und über Behandlungsmöglichkeiten sowie über Vorbeugemaßnahmen Bescheid wissen.

Das Halsband „Scalibor“ mit dem Wirkstoff Deltamethrin (ein Pyrethroid) soll einen wirksamen Schutz bieten. Hundehalter sollten sich jedoch gründlich darüber informieren, ob es wirklich so harmlos ist, wie behauptet wird (Nervengift).

Der ganze Leishmaniose-Bereich ist noch in der Erforschung. Übertragungswege sind unklar. Ebenso ist nicht klar, was einen Ausbruch der Krankheit bedingen kann (manche Tiere sind jahrelang infiziert und erkranken nicht) usw.

Weitere Informationen:

www.leishmaniose.de

 

palmen ME

Ist ein Urlaub im sonnigen Süden

das Risiko einer Leishmaniose wert?

 

 

 

 

Körperbaumängel

 

Die Richterin Pat Jones/Wellknowe beklagt in ihrem Bericht über die Bearded Collie Club Championship Show vom 6. Dezember 2003, dass es zu wenig gute Beardies gibt.

Die Hunde, die zuletzt noch im Ring waren, bewiesen, dass es gute Tiere gäbe, jedoch in der Minderheit.

 

Weiter heißt es:

Ungeheuerliche 75 % hatten zu kurze Rippen – hier bestehe sofort Handlungsbedarf. Bei einer Arbeitsrasse kommt es entscheidend auf einen korrekten Körperbau an. Kurze Rippen sind nicht tief genug, so dass Herz und Lunge nicht genügend Platz haben. Dies wird im Standard klar dargelegt. Der gesunde Menschenverstand muss uns sagen, dass mehr Wert auf korrekten Körperbau gelegt werden muss, wenn der Beardie ein gesunder Arbeitshund bleiben soll.

Zitat:

 

„Sehen Sie sich das Original der Rasse an; dann sollten Sie verstehen, warum der Hund der Urform entsprechen sollte. Viele Menschen haben über viele Generationen hinweg hart daran gearbeitet, diese liebenswerte Rasse so zu erhalten, wie sie sein sollte. Bedenken Sie, dass die heutigen Besitzer/Züchter nur die Hüter sind und dass es Sinn der Sache ist, die Rasse so gut zu erhalten, wie sie war – oder besser. Die nächste Generation soll einen Hund übernehmen, der dem Standard entspricht.“

 

Mehr Wert müsse auch auf Kopf und Maul gelegt werden. Lange, schmale Nasen lassen „großen weißen Zähnen“ nur wenig Platz. Lange schmale Nasen gehen normalerweise einher mit schmalen Hinterköpfen. Der Rassestandard besagt: „Schädel breit, flach und quadratisch.“
 

Mehr darüber, was andere Rassekenner über Körperbaumängel sagen, unter „... und was sonst noch so im Showring herumläuft“.

 

 

 

Weintrauben und Rosinen giftig!

 

Mit Vergiftungserscheinungen bis zu Todesfolge muss schätzungsweise bei 11,6 g Trauben pro kg Körpergewicht gerechnet werden, das sind ca. 230 g bei einem 20 kg schweren Beardie.

Wissenschaftler vermuten, dass Rosinen noch gefährlicher sind. In einem Fall wurden 14 g Rosinen pro kg Körpergewicht als tödliche Menge ermittelt.

Symptome: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Unruhe oder Lethargie, Hyperkalzämie, Probleme beim Wasserlassen, Nierenversagen.

Also niemals größere Mengen Weintrauben oder Rosinen füttern! Keine Trauben und Rosinen für den Hund zugänglich herumliegen lassen, Selbstbedienung ausschließen!

Übrigens: Nicht in den Futternapf gehören auch Avocados (können giftig sein) und Zwiebeln (zerstören das Blut).

 

Quelle: „Partner Hund“ 7/2004

 

 

 

Stress lässt das Gehirn schrumpfen

 

Seit einiger Zeit beobachten wir, dass die Intelligenz der Beardies nachlässt.

Bekannt ist:

*      Genetiker warnen davor, dass Engzucht (incl. Linienzucht) zu Intelligenzverlust führen kann.

*      Stress beeinflusst das Lernen – bei stressempfindlichen Hunden eher als bei robusten. Weil Stress eine Lernblockade auslöst, verzichtet man in der modernen Hundeerziehung auf Strafe und setzt auf positive Bestärkung des erwünschten Verhaltens (z. B. Lob, Clicker).

*      Auch dass man in Stresssituationen einen Blackout haben kann, weiß jeder, der es bei einer Prüfung einmal erlebt hat.

Neu ist:

Ein zu hoher Anteil an Stresshormonen im Blut kann das Gehirn schädigen wie ein Schlaganfall. Das Gedächtnis lässt nach. Schlimmstenfalls schrumpfen die Gehirnteile Amygdala und Hippocampus auf die Hälfte ihrer Größe, was den Verlust von Erinnerungen zur Folge hat. Das Stresshormon Cortisol gelangt dabei durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn.

Dies könnte ein weiterer Grund dafür sein, dass Beardies als nicht mehr so clever empfunden werden.

 

Amygdala: Region für soziales und emotionales Verhalten, Angst, „Alarmanlage“

Hippocampus: Schaltstation des Limbischen Systems (Sitz der Gefühle), filtert Informationen, formt Erinnerungen, überträgt sie vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis, Orientierung.

 

Quelle:

TV 14, 13/04

Dr. Oliver Wolf, Universität Düsseldorf

 

 

 

Süßstoff Xylit gefährlich für Hunde

 

Die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA warnt: Der Süßstoff „Xylit“ (aus Holzzucker gewonnen) kann für Hunde tödlich sein. Xylit kann die Insulinproduktion so stark steigern, dass es zu einem lebensgefährlichen Abfall des Blutzuckerspiegels kommen kann.

Anzeichen: Verlust der Koordination, Schwächeanfälle, Krämpfe, Blähungen, Durchfall, möglicherweise Leberschäden.

Anzeichen, dass Xylit in einem Lebensmittel enthalten sein kann, ist ein Kühleffekt auf der Zunge.

Deklaration: E967

Vorkommen: z. B. in Speiseeis, Desserts, Marmelade, Brotaufstrich, Obstzubereitungen, Süßwaren, Gebäck, Saucen.

 

Quelle:

Tasso Newsletter 23.8.04

 

 

 

Stress macht früher alt

 

Bei nicht ängstlichen Beardies liegt der Beginn von Alterserscheinungen nach unseren Erfahrungen frühestens bei 10-11 Jahren. Einige sind noch mit 12 Jahren „voll da“.

Wenn dagegen ein ängstlicher Beardie vom modernen Typ bereits mit 7 Jahren Alterserscheinungen wie Stöhnen beim Aufstehen, nachlassendes Gehör und weniger Interesse am Alltag zeigt, obwohl dies bei einem guten Teil Rohernährung kaum am Futter liegen kann („Verkalkung“), dann gibt einem das zu denken.

 

Die Psychologin Sonia Cavigelli von der Universität Chicago hat bei Versuchen mit Wanderratten gezeigt, dass man sich buchstäblich zu Tode fürchten kann und dass dies häufig geschieht. Tiere, die von frühester Jugend an furchtsam waren, blieben ihr Leben lang ängstlich. Im Blut der furchtsamen Tiere zirkulierten Stresshormone in einer Konzentration, die bei normal veranlagten Tieren erst beim Anblick einer Katze messbar waren.

Während die mutigeren Tiere eine Lebenserwartung von 700 Tagen hatten, starben die ängstlichen 100 Tage früher, offenbar hervorgerufen durch die hohe Konzentration an Stresshormonen.

 

Quelle:

„Alles Zufall” von Stefan Klein, S. 258

 

 

 

Ausstellung: Interpretation eines Laien

 

In Begleitung eines Nicht-Kenners der Rasse wurde bei der Ausstellung in Neumünster erneut deutlich, wo einige Probleme der Beardies liegen:

 

„Die sind aber kleiner als eure.“

Beim Gang durch die Hallen musste man manchmal sehr genau hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um einen Beardie handelte.

 

„Wieso gewinnt der mit dem längsten Fell?“

Darauf gibt es bis heute keine Antwort. Überlanges Fell, das die Körperformen verdeckt, ist nicht standardgerecht und damit bei einem Sieger fehl am Platz.

 

„Das muss sein ...“

Ganz selbstverständlich wurde in aller Öffentlichkeit Haarspray verwendet.

In der VDH-Zuchtschau-Ordnung, die im Ausstellungskatalog zu lesen ist, heißt es:

Auf dem Zuchtschaugelände ist ein über das Kämmen und Bürsten hinausgehendes Zurechtmachen des Hundes unter Verwendung jedweder Mittel und Hilfen untersagt. ...

Mit unbefristetem Verbot der Teilnahme auf allen von VDH-Mitgliedsvereinen oder vom VDH durchgeführten Zuchtschauen kann belegt werden, wer insbesondere ...

3. Veränderungen oder Eingriffe am gemeldeten Hund vornimmt oder vornehmen lässt, die geeignet sein können, den Zuchtrichter zu täuschen, oder solche Hunde vorführt oder vorführen lässt.

In dem Artikel „Wir tragen die Verantwortung“ des VDH in „Unser Rassehund“ 11/2001, auf den wir mehrfach verwiesen haben, wird angemahnt:

Sprayen, Pudern, Färben sind nicht zulässige „Manipulationen“ und dienen der Vortäuschung falscher Tatsachen. Sie als Richter sind gehalten, Ihr Ringpersonal anzuweisen, dafür Sorge zu tragen, solche Tätigkeiten – auch außerhalb des Bewertungsringes – zu unterbinden. Festgestellte Verstöße sind sofort zu ahnden.

