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Überzüchtung

das Pech einer Hunderasse, in Mode zu kommen

 

 

 

 

 

 

 

 

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Allgemeine Infos

zum Bearded Collie:

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Auf der Seite der Bearded Collies

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das ist jeder Beardie, wenn er uns nur anguckt.

 

Ein Herz auf vier Pfoten.

Die Liebenswürdigkeit und Lebensfreude in Person.

Ein Kasper, der uns immer wieder ein Lachen ins Gesicht zaubert.

 

Solch einen sanften Zottelhund möchte jedes Kind gerne mal streicheln.

Erst recht einem Beardie-Welpen kann man oft nicht widerstehen –

auch wenn er noch so viele problematische Zuchtlinien in der Ahnentafel hat.

 

BC blau.jpg    Sind wir es so einer liebenswerten Rasse nicht schuldig,

allen Schaden von ihr abzuwenden?

*        Ein Leben voller Angst, zum Beispiel.

*        Panik schon, wenn ein Kind nur eine Kaugummiblase platzen lässt.

*        Oder wenn man auf ein knirschendes Stück Plastikverpackung tritt.

*        Oder wenn beim Spielen mit der Reizangel aus Versehen der Stock zu Boden fällt.

*        Von der immensen Panik an Silvester ganz zu schweigen.

*        Viele Pflegestunden, die bei standardgerechtem Fell nicht nötig wären.

*        Künstliche Blindheit bei viel Fell vor den Augen.

*        Probleme bei der Kommunikation mit anderen Hunden,

weil die Artgenossen die Augen nicht sehen

und die Körperhaltung nicht einschätzen können.

*        Keine freie Bewegung wegen des vielen Fells.

*        Keuchen und Schnaufen im Sommer, wenn der dicke „Mantel“ lästig ist.

*        Beim Spaziergang dauernd lästige Zweige usw. im langen Haar,

im Winter dicke Schneeklumpen an Beinen und Bauch.

*        Engzucht und die damit verbundenen Probleme.

*        Erbkrankheiten, die viel Leid und hohe Tierarztkosten verursachen können ...

In unseren Augen ist das QUALZUCHT.

 

 

Fakt ist:

 

 

 

Definition „Qualzucht“ lt. Tierschutzbund:
Als Qualzucht wird bezeichnet,

wenn bei Wirbeltieren die durch Zucht geförderten oder geduldeten Merkmalsausprägungen (Körperform, Haarkleid, Leistungs- oder Verhaltensmerkmale etc.) zu Minderleistungen bei den Tieren bzw. ihren Nachkommen führen und sich in züchtungsbedingten morphologischen und/oder physiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für die Tiere verbunden sind.

Hintergrundinfos

 

 

Modebeardie

 

BC grün.jpg    Sind wir es dem Beardie nicht schuldig,

die Züchter darauf hinzuweisen, dass sie bitteschön Hunde züchten sollen,

die mit den besten Voraussetzungen ins Leben starten?

Die schlicht und einfach in allen Punkten dem Rassestandard entsprechen?

 

 

 

„Ja, natürlich!“,

sagen die Beardie-Liebhaber.

„Nein!“,

sagen die Züchter, denen es um Pokale geht.

 

Wer den „großen“ Züchtern gegenüber auf die Probleme hinweist,

wird als inkompetent abgestempelt,

als Nestbeschmutzer oder Whistleblower beschimpft und bedroht.

Die Mitläufer dieser Züchter blasen ins selbe Horn,

denn das Hintergrundwissen wird ihnen vorenthalten.

Auch die Neuzüchter halten sich meistens an die „großen“ Züchter,

auch sie wollen „ein Stück vom Kuchen“: Ausstellungspokale; denn:

leider denken viele Welpenkäufer immer noch: Pokale = exzellente Hunde.

 

Heute stehen wir

am Rand des Abgrunds,

morgen sind wir einen Schritt weiter.

Sprichwort

___________________________________

 

 

Mode-Beardie

 

 

 

Beardie

 

Fehlender Ausdruck

Früher gewann jeder Beardie mit seinem so typischen Wesen und Ausdruck das Herz eines jeden Liebhabers der Rasse.

Seit Jahren erreichen uns Mails wie diese:

 

Ich denke auch, dass dieser Beardie mein Herz nicht hätte erobern können. Es war das erste Mal, dass ich ein solches (man könnte schon sagen abneigendes) Gefühl hatte. Kurz gesagt: Diesem Beardie fehlt das beardietypische Wesen!

 

Solche Beardies sieht man inzwischen bei Ausstellungen

leider in großer Zahl ...

 

 

Hintergrund liMo, Bg.jpg

 

 

  BC gelb.jpg   Wenn eine Hunderasse in Mode kommt,

müssen plötzlich viele Hunde „produziert“ werden, um den Bedarf zu decken.

Das war beim Beardie in den 1990er-Jahren so.

Die Zahl der Welpen, die im VDH registriert wurden, stieg damals auf über 1000 im Jahr.