Warum tut das niemand?!! Vorschriften, die nicht eingehalten und nicht kontrolliert werden, sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden.

 

„Das tut doch weh!“

Wieder einmal wurden die Köpfe der Beardies hinter den Ohren mit der Ausstellungsleine hochgezogen. Ein Aussteller benutzte die hochgezogene Leine so geschickt, dass er damit die viel zu langen Stirnhaare festklemmte.

 

„Ich hab noch keinen gesehen, der mal mit erhobener Rute durch den Ring gelaufen ist!“

Die Begleitperson wurde darüber aufgeklärt, dass Imponierverhalten den Beardies für den Ring abtrainiert wird, manchmal mit fragwürdigen Methoden; denn ein Beardie mit korrektem Körperbau soll die Rute unten tragen. Imponierverhalten wie eine „freudig“ getragene Rute ist einem Beardie mit korrektem Körperbau dennoch möglich.

 

„Ja, müssen denn die Richter nicht viel über den Körperbau lernen, ehe sie Richter werden? Sie müssen doch unterscheiden können, ob die Rute richtig angesetzt ist oder ob der Hund imponiert!“

Stimmt ...

 

„Der hat endlich mal verdient gewonnen!“

Ein pechschwarzer junger Rüde. Schön, dass es diese Farbe noch ab und zu gibt!

 

Für Laien leicht zu erkennen waren auch durchhängende Rücken, abfallende Kruppen, nach vorn geworfene Vorderläufe.

 

Alles in allem war es so frustrierend, dass wir uns nach etwa der Hälfte der Bewertungen vom Ring zurückgezogen haben. Als Liebhaber der Rasse erträgt man all das nicht lange. Wer weiß, was wir sonst noch zu sehen bekommen hätten! Man konnte nur wieder einmal sagen: „Arme Beardies!“

Offenbar empfinden es die Zuschauer ähnlich. Es waren kaum Nicht-Aussteller am Beardie-Ring anzutreffen – und gerade für interessierte Laien, die auf der Suche nach einem passenden Hund sind, sind Ausstellungen doch gedacht. Das sollte den Ausstellern zu denken geben.

Wir würden uns auch wünschen, dass bei einer derartigen Hitze (über 30 Grad) kein Hund so viele Stunden lang in der Sonne aushalten muss. Die Wassernäpfe waren oft leer bzw. stark verschmutzt. Einige Hunde wurden wenigstens mit nassen Handtüchern gekühlt. Wieder einmal gab es Durchsagen, dass Hunde dringend aus Autos befreit werden sollten.

 

28.5.2005

 

 

 

Rohfütterung: Erfahrungen mit Fleisch

 

Fleischanteil

Bei einem Vortrag an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover wurde mitgeteilt, dass es bei zu viel Fleisch zu schweren Organschäden gekommen sei, insbesondere der Nieren. Man rät zu max. 60 % Fleisch, dazu 20 % Getreide und 20 % Gemüse/Obst.

 

rohes Geflügel

Leidvoll musste ein kerngesund wirkender Beardie erfahren, dass Hunde offenbar doch nicht vor Salmonellen gefeit sind. Mit über 40° Fieber und blutigem, schleimigem Durchfall war er ein Notfall für den Tierarzt.

 

... mehr über Rohfütterung

 

18.7.2005

 

 

 

Beardie bei RTL „Superfrauchen“: Reaktionen

 

In der Fernsehsendung ging es um den als „exzentrisch“ bezeichneten dreijährigen Bearded Collie Sammy aus Berlin.

Probleme gab es vor allem mit „Angriffen“ auf Jogger und Radfahrer sowie mit panischer Angst.

Die Besitzer: „Wir sind verzweifelt.“

 

Bei uns gingen viele Reaktionen ein.

Die Beardie-Freunde – vor allem diejenigen, die noch wesensstarke Hunde haben - sind sehr betroffen oder auch empört über „so viel Unsinn“ und fehlende Sachkenntnis. Wir hätten uns gewünscht, dass die Expertin sich näher mit der Rasse beschäftigt hätte.

Positiv wird allgemein bewertet, dass die Expertin es nicht mit der „Holzhammermethode“ versuchte (Rasseldose, Spray usw.).

 

Vielleicht können wir Sammys Familie noch ein wenig weiterhelfen – oder anderen Beardie-Besitzern, die ähnliche Probleme haben. Die ausgeprägte Geräuschempfindlichkeit dieses Hundes war leider ein typisches Beispiel für das Verhalten von Beardies unserer Tage, mit dem wir oft konfrontiert werden.

 

 

Der Hund wurde als „aggressiv gegen Jogger und Radfahrer“ bezeichnet.

Karo hellrot   „Er jagt alles, was sich schnell bewegt,

Karo hellrot   jagt Jogger,

Karo hellrot   hält Fahrradfahrer an.“

Karo hellrot   Man hatte Angst, dass er im Biergarten zuschnappen könnte.

Karo hellrot   Sprecher: „Er jagt die Jogger bis aufs Blut.“

 

Im Film sprang der Hund fröhlich um einen Jogger herum. Er schnappte gelegentlich, allerdings mehr andeutungsweise. Gezeigt wurde eine Bisswunde im Schenkel eines Joggers.

Der Jogger: „Er hat halt schon die Haut angekratzt.“

Expertin: „Das ist hochgradig gefährlich.“

Sprecher: „Instinktiv will er seine Schafherde zusammenhalten.“

 

Therapie der Expertin:

Der Hund sollte lieber seinen Besitzern nachlaufen als dem Jogger. Dies gelang mit lockenden Rufen. Es wurde empfohlen, Joggern auszuweichen und den Hund am Wegrand ins Platz zu legen. Das klappte gut, der Hund war gehorsam.

 

Wir meinen:

*      Es ist ganz normal, dass ein Beardie auf diese muntere Weise um fortlaufende Menschen (oder Tiere, Radfahrer, sogar manchmal um Autos) herumspringt. Als Hütehund – das wurde richtig erkannt – schaltet sein Gehirn beim Anblick von fliehenden Objekten auf „Schaf einfangen“. Über dieses rassetypische Verhalten sollten sich die Besitzer nicht wundern – es sei denn, sie haben sich vor der Anschaffung des Hundes nicht über die Rasse informiert.

*      Der Hund war nicht ausgelastet und nutzte beim Spaziergang die Gelegenheit, einmal tüchtig zu rennen. Immerhin hatte die Familie sich einen Spazierweg gesucht, der dem Hund gerecht wurde; sonst kann die Haltung in der Stadt recht problematisch werden, vor allem auf der Etage und ohne Garten.

*      Kurzes Schnappen nach einem (potenziellen) Spielpartner erlauben sich einige Beardies aus Übermut und als Aufforderung zum Spielen. Mit Aggression hat das nichts zu tun. Bei diesem sonst ängstlichen Hund hätte man höchstens Angstbeißen erwarten können, davon war er aber in seinem fröhlichen „Arbeitseifer“ (Umkreisen des Joggers und der Radfahrer) weit entfernt. „Hochgradig gefährlich“ ist dieses Verhalten deshalb nicht – höchstens für nicht standfeste alte Menschen oder Kinder, die aber üblicherweise nicht zu den Joggern zählen. Trotzdem obliegt es natürlich jedem Hundebesitzer, dafür zu sorgen, dass niemand belästigt wird.

*      Wir bezweifeln, dass solch eine Bisswunde von einem so leichten Zuschnappen stammt, wie es im Film gezeigt wurde. Vermutlich wurde dort „medienwirksam“ nachgeholfen. Der Jogger hatte ja auch nur von „Haut angekratzt“ gesprochen.

*      Wir können keine wirksame Therapie erkennen. Wenn der Hund nicht abgelegt wird, wird er dasselbe rassetypische Verhalten wieder zeigen. Es ist schwierig, einem Hütehund solch ein genetisch tief verankertes Verhalten „abzugewöhnen“ – bei gutem Gehorsam aber nicht unmöglich. Das Heranrufen und Ruhigbleiben muss geübt werden.

 

 

Der Hund hatte massive Angst.

Karo hellrot   „Bei jedem Laut schreckt er zusammen.“

Karo hellrot   „Er will nicht das Haus verlassen und Gassi gehen.“

Karo hellrot   Der Hund zog das 15-jährige Mädchen durch die Stadt. Der Spaziergang wurde als lästige Pflicht empfunden.

Karo hellrot   „Wenn er schmutzig ist, wird er in die Abstellkammer gesperrt. Da ist er am liebsten.“ Der Hund zerkratzte die Tür und wollte hinaus.

Karo hellrot   „Wenn draußen Krach ist, möchte er raus. Alle Türen müssen offen sein, damit er sich verstecken kann.“ Beim Geräusch des Staubsaugers kratzte der Hund wild an der Tür. Sprecher: „Kaum lässt man ihn allein, schreckt der gefürchtete Jogger-Jäger zurück.“

 

Im Film zeigte sich der Hund in der Stadt sowie im Biergarten extrem panisch.

Die Expertin beim Gang durch die Stadt: „Der hat wirklich Stress!“ Sie brach den Spaziergang ab.

Sprecher: „Da Hütehunde besonders geräuschempfindlich sind, versetzt der normale Großstadtlärm Sammy in heillose Panik. Der kleinste Laut und Sammy will nach Hause.“

 

Therapie der Expertin:

Gegenkonditionierung, „ein negativer Reiz wird mit einem positiven Reiz kombiniert“ - Geräuschtraining in der Wohnung: Aus einer „Reizdose“, mit der gerappelt wurde, bekam der Hund Futter. Er war interessiert, fraß die Leckerbissen und zeigte keine Panik. Man freute sich: „Er hat die ganze Dose leergefressen!“

Die Expertin wollte schließlich „versuchen, an der Straße ein bisschen Ruhe reinzubringen“.

Der Hund legte sich neben dem Auto hin, erschrak beim ersten ihm unangenehmen Geräusch und wollte auf und davon.

 

Wir meinen:

*      Bei der Behauptung, generell seien Hütehunde geräuschempfindlich und in der Stadt überfordert, standen uns allen die Haare zu Berge! Keine andere Hütehundrasse zeigt sich dermaßen panisch. Wesensstarke Beardies, wie sie früher die Regel waren („alter Typ“), kommen in der Stadt ebenfalls gut zurecht. Im ruhigen Schottland, bei der Arbeit an der Herde, hatte der Beardie zwar nicht so viele Geräusche um sich wie beim Leben in der Stadt, er durfte sich aber z. B. bei Gewitter nicht verstecken und die Herde im Stich lassen. Solch ein Hund wäre sofort erschossen worden: arbeitsuntauglich. Solche Hunde durften sich nicht vermehren.

*      Ein Spaziergang mit Beardie darf keine lästige Pflicht sein! Der Hund spürt diese negative Einstellung. Hatte er in der Stadt wirklich die ganze Zeit Angst? Manches Mal sah es nach fehlender Leinenführigkeit aus.

*      Hier haben wir es mit einem Bündel von Problemen zu tun, die separat behandelt werden sollten.

*      Für Ängste gibt es viele Gründe. Es kann sich z. B. um einen sehr stressempfindlichen Hund (erbliche Disposition) handeln, wie es bei den heutigen Beardies leider oft der Fall ist. Oder dieser Hund ist als Welpe nicht auf die Geräusche in der Stadt geprägt worden, z. B. bei Kelleraufzucht (leider wurde nichts über die Herkunft des Hundes gesagt). Oder er ist einmal bei einem Geräusch in Panik geraten, und diese Angst hat sich mehr und mehr verstärkt. Weitere mögliche Gründe und Einzelzeiten auf unseren Webseiten, z. B. unter häufige Fragen und Modehund.

*      Dass der Hund am liebsten in der Abstellkammer ist, können wir nicht glauben. Beardies sind sehr menschenbezogen, können eingesperrt extrem leiden und wollen immer mit ihrer Familie zusammen sein. Kein Wunder, dass dem Hund das Einsperren nicht behagte und dass er hinaus wollte. Beardies darf man einfach nicht stundenlang – z. B. bis sie trocken und wieder halbwegs sauber sind - einsperren oder aussperren.

*      Dass ein langhaariger schmutziger Hund in der Wohnung nicht angenehm ist, sollte man sich vor der Anschaffung überlegen bzw. man muss eine Möglichkeit schaffen, den Hund nach dem Spaziergang abzuspülen. Ein „bequemes“ Wegsperren ist absolut indiskutabel!

*      Wenn der eingesperrte Hund den Krach nicht erträgt und deshalb hinausgelassen werden möchte, sucht er den Schutz seiner Familie bzw. eine bessere Rückzugsmöglichkeit, wo er sich sicherer fühlt.

*      Die Geräusche müssen differenziert werden. Beardies haben meist nicht generell Angst vor lauten Geräuschen, sondern vor bestimmten hohen Frequenzen (gezeigtes Beispiel: Staubsauger) und plötzlichem Krach/Knall. Solche Geräusche können sie als äußerst unangenehm empfinden und mit Panik reagieren. Die Dose mit dem dumpfen Rappeln (niedrige Tonfrequenz) war deshalb nicht bedrohlich und verursachte keinen Stress; sonst hätte der Hund nicht einmal einen einzigen Happen gefressen (Panik und Nahrungsaufnahme schließen einander aus). Selbst beim durchdringenden Klang der Türklingel blieb der Hund ruhig liegen.

*      Dass der Hund – wenigstens teilweise - „wirklich Stress“ hatte, wurde richtig erkannt. Es war korrekt, den Spaziergang abzubrechen.

*      Es kann nicht funktionieren, einen Hund mitten im Stress erzeugenden Umfeld abzulegen und zu erwarten, dass er seine Panik vergisst.

*      Auch in der Stadt konnten wir keinen Therapieerfolg erkennen. Dies war bei einer so massiven Panik auch nicht zu erwarten.

 

 

Die Expertin bemängelte Dominanzverhalten.

Karo hellrot   Der Hund läge an „strategisch wichtigen Punkten“ (unter dem Tisch, im Durchgangsbereich, im Schlafzimmer).

Karo hellrot   Der Hund habe stets Futter zur freien Verfügung (mit Hinweis auf den Futtersack in der Abstellkammer, in die der Hund gesperrt wurde).

Karo hellrot   Die Führung durch die Besitzer fehle. Der Hund habe die Führung beim Spaziergang.

Karo hellrot   „Er dreht euch den Hintern zu! Ich bin entsetzt!“ (bei den Übungen in der Wohnung)

 

Therapie der Expertin:

Der Hund sollte nicht länger im Mittelpunkt stehen, nicht mehr unter dem Tisch und nicht mehr im Weg liegen, sondern in einer Ecke. Futter sollte es nur noch geben, wenn der Hund eine Gegenleistung erbringt.

 

Wir meinen:

*      Wir konnten kein ungebührliches Verhalten erkennen, eher eine „Macht doch, was ihr wollt!“-Haltung des Hundes. Er war gehorsam, nicht widerspenstig, nur recht bequem und gelangweilt.

*      Jeder Hund sucht sich gern einen Unterschlupf, eine überdachte Rückzugsmöglichkeit. Der Tisch gibt gerade einem unsicheren Hund Schutz, wie eine Höhle.

*      Das angebliche „Streben nach Vorherrschaft im Rudel“ wird von Experten immer noch gern herangezogen. Von „Dominanzplätzen“ sollte man in der modernen Hundeerziehung nicht mehr sprechen, seit Wolfsforscher festgestellt haben, dass das Rudelprinzip (Besitzer = „Alphatier“) auf Familienhunde nicht anzuwenden ist. Es kommt bei der Erziehung von Hunden – wie von Kindern – vielmehr vor allem auf gegenseitigen Respekt an. Dazu gehört auch, den Hund so weit zu respektieren, dass man ihm seine selbst gesuchten Wohlfühlplätze gönnt. Vertreibt man diesen empfindsamen Hund aus seiner „Schutzhütte“ unter dem Tisch, bekommt er zusätzlich Stress.

*      Jeder Hund hat das Recht auf Futter, auch ohne Gegenleistung; denn der Mensch verwehrt dem Hund ja, selbst für Nahrung zu sorgen. Es wurde nicht gesagt, dass der Hund den Futtersack geplündert hätte. Wahrscheinlich hat er das nie getan, denn sonst würde kein Futtersack mehr im selben Raum gelagert werden.

*      „Er dreht euch den Hintern zu“ zeigte nur das Desinteresse des Hundes. Die Übungen waren ihm zu langweilig. Eine deutliche Sprache dieses Beardies: Ablehnung, als „Dominanz“ fehlinterpretiert.

*      Ein Beardie ist, wie gesagt, sehr menschenbezogen und will immer bei seiner Familie sein. Deshalb wird er immer „im Weg liegen“: da, wo seine Familie sich aufhält. Ein Beardie im Schlafzimmer ist normal, weil er die Nähe seiner Familie sucht. Ihn in eine Ecke zu verbannen und das Bleiben an diesem Platz zu verlangen, käme einer Zwingerhaltung gleich und wäre nichts anderes als das Einsperren im Abstellraum: Stress für den Hund.

 

 

Haare

Die Expertin: „Noch ein Problem, das Sammys Leben so schwer macht: Er kann nicht sehen, wer ihn ruft. Deshalb muss er einfach einen Kurzhaarschnitt kriegen.“

 

Abhilfe

Am ganzen Körper wurden die Haare geschnitten.

Sprecher: „Endlich bekommt Sammy das einem Bearded Collie gebührende Schönheitsprogramm.“

Beim Hundefrisör wurde empfohlen: „Alle 2 – 3 Monate mal ein bisschen kürzer schneiden.“

Sprecher: „Wollknäuel Sammy bekommt endlich den Durchblick und zeigt sich im neuen Look als glücklicher Hund.“

 

Wir meinen:

*      Den Besitzern ist kein Vorwurf zu machen. Beardie-Haar wird üblicherweise nicht geschnitten.

*      Ein Hund braucht nicht zu sehen, wer ihn ruft. Diese „Logik“ war einfach umwerfend – vor allem als Begründung für einen Ganzkörperhaarschnitt.

*      Trotzdem ist der Ansatz gut. Mit gekürztem Körperhaar zeigen sich Beardies nach unserer Erfahrung wirklich als „weniger belastet“ im wahrsten Sinn des Wortes – und damit lebenslustiger und fröhlicher.

*      Das Kürzen der Stirnhaare war eine gute Idee, denn Haare vor den Augen können Beardies unsicher und schreckhaft machen. Aber warum solch ein Tunnelblick? Der Hund konnte nicht nach links und rechts sehen, wirkte wie ein Pferd mit Scheuklappen. War das Absicht? Es kann nicht die Lösung sein, Stress auslösende Objekte auf diese Weise auszublenden. Die vermeintliche Gefahr ist nicht weg, wenn der Hund sie zur Seite hin nicht mehr sehen kann, im Gegenteil: Auch auf diese Weise wird die Sicht eingeschränkt, das verunsichert den Hund. Die waagerecht abgeschnittenen Stirnhaare wirkten außerdem nicht gerade hübsch. Wir empfehlen einen pfiffigen Fransenschnitt mit der Effilierschere.