In anderen Vereinen bzw. „ohne Papiere“ dürften es zusätzlich einige Tausend sein

(der VDH soll einen Anteil von ca. 30 % am Welpenumsatz haben).

Sicher konnte man dabei oft nicht mehr von Zucht (= Verbesserung der Rasse) sprechen,

sondern von  Hundevermehrung, die schnell viel Geld brachte.

Das Fell sollte immer „prächtiger“ werden.

Dem Wesen, der Gesundheit und der Intelligenz der Hunde wurde kaum Beachtung geschenkt.

 

 

Gut zu wissen:

 

 

 

Ähnlich erging es anderen Hunderassen,

etwa dem Foxterrier in den 1930er-Jahren, dem Collie beim Lassie-Boom,

den Dalmatinern nach dem Disney-Film „101 Dalmatiner“,

in jüngerer Zeit dem Mops:

Masse statt Klasse.

Eines Tages sind die Moderassen so kaputtgezüchtet,

dass die Welpenkäufer Abstand nehmen.

Normalerweise erholt sich die betroffene Rasse dann wieder.

 

 

Auch die Käufer von Bearded Collies haben mit der Zeit Abstand genommen,

wie die VDH-Welpenstatistik zeigt (uns liegen Zahlen ab 1996 vor) –

zumindest einige der Menschen, die einmal einen überzüchteten Beardie hatten

und die viel Leid ertragen und hohe Kosten bezahlen mussten (Tierarzt, Hundetrainer …).

 

Das Tückische daran:

Glühbirne, Idee g.jpg

 

In 25 Jahren können Züchter viel verderben.

Das sind gerade mal 2 Hundeleben lang.

Wer 1990 einen ordentlichen Beardie kaufte

und ihn etwa 13 bis 15 Jahre lang hatte,

hat in gutem Glauben einen zweiten Beardie gekauft,

der die Erwartungen oft nicht erfüllte

und schlimmstenfalls krank war und jung starb.

„Pech gehabt“, dachte man sich dann

und kam beim 3. Beardie gar nicht auf die Idee,

dass heutzutage nahezu alle Vertreter der Rasse so sein könnten.

 

 

Man kann sich informieren.

Schon als unsere Website erst 2 Jahre online war (2005), hieß es in einer Zuschrift:

„An der Website von Coming Home/Beardie special

kommt heute keiner mehr vorbei, der sich für Beardies interessiert.“

Wie viel mehr gilt das heute!

 

BC.jpg    Wenn die Welpenzahlen sinken, besinnen sich die Züchter.

Sie wollen ja Hunde verkaufen.

Auf solch eine Entwicklung hatten wir auch beim Bearded Collie gehofft:

Rückgang der Welpenzahlen durch Aufklärung.

Der Rückgang ist tatsächlich eingetreten, gereicht hat das offenbar nicht.

Der „Knuddelfaktor“ der Welpen beschert den Modezüchtern nach wie vor genug Einkünfte –

von ein paar Züchtern abgesehen, die sich anderen Rassen zugewandt haben.

Seit Jahren haben die Modezüchter Mühe, ihre Welpen zu verkaufen.

Die meisten blieben dennoch uneinsichtig,

sie besannen sich nicht auf die guten alten Werte:

-      ordentliches Fell

-      stabile Gesundheit

-      Wesensfestigkeit

-      Intelligenz.

Immer noch spielen sie die Probleme herunter

und erzählen Welpen-Interessenten das Blaue vom Himmel.

Das „müssen“ sie, denn sie können keine standardgerechten Beardies mehr anbieten,

selbst wenn sie wollten. Sie haben keine mehr.

 

Inzwischen gibt es nichts mehr zu besinnen,

weil schlicht keine optimalen Hunde für einen Neuanfang mehr da sind.

Heute kann man nur noch versuchen,

ein paar Gene von nicht überzüchteten Hunden in der Zucht zu erhalten,

die in dem einen oder anderen Zuchthund noch stecken.

Einige Züchter haben das erkannt und tun jetzt endlich, was sie können.

 

 

 

 

Notizblock mit Stift.gifRandnotiz

Zum Vergleich die Zahlen einiger bekannter Rassen (Stand: 2016, VDH):

Australian Shepherd: 318

Beagle: 650

Bernhardiner: 353

Foxterrier, Drahhaar: 332

Mops: 395

Schnauzer: 449

Siberian Husky: 337

 

 

 

Treib- und Hütetrieb

Die Besitzerin eines jungen Bearded Collies berichtete von einem Labrador, der nicht zu seinem Besitzer zurückkehren wollte. Sie schickte ihren Beardie hinterher:

 

Er ist hinter dem Labrador hergerannt und hat ihn gezielt zum Herrchen getrieben. Dann hat er sich vor dem Hund hingestellt, so dass er nicht weiterrennen konnte.

 

Kaum anzunehmen,

dass ein überzüchteter Bearded Collie so etwas noch könnte.

 

 

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