*      Ein Bearded Collie sollte so gezüchtet werden, dass er kein „Schönheitsprogramm“ und kein Haareschneiden nötig hat. Das Problem liegt in der modernen Zuchtrichtung – und die Welpenkäufer haben es in der Hand, Nachwuchs von sehr lang behaarten Beardies ebenso wenig zu kaufen wie Nachwuchs von überängstlichen Beardies. Das kann jeder beim Züchter erkennen. Übrigens war dieser Hund vom Haar her noch „mittelprächtig“ für heutige Verhältnisse: nicht überaus lang und nicht überaus üppig behaart.

 

 

Die Expertin wollte wissen: „Wie geht ihr miteinander um?“

Die Familie gab dem Hund strenge Anweisungen, wollte es wohl besonders gut und richtig machen.

Der Hund war gehorsam bei Sitz und Platz, wirkte aber desinteressiert und gelangweilt, ohne Freude.

Es hieß: „Er soll Lebensfreude spüren. Spielen soll Spaß machen! Spielzeug jagen statt Jogger.“

Für den Umgang mit dem Hund wurde eine hohe Stimme empfohlen.

Die Familie zeigte daraufhin überzogenes Gehabe. Der Hund kam nur langsam in Gang, machte dann mehr und mehr mit.

Die Expertin freute sich: „Jetzt hat er zum ersten Mal die Rute oben.“, vorher sei er „deprimiert, traurig, frustriert“ gewesen.

Empfehlung der Expertin: mehr mit dem Hund spielen.

 

Wir meinen:

*      Das war unbedingt nötig. Der Hund wirkte phlegmatisch. Das ist bei einem Beardie wirklich ein trauriger Anblick.

*      Der Hund wird wegen des zusätzlichen Spielens – „Spielzeug jagen statt Jogger“ – seinen „Spaß“ mit den Joggern nicht aufgeben.

*      Eine hohe Stimme ist im Prinzip gut und richtig, um einem Hund Freude und Aufmunterung zu signalisieren. Sie muss aber vorsichtig dosiert werden bei einem Beardie, der auf bestimmte hohe Tonlagen empfindlich reagiert. Wenn man es übertreibt, könnte man sogar ungewollt erreichen, dass der Hund sich zurückzieht.

*      Man soll sich nicht für einen Hund „zum Affen machen“. Dann wird man nicht ernst genommen. Übertriebene Babysprache ist Unsinn.

*      Es ist möglich, dass der Hund nicht nur wegen zu wenig Spielen so phlegmatisch war, sondern wegen einer Schilddrüsenstörung.   Sicherheitshalber sollte man beim Tierarzt einen Test in Betracht ziehen. Schilddrüsenprobleme sind in der Rasse recht verbreitet. Sie können auch in Zusammenhang mit Angst stehen.

 

Die Expertin erkannte:

„Diese Problematik lässt sich nicht in 4 Tagen lösen. Es ist noch viel Arbeit da.“

 

Alles in allem drängt sich uns die Vermutung auf, dass die Probleme aufgebauscht wurden.

 

Wir wünschen Sammy und seiner Familie alles Gute.

 

20.10.2005

 

 

 

Beardie bei der VOX-„Tier-Nanny“ – Reaktionen

 

Problem: Zwei Nachbarshunde bissen einander durch den Zaun blutig.

 

Sichtschutzzaun

Es wurde ein ungeeigneter Zaun verwendet, eine zu niedrige Strohmatte. Mit einem festen mannshohen Zaun wäre die Sache erledigt gewesen.

 

Fütterung am Zaun

So muss auch noch das Futter verteidigt werden und die Hunde schlingen unter Stress.

 

Anfreunden beim Spaziergang

Das war der beste Ansatzpunkt. Er hätte ausgebaut werden müssen, denn vor allem der Beardie zeigte sich rassegemäß friedlich. Er duldete den „Feind“ sogar im eigenen Garten.

 

Die Hunde wurden mit Rasseldosen beworfen und mit Sprühhalsband in Angst versetzt.

Wenigstens bis zu den Experten sollte es sich herumgesprochen haben, dass ein zweifelhafter „Gehorsam“ aus Angst vor Strafe in der modernen Hundeerziehung nichts mehr zu suchen hat. Trainer, die so etwas empfehlen, „vergessen“ immer wieder zu sagen:

*      Angst vor Bestrafung erzeugt Stress. Stress verhindert jedes Lernen.

*      Stress schwächt das Immunsystem.

*      So „therapierte“ Hunde neigen zu Ersatzhandlungen, um den Stress abzureagieren, z. B. durch Pfotenknabbern.

*      Hunde fallen in das alte Reaktionsmuster zurück, sobald sie merken, dass keine Reaktion kommt und

*      sobald der Sprühmitteltank oder die Batterie leer ist. Hier wird die Intelligenz der Hunde oft unterschätzt.

*      Außerdem kann es zu fatalen Verknüpfungen kommen.

Wie die Besitzer beim Gebrauch der Rasseldose bemerkten, sind die Hunde nur so lange unauffällig, wie sie sich kontrolliert fühlen. Auch wenn am Ende eine friedliche Gartenidylle gezeigt wurde: Wirklich gelernt haben die Hunde nichts. Die Sicherheit ist trügerisch.

 

 

Fazit aus beiden Sendungen:

Es ist erschreckend, wie wenig Grundwissen die Hundehalter haben und dass die Experten immer noch die alten Methoden anwenden, von Schreckmitteln bis zur Dominanzschiene.

 

Tierheime und Hundeschulen berichten, dass nach solchen Sendungen eine vermehrte Nachfrage nach Erziehungsgeräten wie Sprühhalsband, Rasseldose, Legleader (Leine am Bein) usw. besteht. Zum Glück gibt es dort oft verantwortungsbewusste Menschen, die von solchen Hilfsmitteln abraten und Alternativen anbieten, z. B. Clickertraining.

 

3.11.2005

 

 

 

Disney kündigt Kinofilm mit Beardie an:

The Shaggy Dog

 

Es handelt sich um ein Remake des Films „Zotti, das Urvieh“, in dem sich ein Mann in einen Hund verwandelt.

Trailer

 

Warnung vor Beardie-Boom

Jeder Beardie-Freund wird sich freuen, seine Lieblingsrasse im Kino zu sehen. Wir müssen diese Ankündigung trotzdem unter „schlechte Nachrichten“ bringen; denn es ist abzusehen, dass die Folgen für die Rasse verheerend sein können, bedenkt man den „Lassie“-Boom oder die starke Nachfrage nach Dalmatinern, als „101 Dalmatiner“ in den Kinos lief. Niemals war es zum Vorteil einer Rasse, dass massenweise Hunde „produziert“ wurden, weil profitgierige Züchter und Hundevermehrer daran verdienen wollten.

Es muss befürchtet werden, 

*      dass der Beardie durch den Film noch mehr zum überzüchteten Modehund wird

*      dass weltweit noch mehr Welpen auf Teufel komm raus gezüchtet werden – mit noch weniger Rücksicht auf Wesensstärke, Gesundheit, korrekte Proportionen und standardgerechtes Fell

*      dass die Beardies noch mehr ungeeignete Käufer finden, die mit den Bedürfnissen der Rasse überfordert sein werden (Beschäftigung, Auslauf, geistige Anregungen, Fellpflege ...).

Das hat den Beardies „gerade noch gefehlt“!

 

Wir appellieren an alle, die sich in die Rasse verlieben werden,

sich genau über die Merkmale eines standardgerechten Beardies sowie über die Modehund-Problematik zu informieren und auf keinen Fall beim Billigzüchter zu kaufen.

Außerdem bitte bedenken: Der Titelheld wurde von Profis sehr gut trainiert, um so zu reagieren, wie es für den Film gewünscht wurde. Das hat mit der Realität nichts zu tun. Es waren sogar mehrere Hunde in derselben Rolle, weil einer allein damit überfordert gewesen wäre, alles zu lernen.

 

Wir appellieren an alle Züchter,

*      noch genauer darauf zu achten, wem ein Welpe verkauft wird

*      mehr denn je bei der Wurfplanung darauf zu achten, dass gesunde und wesensstarke Zuchtpartner mit korrektem Körperbau zum Einsatz kommen

*      auf standardgerechtes Fell der Zuchtpartner Wert zu legen, damit die späteren Welpen-Besitzer nicht mit der Pflege überfordert sein werden.

Ein unzufriedener Käufer wird keinen zweiten Beardie kaufen und die Zuchtstätte nicht weiterempfehlen.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Züchter sich nun um so eher darauf besinnen, wie ein Beardie gemäß Rassestandard sein soll:

*      Aufmerksam, lebhaft, selbstsicher und aktiv ... zuverlässig, intelligenter Arbeitshund, ohne Anzeichen von Nervosität oder Aggressivität

*      schlanker, drahtiger, aktiver Hund ... Trotz kräftigen Körperbaues sollte der Hund einen guten Bodenabstand zeigen und nicht zu schwer wirken. Der aufgeweckte, forschende Ausdruck ist ein kennzeichnendes Merkmal dieser Rasse.

*      Augenbrauen nach oben und nach vorne gewölbt, jedoch nicht so lang, dass die Augen verdeckt werden.

*      Gangart/Bewegung geschmeidig, gleichmäßig fließend und weit ausgreifend, bei einem Minimum an Anstrengung raumgreifend.

*      Deckhaar glatt, hart, kräftig und zottig, weder wollig noch lockig, obgleich eine leichte Wellung erlaubt ist. Länge und Dichte des Haarkleides ausreichend, um Schutz zu bieten und die Form des Hundes zur Geltung zu bringen, jedoch nicht so viel, dass die natürlichen Linien des Körpers verwischt werden.

*      ideale Schulterhöhe: Rüden: 53-56 cm, Hündinnen: 51-53 cm

 

Bei so manchem Punkt haperte es in der Vergangenheit.

Vielleicht wird dieser Film ein Anstoß für die Züchter sein, nun endlich ganz schnell zu retten, was noch zu retten ist. Noch ist genetisches Material des standardgerechten Beardies („alter Typ“) vorhanden – aber wie lange noch?!

Wenn sich die Züchter dazu hinreißen lassen sollten, mehr an Profit zu denken als an die Hunde, wird der Disney-Film der Rasse den Todesstoß versetzen. Am Boden liegt sie schon lange ...

 

Wer etwas für die Rasse tun will,

*      reagiert als Züchter nicht mit vermehrter Zucht auf den zu erwartenden Boom und warnt auf seiner Website vor den Folgen einer Welpenschwemme

*      kauft als Interessent in nächster Zeit keinen Beardie – außer von einem sehr verantwortungsbewussten, vertrauenswürdigen Züchter, der wesensstarke, gesunde Beardies ohne üppiges Fell hat

*      leistet Aufklärungsarbeit, wenn im Bekanntenkreis der Wunsch nach einem Beardie aufkommt.

 

Die Welpenstatistik des VDH wird eines Tages zeigen, wie vernünftig Züchter und Welpenkäufer waren.

Hoffen wir das Beste – im Interesse der Rasse!

 

2.2.2006

 

 

Disney stellte uns folgendes Interview mit „Shaggy“ zur Verfügung:

Wir haben Shaggy – den haarigsten Star seit Lassie - am Set seines Leinwanddebuts SHAGGY DOG – HÖR MAL WER DA BELLT zum exklusiven Interview getroffen:

 

Q. Hallo Shaggy, schön Dich zu sehen. SHAGGY DOG – HÖR MAL WER DA BELLT ist dein erster Film. Wie waren die Dreharbeiten am Set? War es harte Arbeit für dich?

 

A. Ja absolut, man wird ja nicht von heute auf morgen ein guter Schauspieler. Zum Glück hat man mir ausgezeichnete persönliche Trainer zur Seite gestellt, die wirklich das Beste aus mir rausgeholt und mir noch sehr viele neue Tricks beigebracht haben. Alle gefährlichen Stunts habe ich übrigens selber gemacht, ohne Double! Da bin ich richtig stolz drauf!

 

Q. Trotz der anstrengenden Dreharbeiten siehst du blendend aus! Verrätst Du uns ein paar Tricks, wie man sich so fit hält? 

 

A. Oh danke für das Kompliment – Gott sei Dank schützt mich meine Gesichtsbehaarung vor dem Rotwerden… Nein, Spaß bei Seite! Wie ich mich fit halte? Ganz einfach: Ich treibe leidenschaftlich gerne Sport – wusstet Ihr, dass ich der gefürchtetste Frisbee-Spieler weit und breit bin? Eine Kostprobe davon gibt’s ab 22. Juni im Kino!

 

Q. Das hört sich ja nach einem tollen und aufregenden Hundeleben an, Shaggy! In deinem Film spielst du aber nicht allein. Wie war denn die Zusammenarbeit mit so einem hochkarätigen Comedy-Star wie dem Schauspieler Tim Allen?

 

A. Oh, das war wunderbar. Anfangs war ich sehr aufgeregt, und Tim hatte, glaube ich, auch ein wenig Angst vor mir – ich sehe ja auch nicht gerade wie ein kleiner Schoßhund aus! Grrrrr, nein im Ernst: es hat tierischen Spaß gemacht!

 

Q. Und wie war dein Verhältnis zu den anderen Schauspielern? Konntest du zum Beispiel Kristin Davis „riechen“?

 

A. Mhhhh. Wäre ich eine Katze, würde ich jetzt anfangen zu schnurren. Bei einer Lady wie Kristin kann hund sich ja einfach nur wohl fühlen. Sie hat mich immer so zärtlich hinter den Ohren gekrault. Schade, dass ich in der Garage schlafen musste – ich hätte mich im Bett gerne zu ihren Füßen gekuschelt.

 

Q. Im Film spielt Robert Downey Jr. einen verschlagenen und hinterhältigen Doktor, der Tierversuche durchführt. Wie stehst du dazu?

 

A. Grrrrr…wenn ich das Wort schon höre! Ich hätte Robert Downey Jr. in der Rolle als Dr. Kozak gerne ein paar Mal gebissen, weil mich Tierversuche so wütend machen! Doch das war nur vor der Kamera. Hinter den Kulissen hatten wir uns alle sehr gern - Robert ist auch ein großer Hundefreund!

 

Q. Hat Dir etwas ganz besonders gut gefallen in deinem neuen Job als  Schauspieler?

 

A. Da muss ich wirklich nicht lange überlegen: Das Essen am Set war vorzüglich! Zudem hatte ich eine super Hair-Stylistin! Sie hat mich immer exzellent aussehen lassen – wie einen richtigen Hollywood-Star!

 

Q. Eine abschließende Frage: Am 22. Juni startet SHAGGY DOG – HÖR MAL WER DA BELLT bei uns in den deutschen Kinos. Warum sollten wir uns den Film unbedingt anschauen?

 

A. Was für eine Frage!!! SHAGGY DOG – HÖR MAL WER DA BELLT ist DIE erfrischendste Familien-Komödie des Sommers! Spritzige Gags und pure Abwechslung an heißen Tagen – einfach WAU für die ganze Familie! Das dürft Ihr nicht verpassen!

 

Infos zum Film

Der Hund wurde von 3 Beardies gespielt.

Die meisten Szenen wurden mit „Coal“ – „Nonesuch in Demand“ (eigentlich „Cole“) gedreht. Er lebt bei seinem Trainer Mark Forbes und ist 4 Jahre alt.

„Joey“ von Kathleen Flanagan/Anasazi Bearded Collies läuft und springt von einem Auto zum anderen.

Ein dritter Hund namens „Calloway“ ist Coals Double auf einem Schulbus.

Etwa 20 Ersatzhunde haben bereitgestanden.

Die Trainer haben in Amerika und Europa nach geeigneten Hunden gesucht, sowohl bei Züchtern als auch in Tierheimen.

 

16.6.06

 

Nachtrag:

Cole spielt in dem Film „Hotel for Dogs“ (2009) eine Nebenrolle.

 

 

 

BCCD - neuer Beardie-Club

 

Wir haben überlegt, ob wir diese Meldung unter „Gute Nachrichten“ oder unter „Schlechte Nachrichten“ einstufen sollen.

Nach eingehendem Meinungssaustausch innerhalb unserer IG sind wir der Ansicht: Dieser Club ist keine Bereicherung.

 

In Zuschriften heißt es:

„Ein zweiter Club war längst fällig!“

„Das wird den Modezüchtern zu denken geben!“

„Da muss man doch sofort mitmachen!“

„Es muss endlich etwas unternommen werden, zum Wohl der Beardies!“

Ganz so einfach ist die Sache leider nicht, auch wenn ähnliche Ausscherer in der Vergangenheit einiges erreichen konnten (z. B. PON/Kupierverbot).

 

Zunächst einmal:

*      Unsere Interessengemeinschaft COMING HOME hat mit dem BCCD nichts zu tun.

*      Sie ist nicht Mitglied in diesem Club.

*      Sie hat einen zweiten Beardie-Club immer abgelehnt (unter „Zucht“: eine Spaltung der Rasse ist keine Lösung!)

 

Zum Wohl aller (!) Beardies muss es das Ziel sein, dass sich sämtliche VDH-Züchter an den – für beide Clubs gültigen und bindenden – FCI-Rassestandard halten.

Dies in die Wege zu leiten, war immer unser Bestreben. Wir konnten dieses Ziel nicht durch Gespräche mit den Modezüchtern erreichen, doch haben wir durch unsere Aufklärung viel bewirkt. Es hat sich gezeigt: Nur über Aufklärung der Welpenkäufer – wenn die Züchter es im Portemonnaie spüren – ist ein Umdenken möglich. Umdenken muss man auf ganzer Linie, halbe Sachen schaden nur. Wer Kompromisse macht, lässt die Modebeardies im Stich!

 

„Es darf nur mit gesunden, wesensfesten Hunden gezüchtet werden", fordert der BCCD. Das sollte selbstverständlich sein, auch im CfBrH - ist es aber leider nicht.

*      Wer kontrolliert das?

*      Sind Wesenstests vorgesehen?

*      Wer verfolgt die Linien, um sagen zu können, welche gesund sind? Im Forum schreibt ein Gründungsmitglied des BCCD: „unabhängig davon, aus welcher Linie der Hund kommt“. Das kann nicht funktionieren!

*      Wer entscheidet, welcher Züchter für den Club taugt und welcher Züchter unwahre Angaben macht?

*      Und wer kann behaupten, dass alle diese Züchter lauter wesensfeste Zuchthunde haben bzw. dass sie ihre Hündinnen nur mit solchen verpaaren? Das zu kontrollieren, ist kaum möglich. Beim Einsatz ausländischer Deckrüden ist eine solche Kontrolle erst recht nicht möglich.

*      Die Haare stehen einem zu Berge, wenn man obendrein in der Zuchtordnung des BCCD liest, dass Zuchtmiete (Hündin ausleihen) möglich sein soll, künstliche Besamung ebenfalls.

*       „Alle Farbvarianten des Bearded Collies dürfen miteinander verpaart werden", heißt es in der Zuchtordnung ausdrücklich, also auch Fawn x Fawn, Fawn x Blau, Blau x Blau. Dies galt schon zu Zeiten von Mrs. Willison als unerwünscht, weil dadurch immer hellere Farben entstehen und die Farbverdünnung obendrein reinerbig wird (für Experten: dd). Mrs. Willison riet sogar von Braun x Braun ab: „Wenn zwei Braune miteinander verpaart werden (außer sie sind wirklich dunkel, was selten ist), können sie helle Fawns hervorbringen, die manchmal elfenbeinfarben werden, mit wenig Pigment.”

 

Unser Fazit:

Ein solcher Club dient niemandem. Er erweckt den Anschein, den alten Beardie-Typ (gesund, wesensstark) zu bevorzugen, doch es werden sich dort ebenso wie im CfBrH Züchter tummeln, die überzüchtete Hunde haben.

 

Wir betonen noch einmal:

Heute geht es kaum noch darum, welche Zuchtstätte empfehlenswert ist, sondern man kann fast nur noch einzelne Würfe empfehlen. Deshalb kann ein zweiter Club für die Welpenkäufer keine Garantie für gesunde, wesensstarke Beardies vom alten Typ darstellen.

Ein zweiter Club verunsichert also die Welpenkäufer nur noch mehr. Wir fürchten, im BCCD werden sich alle Züchter treffen, die sich von einer Mitgliedschaft besseren Absatz ihrer Welpen erhoffen, indem sie an dem neuen Trend „alter Typ“ verdienen wollen. Wir können ein Lied davon singen: Es war für uns unglaublich, welche Modezüchter schon bei unserer Interessengemeinschaft COMING HOME um Mitgliedschaft ersucht haben. Da wurde gelogen, dass sich die Balken bogen.

 

Es hatte wohlüberlegte Gründe, dass wir einen solchen Club nicht schon vor Jahren ins Leben gerufen haben!

Momentan können wir nicht einmal mehr eine Handvoll Züchter im deutschsprachigen Raum nennen, die die Anforderungen der Satzung/Zuchtordnung des neuen Clubs erfüllen. Das sollte jedem zu denken geben, der eines Tages 5 oder mehr Züchter im BCCD antreffen wird.

 

In diesem Sinne können wir dem neuen Club nur recht viel Glück und ein gutes Händchen bei der Auswahl der von ihm zugelassenen Züchter wünschen.

 

27.9.2006

 

 

 

BCCD – Entwicklung nach 2 Jahren

 

Der BCCD hat, wie befürchtet, großen Zulauf erhalten. Mehr und mehr Züchter aus dem Club für Britische Hütehunde haben sich dort angemeldet. Was die überzüchteten Beardies angeht, herrschen im BCCD also die gleichen Zustände wie im CfBrH: Es wird munter mit Modebeardies gezüchtet.

Das einzig Gute: Im BCCD ist die „Registerzucht“ möglich. Das bedeutet: Hier darf auch mit Hunden gezüchtet werden, die äußerlich als reinrassig anzusehen sind, deren Vorfahren aber nicht lückenlos nachgewiesen werden können oder „keine Papiere“ haben bzw. keine vom VDH/von der FCI anerkannten Papiere, z. B. „nur“ Arbeitspapiere aus GB (die in Wahrheit viel höher zu bewerten sind als alle anderen). Auf diese Weise wird der Zucht mit gesünderen, wesensfesteren, pflegeleichteren Hunden eine Tür geöffnet. Einen ersten Wurf gab es inzwischen bei einem Neuzüchter. Bleibt abzuwarten, wie sich der Nachwuchs entwickelt und ob die Hunde wirklich beardietypisch sein werden.

Wir warnen noch einmal ausdrücklich davor, solche nicht anerkannten „Juwelen“ mit einem Modebeardie zu verpaaren bzw. Nachwuchs aus einer gemischten Verpaarung zu kaufen. Damit tut man der Rasse keinen Gefallen, und man kann sich die gleichen Probleme einhandeln wie bei Modebeardie x Modebeardie.

 

31.5.2008

 

 

 

Gefährliches Futter aus Kanada

 

aus „TV 14“ Nr. 18/2007:

„Wie der NDR recherchierte, enthält kanadisches Hunde- und Katzenfutter womöglich die aus China stammenden Chemikalien  Melamin und Cyanursäure. Für Haustiere eine tödliche Mischung. Empfehlung: Geben Sie Futter made in Kanada beim Händler ab!“

... mehr

 

September 2007

 

 

 

Warnung vor Walnuss-Fruchtschalen

 

Sie können von einem giftigen Pilz befallen sein. Es sollen Hunde daran gestorben sein.

Wer einen Walnussbaum im Garten stehen hat, sollte gut aufpassen, dass der Hund keine Fruchtschalen zu sich nimmt.

 

19.9.2007

 

 

 

Anaplasmose – von Zecken übertragen

 

Anaplasmose (Anaplasma phagocytophila), die deutsche „Verwandte“ der Ehrlichiose, wird durch die normale Zecke übertragen und kann für Hunde sehr gefährlich werden.

Die Erreger gelangen in die Blutbahn, setzen sich in die weißen Blutzellen und werden damit in die Lymphknoten, die Leber und ins Knochenmark transportiert.

Die Krankheit kann akut verlaufen oder als schlummernde Infektion im Körper sein.

Symptome sind: Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Ödeme in den Gliedmaßen, Beeinträchtigung des Zentralnervensystems und Blutarmut.

Zusätzlich können Gelenkentzündungen auftreten.

2 – 5 % der heimischen Zecken sind infiziert, regional noch mehr.

 

Quellen:

www.tierarzt-hucke.de/

www.synlab-vet.de

www.rundum-hund.de

 

Weitere Infos, was man vorbeugend gegen Zeckenbefall tun kann, gibt es auf unserer FAQ-Seite „Gesundheit“.

 

18.2.2008

 

 

 

Gesundheitsschädliches Spielzeug

Ein 8 Jahre alter Beardie ist an Nierenversagen gestorben. Sein Besitzer recherchierte:

Tierspielzeug aus Vinyl/PVC ist oftmals mit den Weichmachern DEHP und DINP (Phthalate) belastet. Diese Weichmacher gehen mit dem Kunststoff keine chemische Verbindung ein. Sie werden durch Belecken herausgelöst, über die Schleimhäute aufgenommen, können Leber- und Nierenschäden verursachen und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Der Einsatz bei Kinderspielzeug ist bereits verboten.

Wenn der Hund Teile von solchem Spielzeug abbeißt oder gar das ganze Spielzeug frisst, wird das Material im Magen hart und kann den Verdauungstrakt schädigen. Aus tierärztlicher Sicht sind Weichmacher als Ursache für Nierenversagen nicht auszuschließen.

Man sollte sich überlegen, ob solches Spielzeug weiterhin gekauft bzw. vorhandenes Spielzeug lieber entsorgt wird. Hunde, die Spielzeug zerkauen, sollten natürlich nur unter Aufsicht damit spielen.

Wir empfehlen Spielzeug aus Naturmaterial wie

*      Gummi: Vollgummiball

*      Leder: Lenkradbezug aus Lammfell, Heimwerker-Handschuhe (mit Jeansstoff) aus dem Baumarkt, ausgediente Lederbälle vom örtlichen Fußballverein

*      Baumwolle: Spieltau, Handtuch

*      Jute: in der Weihnachtszeit im Supermarkt nach leeren Nuss-Säcken fragen.

Viel zu wenig bekannt:

-          Die beliebten Tennisbälle können mit giftiger Farbe getränkt sein, und ihre Oberfläche wirkt auf Hundezähne wie ein Reibeisen!

-          „Stöckchen“-Spiele können sehr gefährlich werden: Der aus der Luft gefangene Holzstock kann sich in den Rachen des Hundes bohren, Holzstücke können absplittern, in die Maulhöhle oder in den Rachen eindringen oder sich zwischen den Zähnen verkanten.

 

27.10.2008

 

 

 

Herzversagen nach Schilddrüsenmedikament Forthyron

 

Kurze Zeit nach Behandlungsbeginn mit Forthyron starb ein 6 Jahre alter Golden Retriever an Herzversagen.

Unseres Wissens wird vielen Bearded Collies das Schilddrüsenmedikament Forthyron gegeben. Wir bitten alle Besitzer von betroffenen Hunden, sehr darauf zu achten, dass der Tierarzt gut über das Medikament und seine Dosierung Bescheid weiß. Jeder Hund sollte vor Verabreichung auf Vorerkrankungen untersucht werden! Mit der Medikation muss langsam, schleichend begonnen werden, bis das erwünschte Ergebnis (meist eine Verhaltensänderung: weniger ängstlich) erreicht ist.

 

Information des Herstellers:

www.vetpharm.uzh.ch

 

*      Unter „Vorsichtsmaßnahmen“ wird auf Herzversagen hingewiesen. Auch bei Morbus Addison (kommt bei Beardies relativ häufig vor) und Diabetes ist Vorsicht geboten.

*      Unter „Kontraindikationen“ heißt es: „Nicht anwenden bei Hunden, die an einer nicht korrigierten NNR-Insuffizienz leiden.“ (Unterfunktion der Nebennierenrinde/Addison)

*      Außerdem spielt bei der zu verordnenden Dosis das Gewicht des Hundes eine Rolle. Die Dosis muss individuell angepasst werden.

Die Besitzerin des verstorbenen Hundes erzählt seine Geschichte:

Bei meinem Hund wurde vor ca. 1 Jahr eine offenbar schon geraume Zeit andauernde Nieren-/Nebennieren-Insuffizienz festgestellt. Nach Absprache mit der Tierärztin sollte das Futter umgestellt werden - auf ein Futter mit geringen Mengen an Rohproteinen. Ich hatte seit diesem Zeitpunkt für meinen Hund gekocht, verschiedene Fleischsorten mit Reis und Gemüse sowie Beiflocken. Die Werte besserten sich zum Normbereich.

Anfang diesen Jahres hatte er einen Infekt, der mit Antibiotikum behandelt wurde. Danach stellte sich bei ihm eine enorme Antriebslosigkeit und Desinteresse ein, woraufhin ich erneut die Tierärztin aufsuchte und durch Blutuntersuchungen alles checken ließ. Dabei wurde eine deutliche Schilddrüsenunterfunktion festgestellt und ich bekam ein Beutelchen - ohne Beipackzettel - mit Forthyron 400 mit, von denen ich jeweils eine halbe, also 200 µg morgens und abends verabreichen sollte.

Nach ca. 10 Tagen war sein Zustand fast wieder wie ursprünglich - lebhafter Hund, an allem interessiert.

Am Abend des 3.02. erbrach mein Hund sein komplettes Futter und guckte auch irgendwie etwas komisch. Ich beruhigte ihn und sagte zu ihm, dass er sich nicht schämen müsse. Ich mache es ja weg.

Morgens am 4.02. wachte ich auf und da lag mein Hund an meiner Seite im Bett und war starr, hatte eine blaue Zunge und porzellanähnliches Zahnfleisch und die Blase hatte sich geleert.

Nach meinen Recherchen und Anruf beim Veterinäramt stellte sich heraus, dass es sich eindeutig um Herzversagen handelte. Bei meiner Suche im Internet bin ich dann auf den Beipackzettel gestoßen, auf dem die Behandlung mit diesem Präparat nicht besser deutlich gemacht werden konnte - scheinbar aber nicht deutlich genug für Tierärzte. Mein Hund hatte ein Gewicht von 30 bis 33 kg – konstant.

 

13.2.2009

 

 

 

Kennel Club/GB: Gesundheitsüberblick beim Bearded Collie

 

Im Purebred Dog Health Survey wird deutlich, dass sich unsere Beobachtung von auffällig häufigen Nieren- und Herzproblemen auch in Großbritannien zeigt (lt. Diagramm: oft früher Herztod). Nach den Todesursachen Alter und Krebs finden sich an 3. Stelle Hirnprobleme: „Stroke or cerebral vascular accident (CVA) or infarct“. Das hat uns überrascht, obwohl wir bereits ein paar Mal von Todesfällen nach Zusammenstoß mit einem anderen Hund hörten (Hirnschlag, geplatzte Gefäße). Ebenfalls oben in der Liste der häufigsten Todesursachen stehen Leberprobleme. Bei 6 von 278 Todesfällen wird Aggression als Ursache angegeben, d. h. diese Hunde wurden eingeschläfert. Auch in Deutschland ist uns zunehmende Aggressivität aufgefallen – früher undenkbar bei dieser friedliebenden Rasse.

In Tabelle 3 finden sich die häufig beklagten Magen-Darm-Probleme an 2. Stelle der organischen Erkrankungen („Disease conditions by organ system“), nach Einschränkungen des Bewegungsapparates wie Arthritis, Kreuzbandriss, HD, OCD.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 13 ½ Jahren. Der älteste gemeldete Beardie wurde 19 ½ Jahre alt. Für deutsche Verhältnisse ist dies unserer Meinung nach zu hoch gegriffen. Wir hören immer wieder von Beardies, die gerade mal 4, 6, 10 Jahre alt werden.

Da von 729 ausgesandten Formularen nur 239 zurückgeschickt wurden (hat man etwas zu verbergen?), sind die Ergebnisse vermutlich nicht repräsentativ für die Rasse. 

 

10.3.2009

 

 

 

Brambledale Brianna:

Übersetzung Obduktionsbefund

 

Am 1.3.2009 starb eine Hündin von Lynne Sharpe, Brambledale Brianna (genannt Nan), im Alter von nur 7 Jahren. Das war natürlich „Wasser auf die Mühlen“ der Gegner ihres Outcross-Projekts (Zucht mit Arbeitsbeardies). Das Ergebnis des Obduktionsbefundes ist auf der Website von Lynne Sharpe unter „News“ zu lesen.

Viele Anfragen erreichten uns, weil der Text kaum verstanden wurde, so dass es zu allerlei Spekulationen kam. Hier eine Übersetzung:

 

28.3.2009 Der Bericht über Nan’s post mortem Tests bestätigt die Todesursache Leberversagen als Folge von Anämie (Blutarmut). Da es keine definitive Diagnose gibt, wird dies beschrieben als „kompatibel mit ... AIHA“ (autoimmun-hämolytische Anämie).

Als Vorsichtsmaßnahme – und in der Hoffnung, mehr Licht in die Sache zu bringen – wurden auch mit Nan’s fünf ortsansässigen Töchtern und ihrer Wurfschwester Tests durchgeführt. Alle sind perfekt normal und gesund.

10.4.2009 Ich habe viele Kommentare erhalten wegen des obigen Textes und glaube, dass ich klarstellen sollte, dass AIHA nur als eine Möglichkeit erwähnt wird, nicht als Diagnose. Sowohl Jo Tucker von CIMDA (der ich Dank schulde für ihren äußert großzügigen Rat und Unterstützung im Laufe von Nan’s Krankheit) als auch Elsa Sell von Beacon haben ernste Zweifel ausgesprochen, ob AIHA in Frage kommt. Es ist frustrierend, dass wir keine definitive Diagnose haben, nur eine Liste von Möglichkeiten.

 

15.4.2009

 

 

 

Beardie vergiftet

 

Unser langjähriger Freund Merlin aus Rheinhessen starb im Alter von 14 Jahren an den Folgen einer Vergiftung.

Beim Spaziergang am Main fraß er Knochen von Hühnchen oder einer anderen Vogelart, die nach Farbe rochen. In der Tierklinik konnte man ihm nicht mehr helfen.

 

merlinE

Merlin,

du warst als Beardie vom alten Typ ein Vorbild für viele.

Beim Agility hast du bewiesen, wie fit ein Hund noch im hohen Alter sein kann.

 

Uns fehlen die Worte,

dass ein so kraftvoller Hund wie du

auf solch eine grausame Weise

aus dem Leben gerissen wurde.

 

Wir werden dich nie vergessen.

 

Warnung:

Wir warnen die Hundehalter, die in Bischofsheim am Main spazieren gehen. Es muss sich um ein ungewöhnliches, sehr aggressives Gift handeln.

 

23.6.2009

 

 

 

 

 

EHEC und Rohernährung/BARF

 

Weil das Bakterium, das bei Menschen derzeit für Panik sorgt, auch die Tierfreunde interessiert, die ihren Hunden und Katzen rohes Futter geben - und seien es nur mal ein paar geriebene Möhren -, hier ein

Video des Lebensmittelchemikers Udo Pollmer (er sagt: Waschen reicht nicht – der Erreger wird von den Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen) sowie

zwei Fachmeinungen zu EHEC beim Hund.

Große Sorgen brauchen sich Hundehalter wohl um ihre Lieblinge nicht zu machen. Der Verdauungstrakt von Hunden geht anders mit Erregern um, er verträgt z. B. normalerweise auch Salmonellen. Als Fleischfresser hat der Hund eine aggressivere Magensäure und einen kürzeren Darm als Menschen. Vor allem Hunde, die durch langjährige Rohfütterung ein starkes Immunsystem aufgebaut haben, dürften kaum gefährdet sein.

BD10267_ Wer auf der sicheren Seite sein möchte, kocht selbst zubereitetes Hundefutter.

EHEC-Erreger werden bei 70 Grad (mindestens für 2 Minuten) abgetötet.

BD10267_ Die Bach-Blüte Nr. 10/Crab Apple im Trinkwasser kann helfen, Durchfall-Erreger auszuscheiden (1 Tropfen Crab Apple auf ein 10-ml-Tropffläschchen Wasser, davon 4 Tropfen in jede neue Wassernapf-Füllung geben).

BD10267_ Schwedenbitter, Zitronenmelisse, Cystus, und Propolis können Bakterien (und auch Viren) unschädlich machen.

BD10267_ ausleitende Schüßler-Salze: Nr. 8 und 10 im Wechsel. Weitere Schüßler-Salze je nach Befinden, z. B. Nr. 3 bei blutigem Durchfall und zur Stärkung der Nieren, Nr. 5 bei länger anhaltendem Durchfall.

Ein Hund mit blutigem Durchfall gehört in die Hände eines Tierarztes oder Tierheilpraktikers! Vorsicht bei der Behandlung: Wenn EHEC-Bakterien der Auslöser sind, kann sich die Erkrankung durch Antibiotika verschlimmern (Nierenversagen). Betroffene Hunde können einen Tropf benötigen, weil sie sonst körperlich schnell abbauen. Zur Stärkung: Schüßler-Salz Nr. 5!

 

4.6.2011

 

Nachtrag:

Uns wurde berichtet, dass ein Beardie nach einer EHEC-Infektion (vermutlich durch Kontakt mit Waldtieren) an Nierenversagen starb.

 

 

 

 

 

 

Berner Puppy

 

Ein Trikolor-Wurf mit Arbeitshund-Vorfahren

 

Im Juni 2014 kam in Süddeutschland ein Beardie-Wurf zur Welt, der Arbeitshund-Vorfahren aus Wales im Stammbaum hat.

Die jungen Hunde sind inzwischen 3 Monate alt.

Immer noch gibt es heftige Diskussionen um sie, u. a. auf facebook.

Einige der Welpen sehen eher wie Border Collies aus, als hätte der Wurf zwei Väter.

Die dreifarbigen Geschwister haben viel Lohfarbe an den Beinen. So kennt man das nicht von Trikolor-Welpen. Mutmaßungen gingen in Richtung Berner Sennenhund.

 

Wir sind mit „Border-Beardies“ natürlich nicht einverstanden.

Es missfällt uns aber, dass unqualifiziert über sie hergezogen wird.

Darum wird es Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Vom Aussehen der Elterntiere her hätte man nicht erwartet, dass einige der Welpen stark an Border Collies erinnern könnten. Insofern kann man dem Züchter keinen Vorwurf machen. Das Risiko, dass es bei einer solchen Verpaarung Überraschungen gibt, kalkuliert ein Züchter mit ein, wenn er sich ein wenig mit Genetik beschäftigt hat. Auch Dr. Lynne Sharpe/„Brambledale“, aus deren Zuchtstätte in Wales der Vater dieses Wurfs stammt, tut das; als erfahrene Züchterin weiß sie damit umzugehen.

 

Zur Farbgenetik:

Beide Elterntiere müssen Trikolor vererben, damit sich dieser Farbschlag bei den Welpen zeigt. Der Grund, warum der Rüde noch keinen vergleichbaren Nachwuchs hatte (soweit wir informiert sind), dürfte sein: Die bisherigen Partnerinnen haben Trikolor nicht vererbt.

Trikolor kommt nur noch bei sehr wenigen Beardie-Würfen vor. Meist gibt es nur ein paar kleine Flecken am Kopf oder unter der Rute. Beim erwachsenen Hund sind sie oft kaum noch zu erkennen. Eine deutlich stärkere Ausprägung der Lohfarbe sieht man bei dem walisischen Vorfahren des Vaters: Elan Jim.

 

Zum Körperbau:

·      Köpfe mit schmalen Schnauzen entsprechen nicht dem Rassestandard – weder bei einer solchen Verpaarung noch bei den heutzutage „normalen“ überzüchteten Beardies. Auch diesbezüglich kommt das Erbgut des Arbeitshundes offenbar stark durch. Ansatzweise ist auf den Fotos, die der Züchter veröffentlichte, auch schon der geduckte Gang und der fixierende Blick von Border Collies erkennbar. Beim Beardie ist beides ebenso unerwünscht wie Bisse in Fersen oder Flanken der gehüteten Tiere.

·      Außerdem wirken die jungen Hunde auf Fotos schlanker und hochbeiniger, als man es von Beardie-Welpen gewohnt ist. Das muss nicht ausschließlich genetisch bedingt sein, es könnte auch mit der Fütterung zusammenhängen (zu schnell gewachsen).

 

Zum Vergleich:

Das Idealbild eines 10 Wochen alten Welpen:

 

Kopf 5 

mit breitem Schnäuzchen

Welpe kompakt, 10 Wochen

kräftig und kompakt

 

Wie sollte man nun damit umgehen?

In den Anfängen der Bearded-Collie-Zucht, noch bis in die 1970er-Jahre, gab es ebenfalls solche gemischten Würfe. Im selben Wurf sahen einige Welpen eher wie Border Collies aus, andere eher wie Bearded Collies. Ein Unterscheidungsmerkmal war die Form der Ohren. Die Rassebegründerin Mrs. Willison sortierte die Hunde aus, die nach Border Collies aussahen. Diese Hunde gelangten nicht in die Beardie-Zucht.

Wenn man heute zum ursprünglichen Beardie-Typ zurückkehren möchte, muss man es genauso handhaben. Die nicht rassegerechten Hunde sollten konsequent ohne Ahnentafel verkauft werden, damit nicht die Gefahr besteht, dass sie in die Zucht geraten. Der BCCD wird ggf. hoffentlich genau prüfen, ob Hunde mit Arbeitsbeardie-Ahnen dem Standard entsprechen – äußerlich wie auch vom Wesen her – und ob sie in der Zucht wirklich willkommen sind.

 

  „Zurück zu den Wurzeln“ ist in Ordnung,

aber nicht mit den falschen Hunden!

 

Es wäre ein Fehler,

„Hurra, wir haben einen Wurf vom alten Typ!“ zu rufen

und das Aussehen sowie das Wesen der Hunde außer Acht zu lassen.

 

Welpen-Interessenten,

die einen Beardie vom alten Typ suchen, empfehlen wir die untypischen Hunde aus diesem Wurf nicht. Es mögen nette Vierbeiner sein, aber eben keine Hunde, wie man sie erwartet, wenn man einmal einen Beardie vom alten Typ schätzen gelernt hat.

·      Als Beardie-Liebhaber wird man den sanften Blick vermissen, der lange Zeit als typisch für die Rasse Bearded Collie galt (überzüchteten Beardies mit engstehenden Augen fehlt der „Schmelz“ im Blick ebenfalls).

·      Man muss bei den „Border-Beardies“ mit stärkerem Arbeitswillen rechnen. Nicht auszuschließen sind Bisse in menschliche Fersen oder Flanken, wenn der Hund beim Spaziergang seine zweibeinige Herde hütet. Man braucht Hunde-Erfahrung, um mit so etwas umgehen zu können.

Dennoch wünschen wir allen Junghunden aus diesem Wurf natürlich ein schönes Zuhause bei Menschen, die sich zutrauen, ihnen gerecht zu werden.

 

18.9.2014

 

 

 

italien

 

Seltsamer Beardie-Wurf in Italien

 

In einer italienischen Zuchtstätte kamen 9 Welpen mit schwarzen Köpfen und grauen Körpern zu Welt. Die Elterntiere stammen aus Deutschland. Der Züchter bemüht sich um eine Erklärung, die Vaterschaft soll per Gentest bestätigt worden sein.

 

Auskunft von einer Fellfarben-Expertin

Eine Expertin aus einem Labor für Tiergenetik, der wir den Fall schilderten, zeigte sich sehr interessiert:

-          So etwas käme auch bei anderen Rassen vor. Dies sei der erste ihr bekannte Fall, in dem der ganze Wurf betroffen ist.

-          Es handele es sich nicht um blaues Pigment (also keine Verdünnung, nicht Erbfaktor d, der blau und fawnfarben geborene Hunde betrifft),

-          sondern um eine ausgeprägte weiße Stichelhaarung.

-          In den anderen Fällen habe sich die Stichelung ausgewachsen, die Hunde sollen sich innerhalb der ersten Lebensmonate ganz normal entwickelt haben.

Nachdem weitere Möglichkeiten durchdacht wurden

-          Ergrauungsfaktor, der sich bereits im Welpenfell ausgewirkt haben könnte (dazu passen die schwarzen Flecken an den Läufen nicht)

-          ein temperaturabhängiges Phänomen

-          Färbung „seal“ –,

ist ein

-          fever coat“ die wahrscheinlichste Erklärung. Besonders betroffen seien dabei eher warme Körperregionen, kühle Körperregionen mit wenig Fett nicht so sehr.

-          Nach unseren Recherchen kann ein „fever coat“ ausgelöst werden durch eine Infektion im Mutterleib, evtl. auch durch Stress oder Medikamente.

Einen ähnlichen Fall gab es bei Border Collies in Arizona Ende 2011. Dort sahen die Hunde nach einem Jahr normal aus. Interessenten finden auf der Website dieses Züchters auch 2 DNA-Ergebnisse.

Informationen über die Genetik der Fellfarben gibt es hier sowie in Tabellenform im Buch „Bearded Collie – Sanfter Zottel mit Herz und Köpfchen“.

 

6.3.2015

 

 

Aujeszky bei Wildschweinen – Gefahr für Hunde und Katzen!

In der Region Südharz wird vor Wildschweinen gewarnt, die mit dem Aujeszky-Virus infiziert sind.

Hunde können sich nicht nur durch rohes Schweinefleisch anstecken, das bisher für jeden verantwortungsbewussten Hundehalter ein striktes Tabu war (BARF, getrocknete Schweineohren!), sondern auch durch Speichel und Blut infizierter Schweine und Wildschweine.

Die Krankheit verläuft innerhalb weniger Tage tödlich.

Das heißt, man sollte Hunde unbedingt von den Wühl- und Schubberstellen der Wildschweine fernhalten.

Vorsicht ist auch geboten, wenn irgendwo Blut von einer Jagd liegt und wenn ein Hund einer Blutspur folgt (Nachsuche bei der Jagd).

Das Aujeszky-Virus kann sich über längere Zeit halten, auch bei kalten Temperaturen.

In manchen Gebieten gibt es Wildschweinplagen, sogar in großen Städten wie Berlin. Auch dort sollte man sehr vorsichtig sein. Schon eine Begegnung mit einem gesunden, angriffslustigen Wildschwein kann für Hund und Halter sehr gefährlich werden.

Wir mussten feststellen:

In Niedersachsen ist das Aujeszky-Problem schon länger bekannt. … mehr Es erscheint angebracht, in ganz Deutschland vorsichtig zu sein.

Gefährdet sind nicht nur Hunde (ganz besonders jagdlich geführte Hunde), sondern auch Katzen und andere Haustiere.

 

23.12.2016

 

 

Unangenehme Nachrichten,

die stimmen,

sind förderlicher als

angenehme Nachrichten,

 die nicht stimmen.

Manfred Rommel ___________________________________

 

 

 

blick streng - JK